Aktien Schweiz Eröffnung: Nach freundlichem Start rasch ins Minus gedreht

Der Schweizer Aktienmarkt ist nach dem verhaltenen Abschluss der Karwoche zu Beginn der neuen verkürzten Handelswoche fester in die Sitzung gestartet, hat aber unmittelbar nach der Eröffnung in die Verlustzone gedreht. Damit kann der SMI die guten Vorgaben nicht nutzen: Trotz der Nervosität wegen der angespannten Lage um Nordkorea und der Annahme des Präsidialsystems in der Türkei haben die US-Aktien am Ostermontag klar zugelegt und auch die Vorgaben aus Japan vom Dienstag sind ebenfalls positiv. Im Fokus stehen derzeit Credit Suisse nach dem Teil-Lohnverzicht der Führungsetage sowie GAM im Streit um die Neubesetzung des Verwaltungsrats mit verschiedenen Aktionären.
18.04.2017 10:15

Gestützt wird das Sentiment von guten Konjunkturdaten aus China, wo die Wirtschaft im ersten Quartal stärker als erwartet gewachsen ist. Die Konjunkturlage präsentiere sich derzeit zwar global gesehen anhaltend vorteilhaft, heisst es denn auch in einem Kommentar der Zürcher Kantonalbank. Nach den kräftigen Gewinnen im Anschluss an die Wahl Trumps sei aber seit Ende Februar eine gewisse Zurückhaltung bei den Investoren festzustellen. Zudem mahne auch die Saisonalität unter dem Stichwort "Sell in May" zu Vorsicht. Als weiteren Hemmfaktor macht die ZKB die anstehenden Wahlen in Frankreich aus, sie prognostiziert diesbezüglich aber gleichzeitig einen für die Finanzmärkte glimpflichen Ausgang.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 09.30 Uhr 0,17% tiefer bei 8'613,07 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt 0,21% auf 1'371,86 Punkte nach und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,13% auf 9'692,92 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren zwei Drittel im Minus.

Im Fokus stehen zu Wochenbeginn Credit Suisse, welche mit einem Minus von 0,8% zu den schwächsten Aktien gehören. Nachdem die Bank am Karfreitag einen freiwilligen Verzicht der Konzernleitung auf Teile der Vergütung bekanntgegeben und sich VR-Präsident Urs Rohner dazu erklärt hatte, hat sie am Dienstag nun bereits die angepassten Vergütungstraktanden für die anstehende Generalversammlung publiziert. Ob der Vergütungsbericht an der GV angenommen wird, scheint aber noch immer ungewiss. Zumindest der US-Aktionärsvertreter Glass Lewis lehnt diesen noch immer ab. Am Markt beschäftigt allerdings eher die Kapitalsituation der Grossbank und was dahingehend geplant ist. Die Bank Vontobel beispielsweise verweist darauf, dass diese Frage noch immer offen sei.

Nicht viel besser als CS halten sich UBS (-0,7%). Die Grossbankentitel stehen zusätzlich unter Beobachtung, weil am Nachmittag die Bank of America und Goldman Sachs Angaben zum ersten Quartal machen werden. Julius Bär (-2,2%; -1,06 CHF) führen die Verliererliste lediglich wegen des Abgangs der Dividende im Umfang von 1,20 CHF an.

ABB büssen ebenfalls 0,7% ein, dies im Vorfeld der Quartalszahlen vom kommenden und im Nachgang zur GV vom vergangenen Donnerstag, wo eine überraschend hohe Zahl von Aktionären den Vergütungsbericht und die Entlastung des Verwaltungsrats abgelehnt hatte.

Ansonsten liegen die Verluste der Bluechips durchs Band bei unter 0,5%. Die grössten Gewinne verzeichnen derzeit Bâloise (+0,6%) und Schindler (+0,4%).

Von den Pharmawerten halten sich Roche (+0,2%) unter anderem nach positiven Nachrichten zum Immun-Therapeutikum Tecentriq knapp im Plus, wogegen Novartis (-0,2%) - ebenfalls nach verschiedenen Produktenews - knapp im Minus liegen.

Im breiten Markt sind GAM im Gespräch, wobei sich die Aktien mit einem Plus von 0,4% nicht gross bewegen. Der Vermögensverwalter hat für das erste Quartal einen Netto-Neugeldzufluss ausgewiesen und auch die Höhe der verwalteten Vermögen gesteigert. Der Verwaltungsrat von GAM befindet sich bekanntlich im Vorfeld der Generalversammlung im Streit mit dem Investor RBR, zeigt sich in der heutigen Mitteilung aber überzeugt von der Richtigkeit seiner Strategie. Nach dem Teillohnverzicht bei der Credit Suisse wird indes nun auch bei GAM die Vergütungsstruktur überprüft.

Von Roll (+9,5%) setzen den Höhenflug der vergangenen Woche ungebremst fort, dies nach einer positiven Erwähnung in einem Börsenkommentar in der Wochenendpresse.

cf/tp

(AWP)