Aktien Schweiz Eröffnung: Leichte Verluste auf breiter Front

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag mit leichten Kursverlusten gestartet. Die Stimmung wird im Handel allerdings als recht solide bezeichnet. Es fehlten vorderhand Richtungsimpulse. So waren die Leitbarometer an der Wall Street nach dem gestrigen Handelsschluss in Europa auf der Stelle getreten und auch in Asien war kein einheitlicher Trend auszumachen. Im Grossen und Ganzen handle es sich bei den derzeitigen Abgaben um eine Gegenbewegung auf den recht schwungvollen Wochenstart.
23.05.2017 10:15

Gestützt werde die Stimmung hingegen von positiven Wirtschaftsdaten aus Europa. In Frankreich hellte sich das Geschäftsklima auf und in Deutschland erhöhte die Wirtschaft im ersten Quartal die Drehzahl. Ins positive Bild füge sich auch die relative Eurostärke zum Franken ein. Und da US-Präsident Donald Trump derzeit auf Auslandsreise ist und damit fern dem Politikbetrieb in Washington, habe sich auch die zuletzt sprunghaft angestiegene Unsicherheit an den Märkten etwas gelegt.

Der Swiss Market Index (SMI) büsst um 09.30 Uhr 0,32% auf 9'055,29 Punkte ein. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,28% auf 1'425,40 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,31% auf 10'276,87. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 25 im Minus, vier im Plus und Lonza als einziger unverändert.

Mit einem Kursrücksetzer um 3,9% stechen Credit Suisse ins Auge. Am Berichtstag beginnt der Bezugsrechtehandel für die bis 7. Juni laufende Kapitalerhöhung über rund 4 Mrd CHF. Die Grossbank will mit der Ende April bekanntgegebenen Massnahme bekanntlich ihre Kapitallücke schliessen.

Grössere Einbussen verzeichnen auch Clariant (-1,4%), die am Vortag nach der bekanntgegebenen Fusionsabsicht mit dem texanischen Mitbewerber Huntsman um 3,5% angesprungen waren. Dahinter folgen ABB (-1,3%) und die volatilen Aryzta (-1,0%). Für die Aktie des schweizerisch-irischen Backwarenherstellers hat Société Générale ihre Kaufempfehlung zurückgenommen. Die in der Vorwoche bekanntgegebene Ernennung von Kevin Toland zum neuen CEO wird von den Experten zwar als positiv angesehen. Es wird aber befürchtet, dass das Geschäft schwieriger werde, bis dieser seine neue Arbeitsstelle antrete.

Unter Druck stehen für einmal auch Sonova (-0,9%). Der Titel des Hörgeräteherstellers kennt seit Jahresbeginn aber vor allem eine Richtung: nach oben. Seit Jahresbeginn resultiert ein Kursanstieg um mehr als ein Viertel. Und erst am Vortag wurde ein Allzeithoch markiert.

Die Aktien der beiden Uhren- und Luxusgüterhersteller Swatch (-0,2%) und Richemont (-0,1%) werden von den aktuellen Uhrenexportdaten kaum bewegt. Der Verbesserungstrend ist aber weiterhin intakt, wie die ZKB anmerkt. Die beiden Titel haben sich seit Jahresbeginn deutlich besser als der Gesamtmarkt entwickelt.

Bei den Gewinnern haben Sika mit +0,7% die Nase vorn. Zu Wochenbeginn hatte der Wechsel von CEO Jan Jenisch zu LafargeHolcim (aktuell +0,6%) den Kurs belastet, beim Zementriesen hingegen für starke Avancen gesorgt. In der Folge hat der für Berenberg tätige Analyst das Anlagerating für die LafargeHolcim-Aktie auf "Outperform" von "Market Perform" erhöht. Die Ernennung von Jenisch sei ein "Coup". Jenisch sei ein internationaler Leader mit dem relevanten Know-How für diese Industrie

Am breiten Markt steigen Lem um 4,5% nach Vorlage der Zahlen zum im März beendeten Geschäftsjahr 2016/17. Der Elektronikkomponenten-Hersteller hat sowohl Auftragseingang und Umsatz als auch den Gewinn gesteigert und die Erwartungen der Analysten übertroffen.

cp/rw

(AWP)