Aktien Schweiz Eröffnung: Leicht im Minus - Anleger bleiben zurückhaltend

Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich am Mittwoch im frühen Handel leicht im Minus. Nach dem deutlichen Kursrückgang vom Vortag hielten sich die Anleger vor dem ereignisreichen Donnerstag wohl zurück, heisst es im Markt. Neben den britischen Parlamentswahlen steht dann auch die Sitzung der Europäischen Zentralbank an, zudem findet in den USA die öffentliche Anhörung des ehemaligen FBI-Direktors James Comey vor dem Geheimdienst-Ausschuss des US-Senats statt.
07.06.2017 10:15

Von der EZB-Sitzung erhoffen sich die Beobachter neue Hinweise über die Fortführung der expansiven Geldpolitik. Weil die Inflationsrate im Euroraum zuletzt wieder gefallen ist, wird von EZB-Chef Mario Draghi trotz einer anziehenden europäischen Konjunktur aber ein zurückhaltender Ton erwartet. In den USA könnten die Aussagen des ehemaligen FBI-Direktors für neue Unruhen um die Trump-Administration sorgen und damit auch das von den Märkten erhoffte umfangreiche Programm zur Stimulierung der US-Wirtschaft gefährden, fürchten Beobachter.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 09.30 Uhr 0,11% tiefer bei 8'898,84 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt 0,03% auf 1'403,54 Zähler nach und der breite Swiss Performance Index (SPI) verliert 0,09% auf 10'145,60 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 24 im Minus, 25 im Plus und einer (Richemont) unverändert.

Deutlichere Abgaben erleiden Clariant (-1,5%) sowie Sika ( -0,7%). Beim Baustoffhersteller geht das juristische Tauziehen weiter: Die Erbenfamilie hat nun die Wiederwahl derjenigen Verwaltungsräte angefochten, die sich gegen den Verkauf ihrer Anteile an den französischen Konzern Saint-Gobain stellen.

Erneut schwach präsentieren sich zudem erneut Vifor Pharma (-0,8%) sowie Givaudan (-0,9%). Die Analysten der britischen Barclays sehen in einer Branchenstudie bei Aromen- und Riechstoffherstellern einen wachsenden Preisdruck, der sich ab dem zweiten Halbjahr 2017 verstärkt bemerkbar machen dürfte. Die Givaudan-Titel erachten sie als hoch bewertet und bekräftigen ihr "Underweight"-Rating.

Belastet werden die Indizes aber vor allem von Abgaben des Börsen-Schwergewichts Nestlé (-0,7%), die am Vortag noch zwischenzeitlich ein neues Allzeithoch markiert hatten. Angesichts der Kursgewinne der letzten Monate nehmen nun die Researchhäuser Berenberg und Bryan Garnier ihre Kaufempfehlungen zurück und bewerten die Aktien neu mit "Hold" respektive "Neutral".

Die Genussscheine des Pharmaschwergewichts Roche (-0,2%) geben noch leicht nach. Die Titel waren am Dienstag um 5,5% abgesackt und hatten damit die Indizes stark belastet. Der Grund für den Kursrutsch waren enttäuschende Studiendaten über eine Kombinationstherapie der Roche-Brustkrebsmedikamente Perjeta und Herceptin, die auch zu Senkungen der Gewinnschätzungen und der Kursziele durch eine Reihe von Research-Häusern führten. Novartis (+0,3%) notieren leicht fester.

Leicht im Plus notieren Sonova (+0,1%). Die seit Monaten stetig ansteigenden Titel des Hörgeräteherstellers werden von der Commerzbank auf "Buy" von bisher "Hold" eingestuft. Die Guidance des Unternehmens für ein organisches Wachstum von 4-6% erachtet der zuständige Analyst als "eher konservativ".

Zu den klareren Gewinnern gehören wie auch europaweit die Bankenwerte: Hierzulande legen UBS 0,6% und Credit Suisse 0,5% zu. In Spanien kommt es derweil zu einer Bereinigung in der Bankenlandschaft: Die Krisenbank Banco Popular ist von der Banco Santander übernommen worden. Am Vortag hatten die CS-Titel noch unter den politischen Spannungen um den Golfstaat Katar gelitten, der mit seinem Staatsfonds CS-Grossaktionär ist. Die stärksten Avancen unter den Blue Chips verzeichnen Adecco (+0,8%) sowie die Titel des Versicherers Bâloise (+0,8%).

Am breiten Markt geben Burckhardt Compression (-1,9%) weiter nach, nachdem sie am Vortag nach Jahreszahlen um über 10% abgerutscht waren. Der Kunststoffhersteller Gurit (+1,0%) hat am Vorabend die Verlängerung einer Vertriebsvereinbarung mit der italienischen Maricell bekanntgegeben.

tp/cp

(AWP)