Aktien Schweiz Eröffnung: Leichte Abgaben - Novartis fallen klar zurück

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag mit leichten Verlusten gestartet, wobei die Abgaben bei den schwerkapitalisierten Novartis-Aktien eine grosse Belastung sind. Im Blick sind nach der Zahlenvorlage hierzulande auch Schindler und Logitech. Die Stimmung wird im Handel aber als nach wie vor zuversichtlich bezeichnet. Investoren würden vor dem am Donnerstag anstehenden geldpolitischen Entscheiden der EZB allerdings eher an der Seitenlinie warten.
24.10.2017 10:15

Von grossem Interesse sei dabei, welches Tempo EZB-Chef Mario Draghi auf dem Weg hin zu einer Normalisierung der Geldpolitik ankündigen werde. Dass das Volumen des Anleihenkaufprogramm verringert wird, gilt unter Ökonomen als ausgemachte Sache. Positive Makrodaten kommen derweil aus Frankreich, wo das Geschäftsklima nach wie vor sehr gut ist. Frischen Wind an den Aktienmärkten könnten auch die Stimmungsdaten unter den Chefeinkäufern in der EU (Veröffentlichung Vormittag) sowie in den USA (Nachmittag) bringen.

Der SMI verliert bis um 09.30 Uhr um 0,21% auf 9'228,72 Punkte. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) gibt 0,19% auf 1'494,91 Zähler nach und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,09% auf 10'560,95. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 15 im Minus, zwölf im Plus und drei unverändert.

Entgegen den vorbörslichen Indikationen geben Novartis nach - mit -1,2% sogar recht deutlich. Der Konzern schnitt im dritten Quartal bei Umsatz und Gewinn allerdings leicht über den Erwartungen ab. Für Enttäuschung dürfte dagegen sorgen, dass der Entscheid über die Zukunft der Augensparte Alcon verschoben wurde, hiess es im Handel. Dass die Aktien in den letzten Wochen gut im Markt lagen, habe zu einem grossen Teil auch mit Spekulationen rund um Alcon zu tun gehabt. Die Konzernleitung merkt aber an, dass eine eigenständige Alcon über eine Kapitalmarkttransaktion zusätzlichen Mehrwert für die Aktionäre generieren könnte.

Die grossen Verlierer unter den Blue Chips sind Logitech (-3,0%). Der Grund für die Kursschwäche ist im Handel nicht ganz klar. Der vom Computerzubehörhersteller vorgelegte Zahlenkranz sei "stark" und über den Erwartungen ausgefallen. Laut Händlern dürfte es sich bei den Verkäufen um Gewinnmitnahmen handeln. Denn im bisherigen Jahresverlauf hat sich der Titel bislang stark entwickelt.

Grössere Abgaben verzeichnen auch Adecco (-1,6%), dies nach einem in den vergangenen Wochen überdurchschnittlich guten Lauf. Nennenswerte Abgaben verzeichnen noch die volatilen Aryzta (-0,8%) sowie Julius Bär und Swiss Re (je -0,3%).

Bei den Gewinnern haben Schindler mit +0,9% die Nase vorn. Der Lift- und Rolltreppenhersteller setzte in den ersten neun Monaten 2017 mehr um, steigerte den Gewinn gegenüber dem Vorjahr deutlich und übertraf insgesamt die Analystenerwartungen. Gesucht sind nach einem schwachen Wochenstart auch die ebenfalls zyklischen Swatch (+0,4%) sowie die eher defensiven Vifor Pharma (+0,6%). Eine grosse Stütze sind vor allem Nestlé mit +0,4%. Die Titel des Nahrungsmittelherstellers hatten sich nach dem in der vergangenen Woche präsentierten Quartalsausweis von hohem Niveau aus abgeschwächt.

Am breiten Markt schwingen AMS (+15,0%) nach dem Zahlenausweis zum dritten Quartal oben aus. Der Chiphersteller hat dabei die Markterwartungen teilweise übertroffen und die Prognose angehoben. Nach Zahlen gesucht sind zudem Gurit (+2,4%) sowie Idorsia (+1,5%). Das im Sommer 2017 gestartete Pharmaunternehmen hat wie erwartet für das dritte Quartal einen Verlust ausgewiesen, geht aber von geringeren Kosten als bislang erwartet aus.

Meyer Burger (+0,6%) sind erneut gesucht nach dem Kursprung um fast 18% zu Wochenbeginn nach Erhalt eines Grossauftrags für die Schlüsseltechnologie Heterojunction.

Auf der Verliererseite stehen nach Zahlen Huber+Suhner (-2,0%). Grössere Abgaben verzeichnen die zuletzt sehr stark gelaufenen Orascom DH (-2,9%).

cp/uh

(AWP)