Aktien Schweiz Eröffnung: Leichtes Plus - Swatch schwächer

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Freitag mit einem kleinen Plus gestartet. Dabei sind vor allem die schwergewichtigen Novartis eine Stütze. Stark gesucht sind Swiss Re und Lonza. Zu den Verlieren gehören nach Zahlen Swatch und erneut ABB. Die Vorgaben von den wichtigsten Überseebörsen sind wenig berauschend. Makroseitig ist im weiteren Handelsverlauf kaum mit Impulsen zu rechnen, die Agenda ist diesbezüglich leer.
21.07.2017 10:15

Die Stimmung wird im Handel als angespannt beschrieben. Die Äusserungen von EZB-Chef Mario Draghi vom Vortag hätten nicht gereicht, um die Investoren mit Blick auf eine eventuelle leichte geldpolitische Straffung zu beruhigen, hiess es. Zudem würden Berichte über eine Ausweitung der Russland-Untersuchungen von Sonderermittler Robert Mueller gegen die Trump-Regierung für eine gewisse Nervosität sorgen.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 09.30 Uhr um 0,04% im Plus auf 9'031,20 Punkte und hat damit seit dem Start etwas eingebüsst. Auf Wochensicht resultiert eine stabile Entwicklung. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 0,05% auf 1'432,87 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,01% auf 10'286,27. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 14 im Plus, elf im Minus und fünf unverändert.

Unter Beobachtung stehen nach Zahlenvorlage Swatch, die 0,2% verlieren und damit die Verluste aus der Eröffnungsphase deutlich eingrenzen. Der Uhrenhersteller hat mit einem stabilen Umsatz die Gewinnzahlen zwar verbessert. Die Markterwartungen wurden allerdings auf allen Stufen der Erfolgsrechnung verfehlt. In ersten Analystenkommentaren wird allerdings auf einen positiven Ausblick verwiesen. Am Vortag war der Titel nach erfreulichen Exportzahlen der Schweizer Uhrenindustrie noch um 1,1% gestiegen. Die Titel der Branchennachbarin Richemont werden von den Zahlen nicht tangiert und notieren unverändert.

Die grössten Verluste verzeichnen nachrichtenlos Dufry mit -1,6%. Bereits am Vortag hatte der Titel des Reisedetailhändlers klar an Terrain eingebüsst. Im Handel wird auf Gewinnmitnahmen spekuliert nach der starken Kursentwicklung seit Jahresbeginn. Zudem würden sich die Übernahme-Phantasien durch HNA verflüchtigen.

Klar unter Druck sind auch ABB mit -1,3%, die bereits am Vortag nach einer Zahlenenttäuschung fasst 3% nachgegeben hatten. Morgan Stanley stufte nun die Aktie in der Folge auf "Equal Weight" von "Overweight" zurück. Die Titel hätten bislang einen guten Lauf in diesem Jahr gehabt, heisst es. Nennenswerte Verluste verzeichnen noch Schindler mit -0,5%.

Bei den Gewinnern führen Swiss Re zusammen mit Lonza (je +1,2%) das Feld an. Die Aktie des Rückversicherers profitiert von einer Wiederaufnahme durch Morgan Stanley, welche auf "Overweight" plädieren. Die Lancierung eines Aktienrückkaufprogramms sei ein positiver Treiber, heisst es. Lonza sind seit Februar im Steigflug und eilen von Rekordhoch zu Rekordhoch. Kommenden Mittwoch wird sich zeigen, ob die Zuversicht der Investoren berichtigt ist. Dann wird der Spezialchemiekonzern sein Zwischenergebnis vorlegen.

Positiv ins Auge stechen auch Vifor mit +0,8%. Das Pharmaunternehmen hat von der EU-Kommission die Zulassung für den Kaliumbinder Veltassa erhalten. Überraschend ist die Zulassung allerdings nicht, nachdem ein vorberatender Ausschuss die Zulassung des Mittels im Mai empfohlen hatte.

Auch die Pharmawerte Novartis (+0,4) legen zu und sind damit eine grosse Stütze. Der Konzern hatte mit den am Dienstag veröffentlichten Quartalszahlen die Investoren deutlich beruhigt. Die beiden anderen Schwergewichte Roche (unv.) und Nestlé (-0,1%) treten derweil auf der Stelle.

Am breiten Markt kann das Börsendebut von Landis+Gyr nicht voll überzeugen. Die Aktien notieren mit 77,70 CHF unter dem Ausgabepreis von 78 CHF. Der erste Kurs kam bei 79 CHF zu Stande.

Ein regelrechter Einbruch ist bei der Ypsomed-Aktien zu sehen (-27%). Die Medtechfirma meldete den Verlust des wichtigen Insulet-Geschäfts, da die Vertriebsvereinbarung mit dem Partner nicht verlängert wurde. Bergab geht es auch für SFS (-5,0%). Der Industriekonzern hat sich gegenüber dem Vorjahr zwar gesteigert, die Markterwartungen bei den Ergebniszahlen aber dennoch verfehlt. Im Blick sind auch Forbo (-2,2%) nach einem Rücksteller des Konzerns über 85 Mio CHF wegen eines Kartellverfahrens in Frankreich.

cp/ra

(AWP)