Aktien Schweiz Eröffnung: Leichte Abgaben - Ölpreise bleiben im Fokus

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Freitag mit leichten Abgaben in den Handelstag gestartet. Die Märkte in Übersee hatten nur schwache Impulse geliefert. Die Anleger hielten sich auch wegen des Mangels an Wirtschaftsdaten und Ereignissen zurück, hiess es. Weiterhin steht die Entwicklung der Ölpreise im Fokus der Investoren, auch wenn sich die Notierungen zuletzt wieder etwas erholt hatten. Allerdings präsentiere sich das schwarze Gold "charttechnisch angeschlagen", so ein Marktanalyst.
23.06.2017 10:08

Die hohen Schwankungen der Ölpreise hatte an den Finanzmärkten Sorgen um zurückgehende Inflationsraten und um reduzierte Wachstumsaussichten geweckt. Einiges Interesse dürften bei den Investoren deshalb auch die am Abend anstehenden Reden verschiedener Vertreter der US-Notenbank Fed wecken. Zudem treffen im Tagesverlauf noch weitere Konjunkturdaten aus der EU sowie aus den USA ein. Für die Schweiz hat die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) ihre Wachstumsprognosen für 2017 und 2018 etwas zurückgenommen.

Der Swiss Market Index (SMI) notieren gegen 09.30 Uhr um 0,17% tiefer auf 9'036,17 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt 0,09% auf 1'424,09 Zähler nach und der breite Swiss Performance Index (SPI) verliert 0,18% auf 10'277,29 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 16 im Minus, zwölf im Plus und zwei unverändert.

Belastet werden die Indizes nicht zuletzt von den schwergewichtigen Nestlé-Titeln (-0,7%), die sich seit dem Erreichen eines Allzeithochs am Dienstag wieder rückläufig entwickeln. Moderate Abgaben erleiden auch die Titel des Pharma-Schwergewichts Novartis (-0,2%), die am Vortag nach einer positiven Medikamentenstudie allerdings um 5% angezogen hatten. Dagegen legen die Roche Genussscheine (+0,4%) zu.

Novartis vermeldete in der Nacht auf den Freitag aus den USA die Zulassung der Tafinlar/Mekinist-Kombinationstherapie bei einer bestimmten Art von Lungenkrebs. Zudem sind am Morgen weitere Analystenreaktionen auf die positiven Studienergebnisse des Vortags eingetroffen. So haben die Analysten von Barclays ihr Rating mit Verweis auf die erfolgreichen Studienergebnisse auf "Equal Weight" von "Underweight" hochgesetzt und das Jefferies-Research bekräftigt sein "Buy"-Rating bei höherem Kursziel.

Auch Roche hat vor Börseneröffnung mit einer Reihe von Neuigkeiten aufgewartet. So zeigt das Mittel Ocrevus zur Behandlung von Multipler Sklerose gemäss neuer Daten eine signifikante Verlangsamung der Krankheitsprogression zeigen. Er gehe davon aus, dass Ocrevus das Potenzial habe, die "Nummer Eins bei MS-Therapien zu werden", meint der ZKB-Analyst. Wie Roche weiter mitteilte, haben US-Behörden zudem das Medikament Rituxan bei Leukämie für die Verabreichung als subkutane Injektion zugelassen.

Klare Abgaben erleiden im frühen Handel die Aktien des Duty Free-Herstellers Dufry (-1,4%). Offenbar komme am Markt wieder Skepsis über eine mögliche Übernahme durch den chinesischen Grossaktionär HNA auf, hiess es. Rückläufig zeigen sich auch die Aktien der Uhrenhersteller Swatch (-0,4%) und Richemont (-0,3%), die am Vortag noch von neuen Uhrenexport-Daten profitiert hatten.

Tendenziell freundlich zeigen sich derweil die Bankenwerte UBS (unv.) sowie CS (+0,1%). In den USA haben die grossen US-Banken die diesjährigen Belastungstests der US-Notenbank Fed bestanden, wie in der Nacht auf Freitag bekannt wurde. Die Titel des Vermögensverwalters Julius Bär (+0,1%) legen ebenfalls leicht zu.

Im Plus notieren auch Partners Group (+0,3%). Der CEO des Asset Managers sieht das Unternehmen weiterhin auf Erfolgskurs, wie er im Interview mit AWP betonte. Für den Markt für Privatmarktanlagen sehe er ein zweistelliges Wachstum, da die Pensionskassen derzeit solche Anlagen überproportional nachfragten.

Am breiten Markt geben Tecan (-0,6%) nach. Der Laborausrüster hat ein Plattform-Entwicklungsprojekt mit der italienischen Diasorin angekündigt. Die Liechtensteiner VP Bank (+2,2) hat für das erste Halbjahr eine Gewinnsteigerung angekündigt, obwohl sie sich mit den deutschen Steuerbehörden auf eine Millionenzahlung geeinigt hat. Die Titel der Bank Cler (unv.) zeigen keine Reaktion auf die überraschende Auswechslung des CEO.

tp/cp

(AWP)