Aktien Schweiz Eröffnung: Leichte Kursgewinne - CS nach Bohli-Einstieg gesucht

Der Schweizer Aktienmarkt verzeichnet im frühen Handel am Dienstag leichte Kursgewinne. Über die Marke von 9'300 Punkten schaffte es der Leitindex SMI im frühen Handel allerdings nicht. Diese Marke hatte er am Vortag wieder unterschritten, nachdem er am Freitag noch bei knapp 9'313 eine neue Jahresbestmarke gesetzt hatte. Grundsätzlich sei die Stimmung am Markt weiterhin gut, heisst es im Handel.
17.10.2017 10:15

Während hierzulande die Berichtssaison erst in der zweiten Wochenhälfte an Fahrt gewinnt, könnten in den USA am Nachmittag die Zahlen von Goldman Sachs und Morgan Stanley auch die hiesigen Bankenwerte beeinflussen. Die Papiere der Credit Suisse stehen bereits am Morgen im Fokus, nachdem der aktivistische Investor Rudolf Bohli die Bank ins Visier genommen hat. Jenseits des Zahlenreigens beschäftigen noch Spekulationen um die künftige Führungsspitze der US-Notenbank Fed die Gemüter der Investoren. Offenbar hatte sich Präsident Donald Trump zuletzt mit dem renommierten Ökonom John Taylor von der Universität Stanford getroffen und von ihm beeindruckt gezeigt.

Der SMI notiert gegen 09.30 Uhr um 0,18% höher bei 9'291,40 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) gewinnt 0,19% auf 1'494,48 Punkte hinzu, und der breite Swiss Performance Index (SPI) steigt um 0,12% auf 10'613,32 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 18 im Plus, neun im Minus und drei sind unverändert.

Angeführt wird die Gewinnerliste von den Papieren der Credit Suisse (+1,9%). Der aktivistische Hedgefonds RBR um den Investor Rudolf Bohli will an einer Investorenkonferenz im Verlauf der Woche Vorschläge präsentieren, die unter anderem eine Aufspaltung der Grossbank in mehrere Teile zum Ziel haben, bestätigte ein RBR-Sprecher einen Bericht der "Financial Times". Mit der Aufteilung in eine Investmentbank, einen Vermögensverwalter und einen Asset-Manager wolle er die die Konglomerats-Struktur der Bank angehen, hatte die Zeitung geschrieben. Mit einigem Abstand folgen die Aktien der UBS (+0,5%).

Bei den Aktien von Richemont (+0,3%) reagieren Investoren nur leicht über dem Gesamtmarkt auf eine positive Gewinnwarnung. Der Luxusgüterkonzern geht davon aus, dass der Umsatz im ersten Halbjahr 2017/18 (per Ende September) gegenüber dem Vorjahr um 10% gestiegen ist. In Lokalwährungen habe er um 12% zugelegt. Die gute Entwicklung kommt allerdings nicht ganz überraschend: Analysten hatten damit gerechnet, nachdem Richemont bereits im September für die ersten fünf Monate ein Umsatzwachstum in Höhe von 12% in Lokalwährungen vermelden konnte.

Bei Vontobel heben die Experten in einem ersten Kommentar vor allem die zu erwartende Margenentwicklung hervor, die noch besser als erwartet ausfallen dürfte. Die Kursgewinne von Richemont färben bedingt auf den Konkurrenten Swatch ab, der um +0,1% zulegt.

Mit stärkeren Kursgewinnen rücken auch die Aktien von Logitech (+0,9%) in den Fokus. Zuletzt hatte es am Markt Spekulationen gegeben, das Unternehmen könne im diesjährigen Weihnachtsgeschäft stark abschneiden. Begründet wurde dies unter anderem mit steigenden Frachtvolumina.

Die drei Schwergewichte Nestlé (+0,2%), Roche (+0,1%) und Novartis (-0,2%) sorgen bestenfalls für geringe Unterstützung. Am Vortag noch hatten Roche und Nestlé mit ihren Verlusten den Gesamtmarkt belastet.

Auf der Verliererseite finden sich erneut die Aktien des Frachtkonzerns Kühne+Nagel (-0,2%). Am Vortag waren sie nach etwas schwächer als erwartet ausgefallenen Zahlen bereits der mit Abstand schwächste Blue Chip gewesen. An diesem Dienstagmorgen haben zahlreiche Institute nun zwar ihre Kursziele für die Aktien erhöht und dies mit einem grundsätzlich guten Momentum begründet. Dass die Aktien dennoch erneut fallen, dürfte an dem zuletzt starken Lauf liegen, heisst es von Händlerseite.

Zahlen gab es aus dem breiten Markt vom Vakuumventil-Hersteller VAT (-2,0%), der den Auftragseingang zwar gesteigert hat, die Analysten-Erwartungen aber dennoch nicht erfüllte.

Die Versandapotheke Zur Rose (+6,3) hat unterdessen auch im dritten Quartal 2017 den Umsatz gesteigert. Ebenfalls zulegen können noch die Aktien des Derivatespezialisten Leonteq (2,9%), der mit der Versicherungsgesellschaft Mobiliar im Vorsorgebereich kooperieren will.

hr/ys

(AWP)