Aktien Schweiz Eröffnung: Leichte Verluste - Swiss Re fallen deutlich zurück

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Freitag mit leichten Abgaben gestartet. Nach einer positiven Entwicklung in den vergangenen Tagen und einem Anstieg auf Jahreshoch am Vortag zeichnet sich damit für den Leitindex SMI zum Wochenschluss eine Konsolidierung ab. Die Vorgaben aus Übersee geben jedenfalls keinen Rückenwind. Auch auf Titelebene blieben hierzulande grössere Impulse aus, wobei allerdings Swiss Re nach Zahlen klar unter Druck stehen. Makroseitig liegt das Augenmerk auf dem am Nachmittag anstehenden und mit Spannung erwarteten US-Arbeitsmarktbericht. Bis dahin dürften sich die Investoren kaum aus der Deckung wagen, wie es im Handel heisst.
04.08.2017 10:20

Die US-Jobdaten könnten dem Kurs des US-Dollar und damit auch dem des Euro neue Impulse liefern. Sollte etwa der Lohndruck stärker ausfallen als erwartet, könnte das als Zeichen interpretiert werden, dass die US-Notenbank Fed bei ihrer Geldpolitik die Zügel straffer anziehen könnte. Ein geringerer Lohndruck könnte tendenziell als Signal für ein längeres Stillhalten des Fed gesehen werden.

Der Swiss Market Index (SMI) büsst um 09.30 Uhr 0,13% auf 9'124,63 Punkte ein. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,30% auf 1'457,35 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,16% auf 10'386,52. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 18 im Minus, acht im Plus und vier unverändert.

Grösste Verlierer sind mit Abstand Swiss Re (-3,5%). Der Rückversicherer hat im ersten Halbjahr 2017 weniger verdient und die Markterwartungen verfehlt. Hauptgrund für den Gewinnrückgang ist in erster Linie der Wegfall einmaliger Kapitalgewinne in der Sparte Life Capital. Ausserdem belasten hohe Kosten aus dem australischen Wirbelsturm Debbie die Rechnung. Zudem fallen die Aussagen zur Juli-Erneuerungsrunde verhalten aus, wie einige Analysten monieren. Swiss Re entwickelten sich unter den SMI-Werten seit Jahresbeginn am schlechtesten, lagen die letzten Tage allerdings gut im Markt.

Unter Druck stehen auch weitere Finanzwerte wie Swiss Life (-1,0%), Bâloise (-0,6%) und Partners Group (-0,6%). Im Gegensatz zu Swiss Re hatten die drei Valoren bislang einen starken Lauf und erreichten erst kürzlich Rekorde. Im Handel wird entsprechend auf Gewinnmitnahmen angesichts der aktuell etwas eingetrübten Marktstimmung verwiesen. Unauffällig notieren die Bankenwerte Julius Bär (-0,4%), CS (-0,3%) und UBS (-0,2%).

Grössere Einbussen verzeichnen bei den Zyklikern Sonova (-0,6%), die am Vortag allerdings die grössten Gewinner unter den Blue Chips waren und auch seit Jahresbeginn klar überdurchschnittlich avancierten. Auch Sika, LafargeHolcim und SGS (je -0,5%) geben etwas deutlicher nach.

Im gleichen Mass geben auch Kühne+Nagel (-0,5%) nach, für allerdings Jefferies das Anlagerating auf "Underperform" senkte. Die Aktie sei innerhalb der Branche derzeit am teuersten bewertet, heisst es. Ähnlich hatten am Vortag die Analysten von Barclays argumentiert, die das Rating ebenfalls auf "Underweight" gesenkt hatten. Anfang August war die Kühne+Nagel-Aktie in der Folge gut aufgenommener Halbjahreszahlen auf Rekordhoch gestiegen. Seit Jahresbeginn resultiert ein Kursplus von fast 30%.

Eine Stütze sind dagegen vor allem die schwerkapitalisierten Nestlé mit +0,2%, während Roche und Novartis (beide unverändert) auf Richtungssuche sind.

Grösste Gewinner sind aktuell die oft volatilen Aryzta mit +0,9%, die bereits am Vortag ganz vorne mit dabei waren. Die Aktien des Backwarenkonzerns bleiben jedoch mit einem Minus von gegen 30% seit Anfang Jahr der am schlechtesten rentierende Blue-Chips-Valor. Nennenswerte Aufschläge verzeichnen noch die Industriewerte Schindler (+0,6%) und Geberit (+0,3%).

Der breite Markt wird von der im Rappenbereich gehandelten Lumx (+4,8%) und 5EL (-20%) abgesteckt. Letztere war am Vortag allerdings um 50% hochgeschossen, wobei der Auslöser der Bewegung nicht ganz klar war. Nach Zahlen etwas im Blick sind Interroll (+1,3%), Mobimo (-0,8%), Coltene (-0,5%) und die Aktien der Berner KB (-0,2%).

cp/ys

(AWP)