Aktien Schweiz Eröffnung: Konsolidierung setzt sich fort - Banken im Aufwind

Die Schweizer Börse ist am Dienstag mit tieferen Kursen gestartet. Die Konsolidierung setzt sich somikt fort. Die Anleger strichen bei den als krisenresistent geltenden Schwergewichten erneut Gewinne ein und kauften dagegen Finanz- und zyklische Werte, heisst es im Handel.
10.09.2019 09:40

Das Geschäft sei aber von Vorsicht geprägt, denn vor der Veröffentlichung der Beschlüsse der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag verhielten sich die Anleger vorsichtig. Neben der EZB zieht auch der Brexit weitere Aufmerksamkeit auf sich. In der vergangenen Nacht erlitt der britische Premierminister Boris Johnson eine weitere Niederlage, indem er zum zweiten Mal mit seinem Antrag auf eine Neuwahl gescheitert ist. "Daher werden die Anleger keine unnötigen Risiken eingehen", sagte ein Händler.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 9.25 Uhr 0,67 Prozent tiefer bei 9'992,16 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) sinkt 0,38 Prozent auf 1'534,44 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,76 Prozent auf 12'146,77 Zähler. 17 der 30 SLI-Titel geben nach und 13 stehen im Plus.

Starke Verluste verbuchen Partners Group (-3,2%). Für einmal hat der auf alternative Anlagen spezialisierte Vermögensverwalter die Markterwartungen mit seinem Halbjahresabschluss verfehlt.

Von Gewinnmitnahmen belastet verlieren ausserdem der Pharmazulieferer Lonza (-2,3%) und der Bankensoftware-Hersteller Temenos (-2,0%) deutlich an Wert.

Die Pharmariesen Roche (-1,4%) und Novartis (-1,5%) schwächen sich trotz guter Nachrichten über Testergebnisse ebenfalls erneut ab. Und erneut zu den Verlierern zählt auch Nestle (-1,5%). "Die Gewinnmitnahmen gehen weiter", sagt ein Händler. Der Lebensmittelriese hat aufgrund seiner hohen Marktkapitalisierung mit dem Kursanstieg von 40 Prozent im laufenden Jahr einen Gutteil zur Performance des Gesamtmarktes beigetragen.

Dagegen reihen sich die Aktien der Banken UBS (+2,1% auf 11,21 Fr.) und Credit Suisse (+1,6%) bei den Gewinnern ein. Einerseits ziehe der Sektor wegen der anziehenden Bondrenditen Käufer an, andererseits hat Kepler Cheuvreux UBS mit Kursziel 13,00 Franken auf "Buy" von "Hold" hochgestuft.

Gesucht sind ausserdem zyklische Werte: LafargeHolcim (+1,0%), Adecco (+0,8%) und ABB (+0,5%) legen zu.

Am breiten Markt stechen die Aktien von Polyphor (+8,0%) hervor. Der Titel stieg am Montag bereits um 30 Prozent, nachdem sich der Firmenchef in einem Interview sehr positiv über einen Produktkandidaten geäussert hatte.

Ebenfalls gefragt sind Santhera (+4,6%). Das Biotechnologie-Unternehmen hat Daten zur klinischen Phase-I-Studie mit seinem Wirkstoffkandidaten POL6014 bei Patienten mit Mukoviszidose publiziert. Die frühen Daten seien ermutigend ausgefallen, hiess es. Santhera hat die Exklusivrechte Anfang 2018 von Polyphor erworben.

pre/uh

(AWP)

 
Aktuell+/-%
SMI10'522.22-1.28%