Aktien Schweiz Eröffnung: Leichte Verluste bei wenigen Impulsen

Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel zum Wochenauftakt etwas im Minus gestartet. Allerdings dürfte es ein sehr ruhiger Tag werden. Denn gleich drei wichtige Handelsplätze sind am Montag feiertagsbedingt geschlossen: New York, London und Festland-China. Und die Agenda für den Berichtstag ist sowohl auf Unternehmens- als auch auf Makroseite weitestgehend leer. Die vergangene Woche hatte der Schweizer Leitindex bereits kaum bewegt beendet - nach einem Minus in der Vorwoche und dem kräftigen Anstieg in den Wochen davor.
29.05.2017 10:15

Am Montag zeigten sich die Börsen in Tokio und Hongkong bereits wenig bewegt. Auch Öl und Euro präsentieren sich wenig verändert. Am Nachmittag spricht zwar noch EZB-Chef Mario Draghi in Brüssel. Erst im weiteren Wochenverlauf könnten jedoch verschiedenste wichtige Konjunkturzahlen - aus China, Japan und den USA - grössere Impulse liefern. Die Anleger scheine im Moment nichts aus der Ruhe zu bringen, heisst es in einem Kommentar auch mit Blick auf die US-Politik und Donald Trumps Blockadehaltung. Dies habe sicherlich damit zu tun, dass sich die Konjunkturaussichten zurzeit so günstig präsentieren wie seit der Finanzkrise 2008 nicht mehr.

Der Swiss Market Index (SMI) steht gegen 09.30 Uhr 0,39% tiefer bei 9'006,73 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,36% auf 1'420,71 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,30% auf 10'254,13. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 23 im Minus und lediglich fünf im Plus sowie zwei unverändert.

Besonders belastend erweisen sich im frühen Handel die schwergewichtigen Novartis und Nestlé (je -0,5%). Dabei hat bei Novartis die US-Gesundheitsbehörde das Medikament Zykadia für eine bestimmte Form von Lungenkrebs zugelassen. Eigentlich wird die Zulassung am Markt als leicht positiv bewertet.

Roche wiederum hält sich besser als der Gesamtmarkt und notiert aktuell unverändert. Das Management befasst sich derzeit mit dem Fall eines Patienten, der nach der Einnahme von Ocrevus, einem Medikament gegen Multiple Sklerose, an einer gefährlichen Gehirninfektion PML erkrankt ist. Ocrevus gilt für den Schweizer Pharmakonzern als Hoffnungsträger und soll künftige Umsatzrückgänge von Krebsmitteln ersetzen, bei denen der Patentschutz ausläuft.

Vontobel bekräftige indes die Kaufempfehlung für Roche, senkte allerdings das Kursziel im Zusammenhang mit veränderten Schätzungen für das Immun-Therapeutikum Tecentriq nach zuletzt enttäuschenden Daten als Zweitlinien-Therapie in der Behandlung von Blasenkrebs. Genau in dieser Indikation habe es zuletzt aber zahlreiche Zulassungen für Konkurrenten gegeben, so dass der Druck hier nun deutlich höher sei, so der Analyst.

Die grössten Verlierer sind derweil die Grossbankentitel Credit Suisse und UBS (je -1,0%), aber auch Julius Bär (-0,5%) stehen mit am unteren Ende der Rangliste. In ganz Europa ist der Bankensektor zu Handelsbeginn belastet. Tiefer tendieren hierzulande ausserdem Adecco (-0,6%), Zurich und SGS (-0,5%).

Sika (-0,3%) verlieren mehr oder weniger im Rahmen des Gesamtmarkts. Im Übernahmekampf gegen die Erbenfamilie gibt sich das Management weiterhin kämpferisch: Auch der angekündigte Abgang von CEO Jan Jenisch - zu LafargeHolcim - ändere nichts an der Entschlossenheit im Kampf für einen unabhängige Sika, liess sich Verwaltungsratspräsident Paul Hälg in der "Schweiz am Wochenende" zitieren. Aus dem Sika-Lager heisst es demnach auch, Jenisch sei keine entscheidende Figur im Abwehrkampf gewesen.

Moderate Gewinne verbuchen unter den Bluechips hingegen Lonza und Swiss Life (je +0,2%) sowie Partners Group, Sonova und Swiss Re (+0,1%).

Am breiten Markt können Newron (+6,3%) kräftig avancieren: Im Interview mit AWP sagte CEO Stefan Weber, dass beide Pipeline-Kandidaten des Biotech-Unternehmens durchaus Blockbuster-Potenzial hätten. In einem Blue-Sky-Szenario könnten sie es auf Spitzenumsätze von jeweils bis zu 1 Mrd USD bringen. Zudem legen noch Von Roll (+6,5%) und Perrot Duval (+4,1%) in ähnlicher Grössenordnung zu.

Die grössten Verlierer aus der zweiten Reihe stellen aktuell Warteck Invest (-2,5%), Kuros (-1,8%) und Crealogix (-1,7%).

ys/ra

(AWP)