Aktien Schweiz Eröffnung: Leicht tiefer - Adecco und Zurich im Fokus

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Donnerstag mit leichten Kursabschlägen in den neuen Handelstag gestartet. Weiter im Fokus steht der Nordkorea-Konflikt, der am Vortag die Börsen stark belastet hatte. US-Aussenminister Rex Tillerson hat zuletzt versucht, die Gemüter etwas zu beruhigen. Die US-Märkte hatten am Mittwochabend ebenfalls im Minus geschlossen, im späten Handel allerdings ihre Verluste etwas eingedämmt. In Asien und hier vor allem in China rutschten die Kurse in der Nacht aber weiter ab.
10.08.2017 10:15

Die Investoren sollten sich bewusst sein, dass das Potenzial für einen "politischen Fehltritt" weiterhin hoch ist, mahnt ein Marktbeobachter mit Verweis auf die "Unvorhersehbarkeit sowohl von US-Präsident Trump als auch von Nordkorea". Etwas stabilisiert zeigt sich vorläufig der Franken, der am Vortag als "sicherer Hafen" stark zugelegt hatte. Hierzulande stehen am Donnerstag eine Reihe von Quartalszahlen im Mittelpunkt, wobei mit Adecco und Zurich auch zwei SMI-Unternehmen dabei sind.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 09.30 Uhr 0,05% tiefer bei 9'022,86 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,14% auf 1'439,66 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,11% auf 10'271,95 Stellen. Von den 30 SMI/SLI-Titel notieren 20 im Minus, neun im Plus und einer (Richemont) unverändert.

Die deutlichsten Abschläge unter den Bluechips entfallen auf die Aktien des Personalvermittlers Adecco (-4,7%). Mit seinen Zahlen für das zweite Quartal 2017 hat das Unternehmen die Schätzungen der Analysten nicht erreicht - diese hatten sich gerade nach starken Quartalszahlen bei den Rivalen Manpower und Randstad deutlich mehr erhofft.

Dagegen notieren Zurich (+0,2%) etwas fester. Der Versicherungskonzern hat im ersten Halbjahr zwar einen Gewinnrückgang vermeldet, allerdings ist das wegen regulatorischer Anpassungen im britischen Geschäft keine Überraschung. Die Konsensschätzungen sind auf Gewinnebene klar übertroffen worden. Leicht im Minus notieren dagegen die weiteren Versicherungstitel Swiss Life (-0,1%) und Swiss Life (-0,2%).

Die Grossbankenwerte UBS (+0,2%) und CS (+0,1%), die am Vortag zu den klaren Verlierern gehört hatten, können sich dagegen etwas erholen. Leicht im Plus stehen auch die Aktien des Vermögensverwalters Julius Bär (+0,1%) und die Titel des Asset Managers Partners Group (+0,2%). Zulegen können zudem die Swatch-Werte (+0,2%), die am Vortag noch unter der Verunsicherung über die wichtige Verkaufsregion Ostasien gelitten hatten.

Stabilisiert werden die Indizes insbesondere durch Kursgewinne der defensiven Pharma-Schwergewichte Novartis (+0,2%) und Roche (+0,3%), die am Mittwoch ebenfalls noch mit Abschlägen aus dem Handel gingen. Dagegen geben die grosskapitalisierten Nestlé-Titel (-0,3%) nach.

Im breiten Markt stehen ebenfalls zahlreiche Halbjahresabschlüsse im Zentrum. So hat das Pharmaunternehmen Basilea (-1,1%) bei gestiegenen Umsatz den Halbjahresverlust verringern können. Negativ aufgenommen werden auch die Ergebnisse des Bauausrüsters Arbonia (-2,5%), der für das Halbjahr einen rückläufigen Umsatz und deutlich höhere Gewinnzahlen vermeldet hat.

Deutliche Abschläge erleiden auch die Titel der Lagerlogistikgruppe Kardex (-4,5%), der mit seinen Halbjahresresultaten die Analystenprognosen verfehlt hat. Leicht fester präsentieren sich die Valiant-Titel (+0,7%) nach Zahlen, die innerhalb der Erwartungen ausgefallen sind.

Ebenfalls Semesterzahlen hat die Online-Reiseagentur Lastminute.com (+1,6%) vermeldet, zudem will das Unternehmen den Rückkauf von einem Drittel des gesamten Aktienkapitals prüfen. In einer Vorabmeldung hat zudem der Immobilienentwickler Peach Property (+0,4%) einen Gewinnsprung für das erste Halbjahr angekündigt.

tp/uh

(AWP)