Aktien Schweiz Eröffnung: Leichtes Minus - K+N nach Zahlen unter Druck

Der Schweizer Aktienmarkt hat die erste Sitzung der neuen Woche mit etwas tieferen Kursen eröffnet. Händler sprechen von leichten Gewinnmitnahmen nach den neuen Kurshöchstständen der letzten Woche. Eine leichte Korrektur auf diesem Niveau sei alles andere als überraschend und durchaus auch gesund für den Markt, meinte denn auch ein Händler. Grundsätzlich ändere nämlich nichts an der Situation, dass Aktien fast alternativlos seien.
16.10.2017 10:00

Auch die ZKB hält an ihrer Einschätzung für die Aktienmärkte fest und ist damit weiterhin "moderat positiv gestimmt", wie es in einem Kommentar heisst. Einen Grund für eine nachhaltige Eintrübung an den Aktienbörsen sehe man nicht, solange sich die globale Konjunktur wie gegenwärtig in einem gleichlaufenden Aufschwung befinde, heisst es. Kurzfristige Korrekturen seien indes jederzeit möglich, würden aber am mittelfristig weiterhin attraktiven Case für Aktien vorerst nichts ändern.

Der SMI notiert gegen 09.30 Uhr um 0,26% tiefer bei 9'287,77 Punkten. Das neue Jahreshoch vom Freitag bei knapp 9'313 Punkten dürfte damit vorerst etwas Bestand haben. Letztmals klar höher als am Montag notierte der Leitindex im August 2015. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) gibt um 0,31% auf 1'495,00 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,29% auf 10'612,02 Zähler nach. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 22 im Minus, sieben im Plus und einer (Partners Group) unverändert.

Klare Verlierer unter den Blue Chips sind am Montag Kühne+Nagel (-3,6%). Das Transportunternehmen aus der Innerschweiz hat die Konsensschätzungen beim Umsatz im dritten Quartal zwar sehr deutlich übertroffen, auf den Stufen EBITDA, EBIT und Reingewinn allerdings klar verfehlt. Trotz anhaltender Marktanteilsgewinnen habe man sich von der Margenentwicklung deutlich mehr erhofft, heisst es bei Analysten. Händler sprechen aber vor allem von Gewinnmitnahmen, nachdem die Aktie in den letzten Monaten einen guten Lauf gehabt habe.

Deutliche Verluste gibt es auch bei LafargeHolcim (-0,9% auf 56,70 CHF). Die UBS hat hier ihr Kursziel auf 55,00 von 57,50 CHF gesenkt, dies bei unveränderter Einstufung "Neutral". Vor dem Hintergrund weniger optimistischer Erwartungen für die Schwellenländer habe er seine Schätzungen für den Zementhersteller gesenkt, meinte der zuständige Analyst. In ähnlicher Grössenordnung büssen auch UBS, Dufry und Aryzta ein - allerdings nachrichtenlos.

Ein klares Minus verzeichnen auch Roche GS (-0,6%). Erneut hat ein Finanzinstitut die Papiere des Basler Pharmakonzerns zurückgestuft. Dieses Mal sind es die Analysten der Credit Suisse, die den Genussschein auf 'Neutral' und das Kursziel auf 260 von 300 CHF gesenkt haben. Mit dem Markteintritt der Biosimilars für Rituxan und Herceptin verschlechtere sich die strategische Positionierung von Roche, heisst es unter anderem zur Begründung. Der erwartete Preisdruck und die höheren Marketingausgaben dürften ausserdem die mittelfristigen Margenaussichten belasten. Roche wird am Donnerstag seine Umsatzzahlen für die Periode Juli bis September veröffentlichen.

Zu leichten Gewinnmitnahmen kommt es auch bei Nestlé (-0,2%). Die Papiere des weltgrössten Nahrungsmittel-Herstellers stehen allerdings seit dem Investoren-Tag Ende September im Aufwind und hatten in der vergangenen Woche erneut 2,4% zugelegt. Auch Unternehmensnews könnten bald folgen. Der US-Konzern Hershey ist offenbar am US-Süsswarengeschäft von Nestlé interessiert. Die Westschweizer wären bekanntlich bereit, diesen Bereich, der gemäss Analysten einen Wert von 2 bis 2,5 Mrd USD haben soll, zu verkaufen. Nestlé wird am Donnerstag Quartalsinformationen publizieren.

Etwas aufwärts geht es für Swatch (+0,6% auf 394,20 CHF) und Richemont (+0,1% auf 89,50 CHF). Hier hat die US-Investmentbank Goldman Sachs im Rahmen einer Branchenstudie jeweils das Kursziel erhöht, allerdings lediglich in den Bereich der aktuellen Werte. Für die Luxusgüter-Branche insgesamt rechnen die Analysten mit einer Fortsetzung der Normalisierung.

Die grössten Gewinne bei den Top-30-Werten gehen an Vifor (+0,8%) und Logitech (+0,6%). Sonova (+0,2%) legen im Vorfeld des Investorentages am Dienstag leicht zu.

Im breiten Markt stossen Leclanché (+5,2%) auf positives Interesse. Der Batteriehersteller hat am späten Freitagabend noch seine Halbjahreszahlen nachgeliefert. Gesucht sind auch Evolva (+3,0%) oder Orascom (+2,4%), während Rothschild (-3,1%), AMS (-2,8%) oder Meyer Burger (-2,1%) zur Schwäche neigen.

uh/ys

(AWP)