Aktien Schweiz Eröffnung: Leichtes Plus - SMI knapp unter 9'200 Punkten

Der Schweizer Aktienmarkt hat die Sitzung am Montag etwas fester gestartet. Die Freude über gut ausgefallene US-Jobdaten vom Freitag halle zu Beginn der neuen Woche nach, heisst es. An der Wall Street hatte der Dow Jones Industrial sein Rekordrally nach dem Arbeitsmarktbericht der Regierung fortgesetzt, nachdem die Beschäftigung im Juli stärker gestiegen war als erwartet. Die Arbeitslosigkeit fiel auf den tiefsten Stand seit 16 Jahren. Auch die meisten asiatischen Börsen reagierten am Morgen positiv darauf, dass in den USA der Wirtschaftsmotor rund läuft.
07.08.2017 10:15

Dieser Optimismus habe sich auch auf die Rohstoffmärkte übertragen - mit steigenden Notierungen etwa am Rohölmarkt, kommentiert ein Marktbeobachter am Montag. Weiterhin bewege die weltweite Berichtssaison die Aktienmärkte, aber wichtige Konjunkturdaten aus China und aus den USA könnten die neue Woche bestimmen, so der Experte.

Der Swiss Market Index (SMI) legt gegen 09.30 Uhr 0,22% auf 9'196,80 Punkte zu. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 0,15% auf 1'469,41 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,19% auf 10'469,25. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 19 im Plus, acht unverändert und drei im Minus.

In der vergangenen Woche legte der SMI insgesamt weiter kräftig zu und erreichte vor dem Wochenende gar ein neues Intraday-Jahreshoch bei 9'187,04 Punkten. So hoch notierte er zuletzt vor zwei Jahren. Mit ein Grund war auch die Frankenschwäche. Der EUR/CHF-Kurs stieg im Laufe der Woche über die Marke von 1,15 - erstmals seit Aufhebung des Mindestkurses im Januar 2015. Aktuell steht er bei 1,148 CHF.

Derweil ist es von Unternehmensseite zu Wochenbeginn sehr ruhig. Erst am Dienstag nimmt die Berichtssaison wieder deutlich Fahrt auf, wobei diese sich in dieser Woche auf Dienstag, Donnerstag und Freitag konzentriert. Von den Blue Chips legen Vifor (unv.), Adecco (+0,1%) und Zurich (+0,2%) Zahlen vor.

Grösste Gewinner sind aktuell Clariant (+0,7%). Nachdem Huntsman-CEO Peter Huntsman zuletzt verschiedene Interviews gab mit zuversichtlichen Tönen bezüglich der Fusion mit Clariant, erhielt diese nun auch Rückendeckung vom Hedgefonds Atlantic Investment Management, einem der wichtigen Investoren beider Konzerne. Er halte den Zusammenschluss für sinnvoll, sagte Alex Roepers, der den Fonds managt, im Interview mit Reuters.

Zulegen können zudem noch Lonza (+0,6%), Julius Bär (+0,5%), Geberit (+0,4%) und LafargeHolcim (+0,4%). Dabei gehörte Lonza mit Swiss Re zu den einzigen SMI-Verlierern der Vorwoche, während LafargeHolcim, Geberit und Julius Bär bereits da schon zu den grössten Gewinnern zählten. Speziell Geberit markiert derzeit laufend neue Allzeithöchststände, weil der Sanitärtechnikkonzern als stark auf Europa ausgerichtetes Unternehmen seit Tagen von der Schwäche des Frankens profitiert.

Novartis (+0,4%), Nestlé (+0,3%) und Roche (+0,2%) zeigen sich leicht fester. In der vergangenen Woche konnten alle drei Schwergewichte klar zulegen, wobei besonders Roche stark performte.

Kühne+Nagel (+0,1%) sind wenig bewegt. Im Interview mit der "Sonntagszeitung" sagte Klaus-Michael Kühne, Mehrheitseigentümer und Ehrenpräsident, in der Logistik werde sich technologisch vieles ändern, wenn 10 bis 20% der Herstellung in den nächsten Jahren in der Industrie durch den 3D-Druck ersetzt würden. "Das wird zu Einbussen im Transportgeschäft auch bei uns führen." Um Ausgleich zu schaffen, werde jedoch seit einigen Jahren das Geschäft in der Pharmaindustrie und bei verderblichen Waren ausgebaut.

Die aktuell grössten Einbüssen unter den SMI/SLI-Titeln verzeichnen UBS (-0,5%), während Credit Suisse unverändert tendieren. Für Banken wird der Brexit teuer, meldete die "Sonntagszeitung" unter Berufung auf eine Studie. So rechnet das Beratungsunternehmen Oliver Wyman durch die notwendige Kapitalisierung neuer europäischer Rechtseinheiten mit Kosten bis zu 50 Mrd USD für den Sektor.

Die US-Banken seien zwar am stärksten betroffen, da sie bisher ihr Europageschäft von London aus betrieben haben, aber auch UBS und CS kämen nicht ungeschoren davon. Sie müssten vermehrt ihre Investmentbanking-Aktivitäten in den Euroraum verschieben, hiess es.

ys/rw

(AWP)