Aktien Schweiz Eröffnung: Kaum verändert - Zurückhaltung vor PMI-Daten

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Mittwoch mit mehrheitlich tieferen, insgesamt aber wenig veränderten Kursen in die Sitzung gestartet. Zwar sind die Vorgaben aus den USA und auch aus Japan nach der jüngsten leichten Entspannung an der "Korea-Front" positiv. Im Vorfeld der Publikation der Einkaufsmanagerindizes für die Eurozone sei aber Zurückhaltung angesagt, hiess es in Händlerkreisen. Nach dem starken Vortag sei zudem eher mit beschränktem weiteren Aufwärtspotential zu rechnen.
23.08.2017 10:15

Das allgemeine Börsensentiment profitierte zuletzt von einer zuletzt leichten Entspannung an der verbalen Front zwischen den USA und Nordkorea sowie von neuen Hoffnungen auf ein Vorwärtskommen der Steuerreform in Washington. In Marktkreisen wird aber gleichzeitig darauf verwiesen, dass sich diese Hoffnungen nun schon ein paar Mal in Luft aufgelöst hätten. Und auch der Korea-Konflikt könne sich jederzeit wieder verschärfen. Ein weiterer wichtiger Grund zur Zurückhaltung ist zudem das am morgigen Donnerstag startende jährliche Treffen der globalen Notenbanker im amerikanischen Jackson Hole.

Der Swiss Market Index (SMI) gibt bis um 09.30 Uhr 0,06% auf 8'958,57 Punkte nach. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büsst 0,05% auf 1'430,58 Punkte ein und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,08% auf 10'220,01. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 14 im Minus, 15 im Plus sowie Nestlé unverändert.

Die grössten Verlierer im SMI/SLI sind Julius Bär (-1,1%) und Geberit (-1,0%). Letztere werden von einer Rückstufung durch die Royal Bank of Canada belastet. Diese stuft die Titel neu mit "Underperform" ein, nach zuvor "Sector Perform", dies bei einem leicht gesenkten Kursziel. Es sei schwierig, die Bewertungsprämie der Aktie zusammenzubringen mit dem sich verlangsamenden organischen Wachstum, der schwächeren Cash Conversion sowie der negativen Ertragsrevision, heisst es bei der Bank zur Begründung. Nicht förderlich für die Kursentwicklung sei zudem die jüngste Hausse einiger Metallpreise.

Dahinter büssen Roche, Swiss Life und Swatch je 0,4% und damit bereits klar moderater an Terrain ein. Swatch gehörten am Vortag nach guten Daten zu den Uhrenexporten ebenso zu den Gewinnern wie Richemont, welche heute um 0,1% höher gestellt werden.

Abgaben von jeweils rund 0,2% verzeichnen noch Novartis und Sonova als Vertreter des Gesundheitsbereichs oder Lindt&Sprüngli.

An der Spitze der Gewinner sind die zuletzt schwach gelaufenen Vifor (+0,7%) zu finden sowie Clariant (+0,6%). Auch hier bewegen sich die Veränderungen der Kurse zum grossen Teil im marginalen Bereich, denn die nächstbesten Titel sind LafargeHolcim und Swiss Re (je +0,3%) sowie CS (+0,2%).

Im breiten Markt fallen Emmi nach Halbjahreszahlen mit einem massiven Minus von knapp 8% auf, wobei im Tief Abgaben von über 12% verzeichnet wurden. Der Milchverarbeiter hat die Markterwartungen sowohl mit dem Umsatz als auch mit dem Gewinn verfehlt und die Prognosen für den Umsatz etwas reduziert, entsprechend zurückhaltend fallen die ersten Kommentare aus.

Nach der starken Kursentwicklung der vergangenen Wochen sei mit Gewinnmitnahmen zu rechnen, hiess es beispielsweise bei Baader Helvea. Die Zürcher Kantonalbank indes hat die Titel bereits auf "Untergewichten" von zuvor "Marktgewichten" zurückgestuft, wobei die Bank auf die Bewertung "vor dem Hintergrund des nicht einfachen Umfelds" hinwies.

Etwas moderater aber gleichwohl negativ reagieren auch die Aktien von Siegfried (-4,4%) auf die vorgelegten Resultate. Die Verkäufe sind hier ebenfalls tiefer ausgefallen als erwartet, wogegen die Margen deutlich über den Prognosen lagen.

Die Aktien der erst seit Juli an der SIX kotierten Versandapotheke Zur Rose fallen nach Zahlen um 0,7% zurück.

cf/ra

(AWP)