Aktien Schweiz Eröffnung: Moderate Verluste - Pharma-Schwergewichte stützen ab

Der Schweizer Aktienmarkt knüpft am Mittwoch mit moderaten Verlusten an seine Vortagestendenz an. Die Stimmung sei zwar nicht schlecht, dennoch hielten sich Investoren zunächst zurück, heisst es im Handel. Die Vorgaben aus Übersee helfen nur bedingt bei der Orientierung, da die Wall Street sich am Dienstag im späten Handel eher seitwärts bewegt hatte. In Asien schüttelten die Märkte dagegen die Abstufung Chinas durch die Ratingagentur Moody's schnell ab.
24.05.2017 10:13

Generell habe der Markt zwar die Unsicherheit angesichts der politischen Kapriolen in den USA etwas verdaut, von Entwarnung zu sprechen, wäre allerdings verfrüht. Vielmehr seien Investoren in einer Art Lauerstellung. Mit Blick auf Konjunkturdaten fokussierten sich Investoren derzeit bevorzugt auf die positiven Aspekte, wie die Reaktion auf die Abstufung Chinas an diesem Morgen ebenso wie auf die eher schwachen US-Daten am Vortag zeige. Mit Spannung warte der Markt vor allem auf das Sitzungsprotokoll der US-Notenbank Fed an diesem Abend. Börsianer erhoffen sich Aufschluss über die weitere Marschrichtung der Währungshüter an der Zinsfront.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 09.30 Uhr 0,18% tiefer bei 9'045,09 Punkte ein. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,26% auf 1'424,79 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,15% auf 10'273,05. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 20 im Minus, acht im Plus und ABB und Kühne+Nagel sind unverändert.

Besonders deutlich geht es zunächst für die Aktien des Arbeitsvermittlers Adecco (-3,1%) abwärts. Eine Abstufung durch die Credit Suisse um zwei Stufen auf "Underperform" belastet. Die negativen Auswirkungen der Automatisierung würden unterschätzt, schreiben die Experten. Auch die demographische Entwicklung sei für die Personalvermittler unvorteilhaft.

Mit einem Verlust von 2,1% folgen die Anteilsscheine von Clariant dichtauf. Die Kursgewinne, die der Spezialchemiekonzern bei Bekanntgabe der Fusion mit der texanischen Huntsman Anfang der Woche gemacht hatte, sind somit weggeschmolzen. Analysten haben zuletzt die Frage aufgeworfen, ob Clariant sich durch diesen Schritt vor einer feindlichen Übernahme schützen will. Die geschäftlichen Berührungspunkte seien für einen Merger jedenfalls eher gering, heisst es vielerorts.

Die Anteilsscheine der Credit Suisse (-0,6%) knüpfen ebenfalls an den schwachen Vortagestrend an. Sie sind im Zuge der angelaufenen Kapitalerhöhung am Dienstag erstmals ohne Bezugsrecht gehandelt worden. Dieses wird aktuell am Markt mit 0,46 CHF bewertet.

Darüber hinaus fallen noch die Aktien von Aryzta (-1,3%) erneut mit einem deutlicheren Verlust auf. Auch sie setzen damit den schwachen Vortagestrend weiter fort. Es folgen Nestlé, SGS und Swisscom (alle -0,5%).

Die beiden Pharmaschwergewichte Novartis und Roche (beide +0,2%) stützen den Markt derweil etwas nach unten ab. Am deutlichsten legen im frühen Handel aber die Aktien von Richemont (+0,3%) zu. In einem aktuellen Kommentar zu den jüngsten Exportdaten der Schweizer Uhrenindustrie betonen die Experten von Vontobel, dass vor allem Uhren im günstigen Preissegment deutlich schlechter abgeschnitten hatten.

Am breiten Markt zeigen sich die Aktien von Ypsomed (-9,9%) nach Zahlen und einem als enttäuschend eingestuften Ausblick stark bewegt. Der Titel war die Wochen zuvor noch gut gelaufen und hatte am Vortag ein Mehrjahreshoch erklommen.

Deutlich zulegen können dagegen die Anteilsscheine des Telemedizin-Anbieters Lifewatch (+3,0%), nachdem die US-Gesellschaft Biotelemetry die Übernahmeofferte etwas nachgebessert hat.

Sunrise-Aktien (+1,9%) stechen ebenfalls positiv hervor. Der Telekomanbieter verkauft seine Sendemasten mit einem Wert von 500 Mio CHF an ein Konsortium unter der Führung der spanischen Firma Cellnex. Ausserdem winkt den Aktionären für 2017 eine höhere Dividende und die Ausschüttungspolitik wird angepasst. Bei Vontobel werden die Schritte positiv gesehen. Das Unternehmen entschlacke die Bilanz und die Dividendenpolitik sollte am Markt Gefallen finden.

hr/cp

(AWP)