Aktien Schweiz Eröffnung: Im Plus - Nestlé und Novartis im Fokus

Der Schweizer Aktienmarkt startet nach dem Auf und Ab der vergangenen Tage nun wieder mit moderaten Gewinnen in den Börsentag. Für Diskussionsstoff sorgen die am Vorabend veröffentlichten Protokolle der US-Notenbank Fed. Gemäss diesen haben die US-Notenbanker über eine weitere Verschärfung der Geldpolitik diskutiert. Damit dürften die Erwartungen über einen weiteren Zinsschritt in den USA im Dezember neue Nahrung erhalten, hiess es am Markt.
18.10.2018 09:30

Wieder stärker ins Blickfeld rückt zudem die Hängepartie um den britischen EU-Austritt nach dem wenig erfolgreichen jüngsten Brexit-Gipfel und auch die Krise um den europäischen Haushalt. Hierzulande steht allerdings die auf Hochtouren laufende Berichtssaison zum dritten Quartal im Zentrum, wobei die Schwergewichte Nestlé und Novartis im Mittelpunkt.

Der Swiss Market Index (SMI) gewinnt bis 09.15 Uhr 0,45 Prozent auf 8'789,63 Punkte. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) zieht um 0,15 Prozent auf 1'401,80 Punkte an und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,35 Prozent auf 10'386,53 Zähler. Von den 30 Titeln im SMI/SLI notieren je 15 im Minus und im Plus

Das Ergebnis von Nestlé (Aktien +0,5%) wird positiv aufgenommen. Der weltgrösste Nahrungsmittelkonzern konnte beim organischen Umsatzwachstum ans zweite Quartal anknüpfen und bestätigte entsprechend die Wachstumsvorgaben für das Gesamtjahr bestätigt, blieb insgesamt aber knapp unter den Erwartungen.

Die Aktien von Novartis (+0,8%) legen dagegen nach insgesamt durchzogen beurteilten Zahlen ebenfalls zu. Der Pharmakonzern hat das Wachstum im dritten Quartal fortgesetzt, vermeldet aber einen geringeren Reingewinn. Allerdings hat Novartis den Ausblick für den Umsatz im Gesamtjahr erhöht. Die Aktien des Konkurrenten Roche (+1,6%) zeigen eine klare Erholung, am Vortag hatten sie nach ihrer Zahlenvorlage klar im Minus geschlossen.

Stark im Plus notieren Temenos (+5,8%). Der Bankensoftware-Anbieter hatte am Vorabend einen zweistelligen Umsatz- und Gewinnanstieg im dritten Quartal bekanntgegeben und den Ausblick erhöht.

Die Uhrenwerte Richemont (-1,0%) und Swatch (-1,6%) werden von den neusten Uhren-Exportzahlen belastet. Die Schweizer Uhrenhersteller haben im September gemäss den neusten Zahlen den ersten Rückgang der Ausfuhren seit dem April 2017 verzeichnet. Swatch werden zusätzlich von einer Kurszielsenkung belastet.

Bei den Finanzwerten geben Swiss Re (-0,5%) nach. Der Rückversicherer gab bekannt, dass er im dritten Quartal mit Schäden aus Naturkatastrophen in Höhe von 1,1 Mrd Dollar rechne. Dazu kommen "durch Menschenhand ausgelöste" Katastrophen wie der Einsturz der Autobahnbrücke in Genua in Höhe von etwa 300 Millionen Dollar.

Starke Abgaben erleiden Kühne+Nagel (Aktien -2,9%). Der Logistikkonzern hat für das dritte Quartal ein weiteres Wachstum bekanntgegeben. Allerdings hat der in Schindellegi ansässige Konzern damit die Analystenerwartungen bei den Gewinnzahlen nicht erreicht.

Stärkste Verlierer im SMI sind aber die Titel von LafargeHolcim (-3,8%). Die Aktien dürften unter einer Prognosesenkung des deutschen Konkurrenten HeidelbergCement leiden.

Am breiten Markt werden Inficon (+2,2%) nach Zahlenvorlage deutlich höher gestellt. Das Messtechnikunternehmen hat nach einem starken dritten Quartal den Ausblick für das Gesamtjahr angehoben. Dagegen hat der Autozulieferer Autoneum für 2018 seine Erwartungen für die Gewinnmarge nach unten korrigiert - die Aktie gibt 6,4% nach.

tp/ys

(AWP)