Aktien Schweiz Eröffnung: Kaum verändert - CS gesucht, aber Defensive bremsen

Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich am Donnerstag im frühen Geschäft wenig verändert und bewegt sich abwechslungsweise sowohl in der positiven wie in der negativen Zone. Nach der Erholung um rund 200 Punkte über die vergangenen Tage scheint für weitere Avancen und ein Angriff auf das Jahreshoch von vor zwei Wochen derzeit etwas die Kraft zu fehlen. Die Vorgaben von der Wall Street bieten zudem keine Impulse, denn dort haben sich die Kurse nach Börsenschluss in Europa und auch nach dem Zinsentscheid der US-Notenbank kaum bewegt. Geprägt wird das hiesige Geschäft aber von den Quartalsberichten von gleich drei Bluechips.
02.11.2017 10:14

Auf internationaler Ebene wird mit Spannung die für heute erwartete Bekanntgabe des künftigen Fed-Chefs durch US-Präsident Donald Trump erwartet. Als Favorit für die Nachfolge von Janet Yellen, deren erste Amtszeit im Februar 2018 endet, gilt Jerome Powell, was sich zuletzt auch in entsprechenden Medienberichten manifestierte. Die Bekanntgabe dieser Personalie ist allerdings erst für den Nachmittag in den USA vorgesehen.

Der SMI gibt bis um 09.30 Uhr 0,01% auf 9'266,94 Punkte nach und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,07% auf 10'631,91 Punkte. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) steht dagegen 0,12% höher bei 1'507,84 Punkten. Von den 30 wichtigsten Titeln geben 12 nach und 18 legen zu.

Credit Suisse (+3,1%) besetzen nach Zahlen die Tabellenspitze im SMI/SLI-Tableau. Auf den ersten Blick legte die Schweizer Grossbank ein solides Quartalsergebnis vor. Beim Vorsteuergewinn wurden die Analystenerwartungen insgesamt erfüllt, beim Reinergebnis sogar klar übertroffen. Gut kommen insbesondere die kostenseitigen Fortschritte an. Für etwas Gesprächsstoff sorgt allerdings die Zusammensetzung des Vorsteuergewinns. So erlitt die Universalbank Schweiz im Jahresvergleich einen Gewinneinbruch und verfehlte die diesbezüglichen Erwartungen ziemlich deutlich. UBS (+0,5%) lassen sich von den CS-Zahlen leicht mitziehen.

Ebenfalls nach Zahlen legen Swiss Re (+0,3%) moderat zu. Aufgrund von milliardenschweren Rückstellungen für Schadenersatzforderungen aus Naturkatastrophen weist der Rückversicherungskonzern aus Zürich für die ersten neun Monate zwar einen Verlust aus, dies wurde aber erwartet. Und dennoch will das Unternehmen das ursprünglich geplante Aktienrückkaufprogramm umsetzen, was als Zeichen der Stärke ausgelegt wird. Die gebuchten Bruttoprämien lagen weitestgehend im Rahmen der Konsensschätzungen.

Swisscom (+0,5%) gehören immerhin zum Spitzenquintett. Das grösste Schweizer Telecom-Unternehmen hat vorbörslich seine Drittquartalszahlen publiziert und dabei die Schätzungen von Analysten auf Umsatz- leicht und auf Gewinnstufe relativ klar übertroffen. Die Aktie hat in den letzten Monaten allerdings deutlich zugelegt, so dass das weitere Potential nach oben relativ begrenzt scheint.

Die am Dienstag und Mittwoch nach eher enttäuschenden Quartalszahlen klar zurückgefallenen Geberit (+0,8%) setzen zu einer Erholung an und besetzen zusammen mit CS und Aryzta (+0,7%) das Podest.

Auf der Gegenseite bremsen die Abgaben bei den defensiven Schwergewichten den Gesamtmarkt klar. Dabei büssen insbesondere Novartis (-0,7%) deutlicher an Terrain ein, während die Verluste von Nestlé (-0,1%) und Roche (-0,2%) moderater ausfallen.

Unter leichtem Abgabedruck stehen zudem Sonova (-0,8%), Schindler oder Bâloise (je -0,6%).

Im breiten Markt fallen Meyer Burger (-1,6%) mit einem volatilen Start auf. Nach einem Einbruch um bis zu über 9% im frühen Geschäft hat der Titel vorübergehend in die positive Zone gewechselt. Das Unternehmen hat am Morgen eine umfassende Restrukturierung einschliesslich der Schliessung des Produktionsstandorts Thun angekündigt, welche mit verschiedenen Sonderkosten verbunden ist.

AMS (+4,5%) erhalten dagegen von einer Aufstufung durch Morgan Stanley auf "Overweight" frischen Rückenwind.

Jeweils nach Zahlen ziehen die Bankenwerte LUKB (+1,3%) moderat und Valiant (+5,1%) etwas deutlicher an. Mikron sind nach einer Gewinnwarnung noch ungehandelt.

Ausserdem hat der bisherige Börsenkandidat Poenina seine Pläne nun konkretisiert und eine Preisspanne für das IPO von 40 bis 46 CHF festgelegt. Der erste Handelstag ist voraussichtlich für den 16. November geplant.

cf/ra

(AWP)