Aktien Schweiz Eröffnung: Konsolidierung setzt sich mit leichten Abgaben fort

Der Schweizer Aktienmarkt verzeichnet am Donnerstag im frühen Geschäft auf hohem Niveau leichte Abgaben. Nachdem am Vortag trotz einer insgesamt seitwärts verlaufenen Sitzung ein neues Jahreshoch markiert wurde und nach den vier starken Tagen davor, kommt es damit vorerst zu einer Konsolidierung der jüngsten Gewinne. Die Vorgaben aus den USA sind trotz eines neuen Rekordstandes des Dow Jones als eher neutral zu werten, und vom politischen Umfeld kommt derzeit ebenso wenig Unterstützung wie von einzelnen Unternehmen.
05.10.2017 10:15

Trotz einer beschränkten direkten Auswirkung auf die europäischen Aktienmärkte bleibt der innerspanische Konflikt zwischen Katalonien und der Zentralregierung im Fokus der Investoren. Dieser belaste das Sentiment, hiess es beispielsweise in einem Marktkommentar der Credit Suisse. Bei den spanischen Aktien zeichnet sich nach dem Absturz des Vortages indes eine Erholung ab. In Marktkreisen wird darüber hinaus aber auch auf die neuesten Konjunkturdaten aus den USA verwiesen, welche stark ausgefallen sind und damit die Erwartungen einer Zinserhöhung durch das Fed spätestens im Dezember stützen.

Der Swiss Market Index (SMI) verliert bis um 9.30 Uhr 0,11% auf 9'274,21 Punkte. Der 30 Aktien umfassende und noch stärker gekappte Swiss Leader Index (SLI) gibt 0,14% auf 1'488,34 Punkte nach und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,10% auf 10'585,94 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren zwei Drittel im Minus und der Rest im Plus.

Sika stehen mit einem Minus von 0,7% aktuell am meisten unter Druck. Der Titel wird von einer Rückstufung durch die UBS auf "Neutral" von zuvor "Buy" gebremst. Nach einer Kurserhöhung um rund 50% seit Jahresbeginn sei die Bewertung nun als fair zu betrachten, hiess es seitens der Bank zur Begründung.

Ebenfalls um 0,7% büssen CS an Terrain ein, während sich UBS (-0,1%) besser halten.

Ansonsten gibt es praktisch keine Neuigkeiten zu einzelnen Titeln. Die grössten Verluste verzeichnen hinter Sika und CS die Aktien von Swiss Life und Givaudan (je -0,5%), sowie Roche, Logitech und LafargeHolcim (je -0,4%). Nebst Roche gehen aber auch Novartis (-0,1%) mit dem Markt etwas nach unten.

Swisscom büssen mit einem Minus von 0,1% nur sehr moderat ein. Hier hat Berenberg das Rating auf "Sell" von zuvor "Hold" zurückgenommen, dies aufgrund einer grundsätzlich etwas vorsichtigeren Haltung gegenüber dem Unternehmen. Der Umsatz werde sich wohl erst im Jahr 2020 wieder stabilisieren, so die Einschätzung der Bank.

Auch Zurich (-0,1%) befinden sich im breiten Mittelfeld. Die Bank Vontobel geht nach der Publikation der Schätzungen für die Schäden durch die Wirbelstürme in den USA durch Zurich davon aus, dass deswegen die Combined Ratio, also die Schadenquote im Verhältnis zu den Prämieneinnahmen, im dritten Quartal auf über 108% zu liegen kommen dürfte. Im Gesamtjahr dürfte dies zu einer Combined Ratio von etwa 100% führen, was laut Vontobel aber die geplante Dividende nicht gefährden sollte. Das Institut erachtet den Titel derzeit als fair bewertet.

Zu den wenigen Gewinnern gehören Aryzta (+0,8%), Nestlé (+4%) oder Dufry (+0,3%). Nestlé bilden damit ein Gegengewicht zu den Abgaben der schwergewichtigen Pharmawerte.

Im breiten Markt stehen Oerlikon (unv.) nach drei kleineren Übernahmen in Schweden und den USA etwas im Fokus. Allerdings liegt der Gesamtumsatz aller zugekauften Firmen bei lediglich gut 10 Mio CHF im Jahr. Die Zürcher Kantonalbank wertet denn auch den Einfluss der Transaktionen auf den Aktienkurs wegen derer geringen Grösse als insgesamt neutral.

Autoneum (+1,4%) erhalten von einer Meldung zum Abschluss eines Forschungs-Joint Ventures unter anderem mit Toyota etwas Auftrieb und Temenos (+1,4%) von einer markanten Kurszielerhöhung durch Morgan Stanley.

Deutlich gesucht sind Cosmo (+3,9%), nachdem das Unternehmen einen Zulassungsantrag für das Kontrastmittel Methylen Blau MMX bei der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA platzieren konnte. Die eingereichten Unterlagen seien laut Entscheid der Behörde "genügend vollständig, um umfassend geprüft zu werden", teilte Cosmo am Donnerstag mit.

cf/cp

(AWP)