Aktien Schweiz Eröffnung: Leichtes Minus auf unter 8'900 Punkte

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag leicht im Minus eröffnet. Der SMI musste damit die erst am Vortag zurück eroberte Marke von 8'900 Punkten wieder hergeben. Es dürfte insgesamt allerdings ein eher ruhiger letzter Handelstag der Woche werden und die Stimmung bleibe vorsichtig, heisst es am Markt. Die jüngste Vereinbarung zwischen US-Präsident Donald Trump und den Demokraten etwa über die Schuldenobergrenze sei zwar kurzfristig hilfreich. Die Sorgen nähmen jedoch mit Blick auf den Hurrikan Irma zu. Risikoabneigung herrsche auch wegen der schwelenden Nordkorea-Krise.
08.09.2017 10:09

Die Aussagen der EZB am Donnerstag nach der Zinssitzung hatten kaum für Bewegung an den US-Börsen gesorgt. Die Investoren würden sich jetzt darauf einstellen, dass EZB-Chef Mario Draghi an der kommenden Sitzung im Oktober sehr wahrscheinlich das Signal für die Wende in der Zinspolitik geben wird, so ein Analyst. Vom Fed in der kommenden Woche dürfte man hingegen nicht viel erwarten.

Der Swiss Market Index (SMI) verliert gegen 09.30 Uhr 0,30% auf 8'879,84 Punkte. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, sinkt um 0,33% auf 1'414,21 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,24% auf 10'141,89 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 24 im Minus, fünf im Plus und einer (Sonova) unverändert.

Unsicherheitsfaktor bleibt für die Finanztitel der Wirbelsturm "Irma", besonders für Swiss Re (-0,9%). Wegen Befürchtungen, der heranbrausende Sturm werde in Florida massive Schäden anrichten und die Wirtschaft beeinträchtigen, waren bereits einige US-Versicherer am Vortag massiv unter Druck.

Zurich (-0,5% auf 278,60 CHF) verlieren etwas moderater. Für die Versicherungstitel hat Citigroup das Rating auf "Buy" von zuvor "Neutral" erhöht und das Kursziel deutlich auf 321,20 von 274,00 CHF. Der Versicherer profitiere von einer starken Cash-Generierung bei einer geringen Volatilität, heisst es. Zudem sei Zurich genügend diversifiziert, um gegen individuelle Versicherungszyklen immun zu sein. Die jüngsten Fortschritte seien ermutigend.

Auch Bankenwerte wie UBS (-0,3%) und Credit Suisse (-0,3%) reagieren meist sensibler auf derartige Katastrophe, büssen aktuell jedoch moderat ein.

Belastung für den SMI bilden derweil die Schwergewichte Novartis, Nestlé (je -0,3%) und Roche (-0,2%). Dabei wurden im Vorfeld des am (heutigen) Freitag beginnenden Esmo-Kongress von Roche positive Daten zu einem auf Blutproben basierenden Test zur Bestimmung der sogenannten Tumor-Mutationsbelastung vorgelegt. Und Novartis präsentierte positive Phase-II-Daten zum Migränemittel AMG 334, die an einem Branchenkongress in Kanada präsentiert wurden.

Prozentual grösste Verlierer neben Swiss Re sind noch Givaudan (-0,9%) und Kühne+Nagel (-0,8%).

Aryzta (+1,7%) können sich hingegen nach dem Verlust von 2,8% am Vortag erholen. Der Backwarenkonzern hatte am Vortag einen Ersatz für den Finanzchef präsentiert. LafargeHolcim ziehen um 0,4% an. Das seien Vorschusslorbeeren für den neuen CEO, heisst es im Handel.

Zu den Gewinnern zählen noch die Luxusgüterwerte Swatch (+0,5%) und Richemont (+0,2%). Für beide Titel trudelten am Berichtstag Kurszielerhöhungen ein. Zudem bestätigten RBC etwa für Swatch und die Deutsche Bank für Richemont jeweils die Kaufempfehlung. Der Uhrenhersteller Swatch profitiere 2017 und 2018 von einem stark anziehenden Umsatzmoment, insbesondere bei Omega, schreibt der RBC-Analyst. Bei Richemont sieht die Deutsche-Bank-Analystin im Vorfeld des kommende Woche anstehenden 5-Monate-Trading-Statments verbesserte Währungsbedingungen.

Am breiten Markt tendieren Leonteq unverändert nach Anpassungen im Management per 1. Oktober. Myriad (+1,1% auf 0,91 CHF) können weiter zulegen, nachdem sie am Vortag 29% hinzugewannen. Das Investorenpaar Ebner erhöhte per Anfang September den Anteil auf über 60%.

AMS (-0,7%) fallen nach dem starken Anstieg vom Vortag (+6,8%) etwas zurück. Händler verweisen auf einen Medienbericht, wonach der Grosskunde Apple bei der Produktion des neuen iPhone 8 mit Problemen zu kämpfen habe.

ys/ra

(AWP)