Aktien Schweiz Eröffnung: Leichte Gewinne aber kein grosser Schwung

Der Schweizer Aktienmarkt steht am Mittwoch im frühen Geschäft leicht im Plus. Damit erweisen sich die Abgaben des Vortages im Anschluss an sechs Tage mit steigenden Kursen als vorübergehender Ausrutscher. Trotz der tendenziell weiterhin freundlichen Stimmung fehlen den hiesigen Aktien aber die entscheidenden Impulse, um das Intraday-Jahreshoch bei knapp 9'200 Punkten von Anfang August mit Schwung anzugreifen, zumal die Vorgaben aus Übersee negativ sind. Gebremst werden die Aktien insbesondere vom weiter vor sich hin schwelenden Konflikt zwischen den USA und Nordkorea.
27.09.2017 10:15

Nachdem Nordkorea Äusserungen Trumps als Kriegserklärung deklariert hatte, hat die US-Regierung im Streit um das Atomprogramm von Nordkorea weitere Sanktionen gegen das Land verhängt, diesmal gegen die Banken und gegen mit dem Finanzsektor verbundene Einzelpersonen. Dazu gesellen sich weitere Unsicherheiten wie die schwierige Regierungsbildung in Deutschland oder die politische Krise im Irak. Aus geldpolitischer Sicht stand am Vorabend aber auch eine weitere Rede der Fed-Chefin Janet Yellen im Fokus, in der sie sich erneut für einen graduellen Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik aussprach.

Der Swiss Market Index (SMI) legt bis um 9.30 Uhr 0,27% auf 9'137,96 Punkte zu. Der 30 Aktien umfassende und noch stärker gekappte Swiss Leader Index (SLI) gewinnt 0,24% auf 1'459,83 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,20% auf 10'410,75 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 16 im Plus, 11 im Minus und 3 unverändert.

An der Spitze des SMI/SLI stehen geschlossen die die Aktien der drei Banken CS (+1,7%), UBS (+1,3%) und Julius Bär (+0,9%) zusammen mit Swiss Life (+1,1%). Hier wird in Marktkreisen auf die Unterstützung durch die Äusserungen Yellens verwiesen, da für die Banken ein sich normalisierendes Zinsumfeld grundsätzlich positiv gewertet wird.

Dahinter folgen mit Swiss Re (+0,7%), Zurich (+0,5%) und Bâloise (+0,3%) die weiteren Versicherungen mit etwas Abstand.

In der Spitzengruppe sind weiter Swatch (+0,7%) zu finden, während Richemont (+0,3%) im breiten Mittelfeld rangieren. Die Luxusgüteraktien erhalten von einer Umfrage etwas Unterstützung, dergemäss sich die Chefs von 60 befragten Uhrenunternehmen zuversichtlich für die nähere Zukunft zeigen.

Nestlé, welche am Vortag im Anschluss an den Investorentag mit einem Plus von 1,8% den Gesamtmarkt noch vor deutlicheren Verlusten geschützt hatten, zeigen sich mit einem Plus von 0,3% unauffällig, halten damit aber die Vortagesgewinne. Für Nestlé haben nach der Veranstaltung bereits Goldman Sachs und die UBS die Kursziele erhöht und die Empfehlung "Buy" jeweils bestätigt.

Auch LafargeHolcim (+0,4%) fallen nicht weiter auf, nachdem Jefferies den Titel mit der Einstufung "Hold" wieder ins abgedeckte Portfolio aufgenommen hat. ABB notieren nach den bestätigten Ratings durch die Agenturen Fitch und Moody's im Anschluss an die Übernahme der GE-Sparte Industrial Solutions unverändert.

Vifor Pharma (+0,2%) bewegen sich mit dem Markt. Vifor hat am Morgen die Ausweitung eines Lizenzabkommens zur Vermarktung des Roche-Mittels Mircera in den USA bekanntgegeben, wovon sich das Unternehmen mehr Umsatz verspricht. Darüber hinaus hält Vifor heute einen Investorentag ab, zu dem allerdings die Medien keinen Zugang haben.

Auf der Verliererseite fallen insbesondere Lonza (-2,3%), welche bereits am Vortag deutlich nachgegeben hatten. Hier wird in Marktkreisen auf Gewinnmitnahmen verwiesen, der Titel hat seit Jahresbeginn über 50% zugelegt.

Dahinter büssen noch Logitech (-1,4%) etwas stärker und Aryzta (-0,6%) bereits etwas moderater an Terrain ein. Für Aryzta hat Berenberg nach den Jahreszahlen vom vergangenen Montag das Kursziel etwas reduziert, dabei aber die Einstufung "Buy" bestätigt.

Im breiten Markt fallen Georg Fischer nach der Ankündigung einer kleineren Akquisition in Deutschland im Digitalbereich um 0,3% leicht zurück.

Die wenig gehandelten Starrag bleiben in der Eröffnungsphase noch ungehandelt. Am Morgen hatte das Unternehmen den Abgang des CEO Walter Börsch per Herbst 2018 verkündet.

Newron (+4,5%) bauen gegen die Hälfte der Vortagesverluste von knapp 10% wieder ab.

cf/rw

(AWP)