Aktien Schweiz Eröffnung: Leichte Verluste nach Fed-Leitzinserhöhung

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Donnerstag kaum verändert in die Sitzung gestartet, hat aber unmittelbar nach Eröffnung in die negative Zone gedreht. Die grosse Mehrheit der Titel verzeichnet leichte Abschläge, welche durch eine stabile Tendenz bei den Schwergewichten nur teils aufgewogen werden. Die bisherige Wochenbilanz ist damit leicht negativ. Geprägt wird die Stimmung mangels wichtiger Unternehmensnachrichten von der wie erwartet ausgefallenen Zinserhöhung durch die amerikanische Notenbank am Vorabend.
15.06.2017 10:15

Diese geht damit ihren Weg weiter, die Geldpolitik nach den Jahren der Finanzkrise zu normalisieren. Der Fokus der Investoren ist indes bereits auf die Spekulationen um den Zeitpunkt des nächsten Zinsschritts gerichtet sowie auf den Startpunkt des Abbaus der Bilanz. Die Credit Suisse sieht nach den Aussagen von Fed-Chefin Janet Yellen starke Anzeichen, dass das Fed die neue Strategie für die Bilanz im September ankündigen und voraussichtlich ab Oktober die Wertschriftenbestände abbauen wird.

Der Swiss Market Index (SMI) gibt bis um 09.35 Uhr 0,26% auf 8'826,66 Punkte nach. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büsst 0,53% auf 1'397,1 Punkte ein und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,29% auf 10'064,59 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen bis auf Nestlé alle im Minus.

Im Fokus steht hierzulande aber auch die Schweizerische Nationalbank mit ihrer neuesten geldpolitischen Lagebeurteilung. Die SNB hat wie erwartet die Leitzinsen unangetastet belassen, was in einer ersten Reaktion am hiesigen Aktienmarkt keine grosse Bewegung brachte.

Gegen den schwachen Gesamttrend halten sich die Schwergewichte Nestlé (+0,3%) und Novartis (-0,1%) knapp im Plus oder im Bereich des Vortagesschlusses, das bekannte Zeichen für die Suche von etwas ratlosen Investoren nach sicheren Werten. Für Nestlé haben sowohl S&P als auch die CS die Kursziele erhöht. Doch während S&P Global mit einem Rating "Buy" noch Potential sieht, bleibt die CS mit der Einstufung "Underperform" skeptisch.

Novartis hat am Morgen zudem neue positive Daten für das Psoriasis-Mittel Cosentyx in der Anwendung gegen Morbus Bechterew vorgelegt, welche anlässlich der europäischen Rheumakongresses in Madrid vorgestellt wurden. In Marktkreisen wird dieser Nachricht allerdings eher bescheidenes Beeinflussungspotential zugestanden. Auch Roche (-0,2%) fallen nur leicht zurück.

Sonova (-1,8% oder -3 CHF) werden Ex-Dividende von 2,30 CHF gehandelt und stehen damit am Tabellenende. Nennenswerte Abgaben verzeichnen noch LafargeHolcim (-1,4%) oder Swatch (-1,1%).

Von den Banken geben UBS (-0,9%) etwas mehr nach als CS und Julius Bär (je -0,6%). Die SNB hat in ihrem neuesten Stabilitätsbericht den hiesigen Grossbanken eine weitere Verbesserung ihrer Kapitalsituation attestiert. Credit Suisse und UBS seien auf Kurs, um die verschärften Anforderungen der "Too big to fail"-Gesetzgebung zu erfüllen, hiess es bei der SNB. Verbesserungspotential besteht allerdings noch bei der Leverage Ratio.

ABB (-0,8%) fallen im breiten Mittelfeld kaum auf. Der Industriekonzern wurde in der "Financial Times" als möglicher Interessent für eine Übernahme der schwedischen Konzerns Hexagon genannt. Dieser habe Berater mit der Suche nach möglichen Käufern genannt.

Vifor Pharma (-0,4%) knüpfen zwar nicht direkt an die starke Performance des Vortages (+4,1%) im Anschluss an eine Kaufempfehlung an, halten sich aber immerhin besser als die Mehrheit der Titel.

Im breiten Markt ragen Basilea mit einem Plus von 5,8% heraus. Das Biopharma-Unternehmen hat mit Pfizer eine Vertriebsvereinbarung für sein Mittel Cresemba (Isavuconazol) für Europa, Russland, die Türkei und Israel abgeschlossen. Im Rahmen der Vereinbarung erhält Basilea 70 Mio CHF Abschlagszahlung und hat Anspruch auf weitere Meilensteinzahlungen von bis zu 427 Mio USD sowie umsatzabhängige Lizenzgebühren im zweistelligen Prozentbereich.

Die Aktien der Beteiligungsgesellschaft 5EL werden nach der Handelsaussetzung durch die SIX am Vortag wieder gehandelt, derzeit verzeichnet das Papier ein Minus von 4,1%. Anlässlich der ordentlichen Generalversammlung vom Mittwoch haben die Aktionäre einer Kapitalerhöhung zugestimmt und einen neuen Verwaltungsrat gewählt.

cf/ys

(AWP)