Aktien Schweiz Eröffnung: Moderat im Plus - Berichtssaison in voller Fahrt

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Donnerstag mit moderaten Kursgewinnen in den neuen Handelstag gestartet. Positive Vorgaben haben die US-Börsen geliefert, die nach Börsenschluss in Europa noch etwas weiter zulegten und auch die asiatischen Börsen schlossen positiv. An den Finanzmärkten steht die am Nachmittag anstehende EZB-Zinsentscheidung im Zentrum. In der Nacht auf Donnerstag hatte bereits die japanische Notenbank bekanntgegeben, an ihrer lockereren Geldpolitik festzuhalten.
20.07.2017 10:15

Im Euroraum rechnet zwar niemand mit einer Veränderung der Leitzinsen durch die EZB. Allerdings werde auf der anschliessenden Pressekonferenz wohl "jedes Wort von Mario Draghi auf die Goldwaage gelegt werden", wie es ein Händler ausdrückte. Dabei dürfte auf jede Änderung des Tonfalls bezüglich des Anleihenkaufprogramms geachtet werden. Die Berichtssaison zum ersten Semester befindet sich mit einer Vielzahl von Abschlüssen, darunter von zwei SMI-Titeln, in voller Fahrt.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 09.30 Uhr um 0,37% im Plus auf 9'057,85 Punkte. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 0,30% auf 1'437,13 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) steigt um 0,31% auf 10'309,67. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 24 im Plus, fünf im Minus und einer (Sika) unverändert.

Im Zentrum stehen die Titel des Technologiekonzerns ABB (-2,6%), der mit seinen Zahlen zum zweiten Quartal die Anleger enttäuscht hat. Mit Ausnahme des Auftragseingangs blieben die Ergebnisse hinter den durchschnittlichen Erwartungen der Analysten zurück, entsprechend klingen die ersten Kommentare wenig erfreut. Bemängelt wird nicht zuletzt die gesunkene EBITA-Marge, die klar unter dem Konsens ausgefallen war. 2017 dürfte für ABB ein "Übergangsjahr" werden, kommentierte ein Händler.

Die Titel des Aromen- und Riechstoffherstellers Givaudan (-0,4%) sind nach freundlichem Auftakt ins Minus gedreht. Das Ergebnis für das erste Semester 2017 zeige insgesamt ein gemischtes Bild, heisst es etwa bei der ZKB. Das Genfer Unternehmen hat einen Umsatz am unteren Ende der Erwartungen ausgewiesen, bei Betriebs- und Reingewinn hat es allerdings den Analystenkonsens übertroffen.

Die deutlichsten Gewinne im SMI gibt es derweil für LafargeHolcim (+1,4), für welche die Analysten von Bernstein ihr "Outperform"-Rating bei angehobenem Kursziel bestätigt haben. Die Uhrenwerte Swatch (+0,7%) und Richemont (+0,4%) werden derweil von guten Uhrenexportzahlen für den Juni gestützt. Nach einem schwachen Jahresstart haben die Exporte nun auf das erste Halbjahr summiert bereits wieder den Vorjahreswert erreicht.

Kursgewinne gibt es auch für Clariant (+0,8%). Die oppositionellen Aktionäre um die "White Tale" haben am Morgen den Ausbau ihrer Anteile auf über 10% vermeldet. Die Investoren kritisieren den vorgesehenen Zusammenschluss mit dem US-Konzern Huntsman und fordern, dass sich Clariant nach Alternativen umsehen soll.

Gestützt werden die Indizes zudem von den festen Roche (+0,9%), für die Goldman Sachs das "Buy"-Rating bekräftigt hat. Klar fester notieren auch die schwergewichtigen Nestlé (+0,7%), während Novartis (+0,1%) nach den Kursgewinnen der vergangenen Tage etwas moderater zulegen.

Abschläge gibt es auch für Adecco (-0,1% oder -0,10 CHF) - die Titel des Personalvermittlers werden allerdings ohne eine Ausschüttung von 0,90 CHF je Titel gehandelt. Abgaben erleiden auch die am Vortag noch festen Kühne+Nagel (-0,7%) sowie Dufry (-1,4%).

Auch im breiten Markt hat eine Reihe von Unternehmen Quartalszahlen vorgelegt. Deutlich zulegen können die Aktien des Banksoftware-Anbieters Temenos (+3,4%). Dieser hat im zweiten Quartal deutlich mehr umgesetzt und verdient und damit auch die Erwartungen der Analysten übertroffen. Erfreut zeigen sich die Anleger über die Rückkehr in die Gewinnzone des Finanzdienstleisters Leonteq (7,3%), auch der Abgang von Präsident Pierin Vincenz scheint die Laune nicht zu trüben.

Mit Abschlägen werden dagegen die Ergebnisse des Logistikkonzerns Panalpina (-4,4%) aufgenommen, der die Markterwartungen auf fast auf allen Stufen verfehlt. Abgaben erleiden auch die Titel des Textilmaschinenherstellers Rieter (-5,5) nach Halbjahresergebnissen.

Gute Nachrichten kann zudem das Pharmaunternehmen Basilea (+1,0%) mit den Abschluss einer Lizenzvereinbarung mit dem US-Konzern Pfizer vermelden. Das kriselnde Solarunternehmen Meyer Burger (+4,2%) kann zudem mit einem neuen Auftrag punkten.

tp/ra

(AWP)