Aktien Schweiz Eröffnung: Leichte Gewinne bei fehlenden Impulsen

Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Donnerstag im frühen Handel etwas fester. Bei dünnem Nachrichtenaufkommen halten sich die Ausschläge der einzelnen Titel aber in engen Grenzen. Insgesamt fehlen dem Markt entscheidende Impulse für eine klare Richtung. Die Vorgaben aus den USA sind in etwa neutral, dafür zeigten sich in China und vor allem in Japan die Aktien am Donnerstag stärker. In Marktkreisen wird wieder vermehrt auf die rekordtiefen Stände der als "Angstbarometer" verstandenen Volatilitätsindizes hingewiesen, was als Warnung an die zu sorglosen Investoren verstanden wird.
01.06.2017 10:14

Andererseits wird die aktuelle Seitwärtstendenz von Markttechnikern als normale Reaktion auf die starken Gewinne von April und Mai gesehen, so dass der SMI nach einer Verschnaufpause wieder den Vorwärtsgang einlegen könnte. Zum am Vorabend vom Fed publizierten Konjunkturbericht "Beige Book" hiess es im Handel, dass die Wirtschaft in den USA zwar nicht auf vollen Touren laufe, dass sie aber dennoch robust genug für eine Zinserhöhung im Juni sei. Ein Mitglied der US-Notenbank Fed hat in diesem Zusammenhang an einer Veranstaltung in Asien verlauten lassen, dass das Fed die Zinsen im laufenden Jahr gar drei oder viermal anheben könnte.

Der Swiss Market Index (SMI) verzeichnet um 09.30 Uhr ein Plus von 0,25% und steht bei 9'039,45 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt 0,34% auf 1'421,5 Punkte zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,28% auf 10'277,51 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 26 im Plus und 4 im Minus.

An der Spitze des SMI/SLI stehen derzeit die PS von Schindler (+1,4%) und Clariant (+1,6%). Letztere erhalten von positiven Kommentaren im Anschluss an eine Veranstaltung für Analysten im Zusammenhang mit dem geplanten Merger mit Huntsman etwas Unterstützung. Baader Helvea etwa sieht attraktives Aufwärtspotential für die Aktie, auch wenn es laut dem Institut bessere Optionen für das Unternehmen als den Zusammenschluss mit Huntsman gegeben hätte. Weiter streicht das Institut die Erholung in verschiedenen Schlüsselmärkten von Clariant hervor oder auch die weiterhin bestehende Möglichkeit einer höheren Gegenofferte.

Die zuletzt schwachen Aryzta (+1,4%) stoppen den Abwärtstrend diese Woche zum ersten Mal und gehören ebenfalls zu den Top-3. Etwas gesucht sind weiter so verschiedene Aktien wie Dufry (+1,3%), Sika (+1,1%) oder Adecco (+1,0%).

Novartis (+0,2%) befinden sich im breiten Mittelfeld. Die Aktie des Pharmakonzerns hatte am Vortag mit einem Plus von knapp 1% den Gesamtmarkt wesentlich gestützt. Treiber dafür war eine Investorenveranstaltung in Boston, an der sich CEO Joe Jimenez ziemlich optimistisch gezeigt hatte. Die gegenüber Novartis mit einem Rating von "Underweight" kritisch eingestellte US-Bank Morgan Stanley lässt dazu in einem Kommentar verlauten, dass sich der Konzern noch immer mit Gegenwind konfrontiert sehe, dass aber allenfalls die in nächster Zeit anstehenden Studienergebnisse das Sentiment für den Titel verbessern könnten.

Zusammen mit Novartis legen auch die zwei anderen Schwergewichte Roche (+0,2%) und Nestlé (+0,1%) leicht zu. Nestlé hat vor dem Europäischen Patentamt eine Niederlage gegen EEC in einem schon länger dauernden Patentstreit erlitten, was den Titel aber kaum gross bewegt.

Die stärksten Abgaben verzeichnen Sonova und Vifor (je -0,4%). Vifor litten bereits am Vortag unter einer Abstufung durch die UBS.

Im breiten Markt ziehen Evolva markant um 6,8% an. Das in den Bereichen Gesundheit und Ernährung aktive Unternehmen befindet sich in Verhandlungen mit der US-Behörde BARDA im Gesundheitsministerium über eine Finanzierung seines Aromastoffes Nootkatone. Dieser soll auf seine Eignung für den Einsatz gegen das Zika-Virus geprüft werden.

Straumann (+1,1%) gehören ebenfalls zu den Gewinnern. Eine Anzeige gegen eine Straumann-Mitarbeiterin in Südkorea vermag die Titel nicht gross zu bremsen. Die "Handelszeitung" vermutet als Grund für die Anzeige eine geheime Zusammenarbeit eines Ex-Megagen-Mitarbeiters mit einer Mitarbeiterin von Straumann. Das Unternehmen bestätigte zwar den Eingang der Anzeige, äusserte sich aber nicht zum Grund dafür.

cf/ra

(AWP)