Aktien Schweiz Eröffnung: Rekordjagd wird fortgesetzt - Swiss Re stark

Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Donnerstag mit festeren Kursen eröffnet. Dabei hat der SMI die Marke von 8'900 Punkten geknackt, welche am Vortag noch knapp verpasst wurde. Zuletzt hatte der hiesige Leitindex im Dezember 2015 auf diesem Niveau gelegen. Prägend für die aktuelle Börsenstimmung ist das Ergebnis der jüngsten Sitzung der US-Notenbank. Diese hat zwar wie erwartet die Zinsen unverändert belassen, gespannt waren die Marktakteure aber vor allem auf weiterführende Kommentare hinsichtlich einer eventuellen weiteren Zinserhöhung im Juni.
04.05.2017 10:15

Denn die überraschend schwachen Daten zum US-BIP im ersten Quartal in der Vorwoche hatten Sorgen um die Robustheit der amerikanischen Konjunktur aufkommen lassen. Das Fed sieht dies allerdings lediglich als kleine Delle. Insgesamt bleibt die Tür für eine weitere Zinserhöhung im Juni offen. Mit Blick auf den am Wochenende anstehenden entscheidenden Wahlgang in Frankreich steigt die Spannung merklich. Am Vorabend fand die letzte TV-Debatte zwischen den beiden Kontrahenten statt, die zwar keine neuen Erkenntnisse, dafür aber wüste Beschimpfungen zwischen Le Pen und Macron brachte. Gemäss Umfrage schnitt Macron insgesamt vorteilhafter ab und verzeichnet nach wie vor einen Vorsprung in der Wählergunst.

Der Swiss Market Index (SMI) legt bis um 09.30 Uhr 0,50% auf 8'935,93 Punkte zu. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 0,47% auf 1'427,71 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,41% auf 10'114,63 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren bis auf fünf alle im Plus.

Swiss Re (+1,8%) führen die Tabelle nach Quartalsangaben klar an. Trotz hoher Kosten im Zusammenhang mit dem Zyklon "Debbie" fällt das Quartalsergebnis überraschend solide aus. Weder die gebuchten Bruttoprämien, noch der Reingewinn sind beim Rückversicherungskonzern im befürchteten Ausmass rückläufig. In ersten Kommentaren zeigen sich Analysten vom geringeren Rückgang bei den gebuchten Bruttoprämien überrascht. Die Prämienentwicklung sei weniger stark gefallen, als dies die Aussagen zur Januar-Erneuerungsrunde hätten vermuten lassen, so heisst es. Auch beim Combined Ratio im Sachrückversicherungsgeschäft war man in Expertenkreisen von einem stärkeren Anstieg ausgegangen.

Im Sog von Swiss Re verteuern sich auch Swiss Life (+1,2%) merklich, wogegen Zurich (+0,8%) und Bâloise (+0,4%) etwas hinterherhinken.

Gut gesucht sind weiter Credit Suisse (+1,4%). Die Bank hat am Vortag eine Einigung mit den US-Behörden im Rechtsstreit um faule Hypothekenpapiere erzielt. Die Vergleichssumme von 400 Mio USD war per Ende des ersten Quartals durch Rückstellungen abgedeckt gewesen, allerdings musste die Bank wegen dieses Falls den Gewinn für das Gesamtjahr 2016 nach unten revidieren. Am Berichtstag hat nun die CS den Geschäftsbericht für das erste Quartal publiziert. Aus diesem geht hervor, dass die Rückstellungen für Rechtsrisiken erneut angehoben werden mussten.

UBS (+0,2%) fallen im Vergleich dazu klar ab. Die Aktionärsvereinigung Actares hat im Vorfeld der für den heutigen Donnerstag anberaumten GV die Vergütungen und Boni bei der Grossbank kritisiert.

Weit vorne sind zudem Galenica (Vifor Pharma; +1,1%), Adecco (+0,8%) oder LafargeHolcim (+1,2%) zu finden. Letztere haben am Vortag noch 2,3% nachgegeben und zeigen damit eine leichte Erholung. Die Aktionäre haben an der GV vom Vortag der Führung des Zementherstellers einen Denkzettel verpasst. Statt sich für das erfreuliche Quartalsergebnis feiern zu lassen, musste der VR zu Kidnapping und Strafverfahren Stellung nehmen und wurde nur knapp entlastet. Im Anschluss an die Zahlen vom Vortag haben zudem Institute wie S&P oder Barclays ihre Kursziele leicht gesenkt.

Richemont fallen mit einem Plus von 0,7% im vorderen Mittelfeld nicht weiter auf. Die Richemont-Beteiligung Yoox Net-a-Porter hat am Vorabend steigende Umsätze im ersten Quartal publiziert.

Auf der Gegenseite verzeichnen die beiden Chemie-Aktien Lonza (-1,1%) und Clariant (-0,4%) die grössten Verluste.

Im breiten Markt fallen Evolva mit einem guten Plus von 3,7% auf, nachdem das Unternehmen zwei Verträge für den Vertrieb von Veri-te in Europa mit den Unternehmen Breko und Natural abgeschlossen hat.

Nach Quartalszahlen büssen dagegen Molecular Partners 1,5% ein.

cf/

(AWP)