Aktien Schweiz Eröffnung: Leicht Verluste - Novartis im Fokus

Der Schweizer Aktienmarkt ist mit moderaten Einbussen in die neue Woche gestartet. Der Leitindex SMI rutsche bereits in der Eröffnung unter die 8'900-Punkte-Marke, nachdem er in der Vorwoche grösstenteils über dieser Schwelle notiert hatte. Händler verweisen auf teilweise negative Vorhaben und das Notenbankertreffen in Jackson Hole, das kurz vor dem Wochenende mehr Fragen als Antworten geliefert habe. Zudem belasten die Novartis-Aktien den Gesamtmarkt nach ernüchternden Studiendaten.
28.08.2017 10:15

Beim Stelldichein der Notenbanker am Freitag hatten sich weder Fed-Präsidentin Janet Yellen noch EZB-Chef Mario Draghi zur Geldpolitik geäussert und damit die Hoffnungen mancher Experten enttäuscht. Von Draghi waren zudem auch keine negativen Kommentare zum derzeit starken Euro-Kurs zu hören, was den Euro-Dollar-Kurs in der Folge auf den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren klettern liess. Auch der Franken schwächte sich in der Folge zum Euro etwas ab.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 09.30 Uhr 0,39% tiefer bei 8'871,38 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,37% auf 1'419,60 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,42% auf 10'123,31 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 25 im Minus, vier im Plus und einer (Nestlé) unverändert.

Die Verluste bei Novartis (-1,0%) prägen im frühen Handel den Gesamtmarkt. Beim Konzern haben über das Wochenende neue Studienresultate Zweifel am Potenzial eines neuen Herzmedikaments geweckt. So reduzierte die Arznei Ilaris in einer Phase-III-Studie zwar das Risiko einer Herzattacke, gleichzeitig bestand für die Behandelten aber ein erhöhtes Risiko, an einer Infektion zu sterben. Der Analyst von Barclays schreibt von einem "Inferno". Er sieht das Unternehmen nun in der Beweispflicht, aus dem Medikament doch noch ein Kassenschlager zu machen. Andere Experten äussern sich deutlich zurückhaltender, vereinzelt werden die Studienergebnisse sogar positiv kommentiert.

Nur moderate Verluste erleiden dagegen die Roche-Valoren (-0,3%). Der Konzern hat von der US-Zulassungsbehörde FDA den Status "Priority Review" und damit die Zusicherung für ein beschleunigtes Verfahren für das Mittel Gazyva zur Behandlung von Lymphdrüsenkrebs erhalten.

Abgesehen von Novartis erleidet auch sonst kein Titel im SMI/SLI Verluste von mehr als 1%. Am schwächsten schneiden noch Adecco (-0,9%) und Clariant (-0,8%) ab, wobei letztere in der Vorwoche markant angezogen hatten.

Bei den Verlierern sind auch die Versicherungstitel von Zurich (-0,7%) und Swiss Re (-0,3%) anzutreffen. Der Wirbelsturm "Harvey" hatte am Wochenende in Südtexas starke Verwüstungen angerichtet. Die Experten vom Analysedienst CoreLogic rechnen nun mit versicherten Immobilienschäden in Milliardenhöhe. Harvey sei wahrscheinlich ein grösseres Thema für die Rückversicherungsbranche, weil das Schadenereignis im wichtigsten Ölförderungsgebiet der USA stattgefunden habe, mutmassen auch die Exane-Analysten. Sie sehen dabei Swiss Re als am stärksten exponiert.

Das kleine Gewinnerfeld wird von Aryzta (+0,8%) angeführt. Der Backwarenkonzern vermeldet einen prominenten Zuzug im Verwaltungsrat. Jürgen Steinemann, hierzulande bekannt vor allem als langjähriger Chef des Schokolade-Herstellers Barry Callebaut, soll ins Gremium gewählt werden. "Er stellt von seiner Erfahrung und von seiner Nationalität eine Bereicherung im immer noch stark angelsächsisch geprägten Verwaltungsrat dar", schreibt die ZKB.

Im Plus sind ausserdem noch Partners Group (+0,6%), Dufry (+0,5%) und die schon in der Vorwoche starken Richemont (+0,2%).

Am breiten Markt hat Alpiq (-3,8%) vorbörslich Zahlen vorgelegt. Der Stromkonzern hat im ersten Halbjahr 2017 einen überraschend hohen Verlust erlitten. Zudem soll der im März 2016 angekündigte Teil-Verkauf des Wasserkraftportfolios vorerst auf Eis gelegt werden. Nicht allzu gut kommen ausserdem die definitiven Zahlen von Ems Chemie (-1,6%) an. Und bei U-blox (-4,2%) lösen sich die Kursgewinne vom Freitag zum Teil wieder in Luft auf.

Auf der anderen Seite freuen sich die Investoren über eine US-Zulassung für Kuros. Der Kurs der Papiere schnellt um über 10% in die Höhe.

rw/cp

(AWP)