Aktien Schweiz Eröffnung: Konsolidierungsphase hält an - SNB bewegt wenig

Der Schweizer Aktienmarkt verzeichnet am Donnerstag im frühen Geschäft leichte Verluste. Nach fünf Tagen mit stark steigenden Kursen und zuletzt einer Seitwärtsbewegung am Mittwoch dürfte sich damit die Konsolidierungsphase vorerst fortsetzen. Die Vorgaben aus den USA waren zwar positiv, in Asien gaben die Aktien dagegen mehrheitlich nach. Für die dortige Zurückhaltung waren unter anderem neue Konjunkturdaten aus China verantwortlich. So ist die Industrieproduktion im vergangenen Monat klar weniger stark gestiegen als prognostiziert. Damit mehren sich die Zeichen für ein langsameres Wachstum in China.
14.09.2017 10:15

Im Fokus steht aber insbesondere die Schweizerische Nationalbank mit ihrer neuesten Lagebeurteilung. Das erwartete Festhalten der SNB an den bisherigen Zinssätzen hat unmittelbar nach Publikation des Entscheids die hiesigen Aktien nicht gross bewegt. Allerdings erachtet die SNB den Franken nunmehr nur noch als "überbewertet" und nicht mehr wie bisher als "stark überbewertet" und verweist auf die anhaltende Bereitschaft zu Interventionen am Devisenmarkt. Darüber hinaus hat die SNB die Prognose für das Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr gesenkt.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 09.35 Uhr 0,11% tiefer bei 9'044,28 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt 0,22% auf 1'449,60 Punkte nach und der breite Swiss Performance Index (SPI) -0,12% auf 10'323,72 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 23 im Minus, fünf im Plus und zwei unverändert.

Der Franken hat auf den SNB-Entscheid gegenüber dem Euro leicht nervös mit gewissen Ausschlägen reagiert, notiert aber letztlich gegenüber dem Zeitpunkt unmittelbar davor kaum verändert bei rund 1,1460 CHF. Auch zum US-Dollar blieb der Stand mit 0,9635 CHF wenig verändert.

Bei den Aktien setzen Richemont (-0,9%) ihren Abwärtstrend vom Vortag im Anschluss an das Trading-Statement für die ersten fünf Monate fort. Dies nach verschiedenen Kurszielerhöhungen und einer Rücknahme des Ratings auf "Hold" durch die Deutsche Bank, was diese mit Bewertungsgründen erklärt. Der Rückgang der Aktie trotz allgemein positiv kommentierter Zahlen wurde am Mittwoch auf Gewinnmitnahmen im Anschluss an den starken Lauf der Vorwochen zurückgeführt. Swatch (-0,6%) notieren nur leicht besser.

Am meisten unter Druck stehen Swiss Life (-1,5%). Der Versicherer ist betreffend des Crossborder-Geschäfts mit US-Kunden von der US-Justizbehörde kontaktiert worden. In den USA werden derzeit von den zuständigen Behörden komplexe Lebensversicherungen, sogenannte Insurance Wrapper, dahingehend untersucht, ob sie zur Umgehung von Steuerpflichten benutzt wurden. Swiss Life selbst schreibt dazu in einer Mitteilung, dass sämtliche Versicherungsverträge gemäss der US-FATCA-Gesetzgebung erfasst und gemeldet worden seien. Gegenüber AWP verwies Swiss Life darauf, dass erst die Kontaktaufnahme erfolgt sei und der Dialog mit dem DoJ nun beginne.

Etwas deutlicher sind zudem die Abgaben in Swiss Re (-0,7%) - nach warnenden Aussagen des Konkurrenten Munich Re im Zusammenhang mit den Sturmschäden in den USA. Dort seien hohe versicherte Schäden zu erwarten, was das Gewinnziel für das laufende Jahr in Frage stelle, hiess es seitens Munich Re am Vorabend. Bâloise (-0,6%) und Zurich (-0,2%) geben ebenfalls nach.

Dahinter büssen noch Lonza (0,7%) sowie Geberit und Lindt&Sprüngli (je -0,5%) etwas klarer an Terrain ein. Die Grossbanken zeigen sich unauffällig (UBS -0,3%; CS -0,1%).

Auf der Gewinnerseite stehen Adecco (+0,4%) zuoberst. Der Personaldienstleister hat am Morgen eine kleinere Akquisition in den USA bekanntgegeben, welche in Marktkreisen grundsätzlich positiv gesehen wird.

Daneben werden noch Roche (+0,4%) leicht gesucht. Mit Nestlé (-0,1%) steht die am meisten gewichtete Aktie leicht im Minus, ebenso Novartis (-0,1%)). Das letztgenannte Unternehmen hat Studien-Fortschritte der Tochtergesellschaft Sandoz mit dem Biosimilar Adulimumab gemeldet, was in Marktkreisen allerdings als kaum kursrelevant bezeichnet wurde.

Im breiten Markt erhalten Kudelski (+1,3%) von einem Auftrag der deutschen Fussballliga für die Tochtergesellschaft Nagra etwas Support.

Jeweils nach Zahlen werden BFW (+0,6%) und Newron (+3,0%) etwas höher gestellt, wogegen Airesis unverändert notieren. Auch Flughafen Zürich (-0,4%) fallen nach den Passagierdaten für den August zurück.

cf/ys

(AWP)