Aktien Schweiz Eröffnung: Kleines Minus zum Handelsstart - Nestlé im Fokus

Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Dienstag mit leichten Verlusten aufgenommen. An der Wall Street hatte eine weitere Verschärfung der Kriegsrhetorik zwischen Nordkorea und den USA die Stimmung belastet; der nordkoreanische Aussenminister drohte mit dem Abschuss von US-Kampfflugzeugen. Denn die USA hätten seinem Land den Krieg erklärt, so dieser. Das Weisse Haus wies die Aussage als absurd zurück.
26.09.2017 10:15

Dieser Schlagabtausch dürfte Investoren sehr beunruhigen - wegen des latent bestehenden Risikos einer militärischen Eskalation, so ein Marktanalyst. Die derweil nur verhaltenen Kursverluste in Asien deuteten auf einen "Gewöhnungseffekt" auf Seiten der Anleger hin. Hierzulande liegt das Hauptaugenmerk am Berichtstag allerdings auf dem Schwergewicht Nestlé mit einem Investorentag unter dem neuen CEO Mark Schneider.

Der Swiss Market Index (SMI) verliert gegen 9.30 Uhr 0,39% auf 9'105,14 Punkte. Am Vortag hatte er - hauptsächlich wegen der Unterstützung der Schwergewichte - die Gewinne der Vorwoche gehalten. Der 30 Aktien umfassende und noch stärker gekappte Swiss Leader Index (SLI) steht 0,36% tiefer bei 1'459,45 Punkten und der breite Swiss Performance Index (SPI) verliert 0,42% auf 10'381,27. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 25 im Minus und fünf im Plus.

Nestlé (-0,4%) tendieren nach einer deutlich festeren Eröffnung mittlerweile leicht im Minus. Die Meinungen zu den Ankündigungen im Vorfeld des Investorentags gehen auseinander. Einige Marktteilnehmer könnten sich mehr erwartet haben und wurden nun enttäuscht. Der Nahrungsmittelkonzern hält am mittelfristigen Wachstumsziel fest. Und neu wurde ein Ziel für die operative Ergebnismarge formuliert, die bis 2020 im Bereich von 17,5 bis 18,5% liegen soll. Für den Zeitraum bis 2016 galt ein Wert von 16,0%.

Die UBS spricht von einer positiven Überraschung mit Blick auf das Profitabilitätsziel und bestätigt ihre Kaufempfehlung. Andere werten das Margenziel als "nicht beeindruckend" im Vergleich zu Konkurrenten. Weiter soll das im vergangenen Juni angekündigte Aktienrückkaufprogramm über 20 Mrd CHF beschleunigt und gleichmässig auf drei Jahre verteilt werden. Ursprünglich sollte das Gewicht stärker auf die Jahre 2019 und 2020 gelegt werden.

Zu den grössten Verlierern gehören Roche (-0,9%), nachdem Exane BNP das Rating auf "Underperform" von zuvor "Neutral" gesenkt hat. In der Produktpipeline habe sich das Gefüge von den Chancen verstärkt in Richtung der Risiken verschoben, hiess es. Dabei werden einige Enttäuschungen in der Forschung sowie die wachsende Konkurrenz vonseiten der Biosimilars genannt. Auch liege die erwartete Umsatzentwicklung am unteren Ende der Tabelle im Vergleich mit grossen europäischen Pharmakonzernen.

Das dritte Schwergewicht Novartis (-0,3%) tendiert leicht tiefer. Vas Narasimhan, der per 1. Februar 2018 Joseph Jimenez als CEO ersetzt, will auf digitale Technologien setzen. Mit einem effizienten Einsatz könnten bei klinischen Studien bis zu 25% der Kosten eingespart werden, sagte er im Interview mit der "Financial Times". Mit Grössenvorteilen erzeuge das eine grosse Wirkung.

Am Tabellenende stehen Aryzta (-2,6%) - nach dem starken Plus von fast 5% am Dienstag nach der Zahlenvorlage. Am Morgen sind weitere - eher negative - Kommentare inklusive Kurszielsenkungen eingetroffen. Trotz des neuen Managements und der festgezurrten Finanzierung sei noch unklar, wie das Unternehmen die zahlreichen internen und externen Herausforderungen angehen will, so etwa Vontobel.

Deutlich schwächer notieren zudem noch Partners Group (-1,1%), Kühne+Nagel (-1,0%), Sonova und Lonza (je -0,9%). Auch Swiss Re (-0,7%) und Zurich (-0,5%) geben klar ab. Der Hurrikan "Maria", der vergangene Woche über die Karibik hinweg gezogen ist und schwere Schäden verursacht hat, dürfte die Versicherungsindustrie teuer zu stehen kommen. Der Katastrophen-Spezialist AIR Worldwide schätzt die versicherten Kosten in einer ersten Schätzung auf bis zu 85 Mrd USD.

Ganz leicht zulegen können hingegen die Luxusgüterwerte Swatch und Richemont (je +0,1%) sowie CS (+0,6%) etwas deutlicher nach den hohen Verlusten vom Vortag.

Am breiten Markt geben Newron (-9,4% auf 14,40 CHF) nach der Platzierung neuer Aktien bei institutionellen Investoren zum Bezugspreis von 13,50 CHF pro Titel deutlich ab. Addex und Kuros werden nach Halbjahreszahlen unverändert gehandelt.

ys/ra

(AWP)