Aktien Schweiz Eröffnung: SMI auf Jahreshoch

Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Dienstag mit leicht festeren Kursen eröffnet. Damit kann der SMI das neue Jahreshoch vom Vortag bei über 9'240 Punkten noch überbieten. Auch an der Wall Street hatten die wichtigsten Indizes zu Quartalsbeginn neue Rekordhöhen erreicht. Der Dow Jones Industrial übersprang am Montag erstmals in seiner Geschichte die Marke von 22'500 Punkten. "Am ersten Handelstag des neuen Quartals fand die Kauflaune aus dem September eine Fortsetzung", kommentiert ein Analyst am Dienstag.
03.10.2017 10:15

Auch Asien präsentierte sich stark, wobei allerdings einige Börsen wegen Feiertagen geschlossen sind. Am Markt wird von einer unverändert positiven Stimmung gesprochen. Analysten weisen zudem darauf hin, dass das letzte Jahresviertel traditionell das stärkste an der Börse sei. In Deutschland wird derweil der Tag der Deutschen Einheit gefeiert, weshalb die Börse dort ebenfalls geschlossen ist.

Der Swiss Market Index (SMI) steht gegen 9.30 Uhr 0,07% höher bei 9'248,62 Punkten. Der 30 Aktien umfassende und noch stärker gekappte Swiss Leader Index (SLI) legt 0,20% zu auf 1'484,91 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,10% auf 10'551,15 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 22 im Plus, sechs im Minus und zwei unverändert.

Deutliche Ausreisser nach oben sind unter den Blue Chips Sonova (+2,5%), nachdem die Deutsche Bank die Aktie mit "Buy" wieder aufgenommen hat. Der zuständige Analyst sieht in dem Hörsystem-Spezialisten einen gut geführten Branchenführer, der Synergien in der Forschung und Entwicklung, im Vertrieb und in der der Infrastruktur maximieren könne. Das Management habe kurzfristig Mühen hingenommen, um längerfristige Gewinne zu erzielen.

Fester tendieren zudem auch die Bankenwerte Julius Bär (+0,9%), UBS und CS (je +0,5%), nachdem sie sich am Vortag nach dem Referendum über die Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien weniger gut entwickelt haben. Bankenwerte reagieren für gewöhnlich sensibel auf politische Unsicherheiten und eine mögliche Schwächung von Ländern der Eurozone. Im September waren alle drei Titel gut gelaufen. Bär markierten im frühen Handel ein neues Jahreshoch bei 57,85 CHF, CS taten dies am Montag bei 15,54 CHF.

Adecco (-0,9%) verlieren hingegen nach der Ankündigung einer Akquisition. Der Personalvermittler übernimmt den US-Branchennachbarn Mullin International. Die 1980 gegründete Gesellschaft sei eine der grössten in Privatbesitz befindenden Karriere-Entwicklungs-Unternehmen der Welt, hiess es. Allerdings wurden weder zu den Konditionen der Transaktion noch zum Umsatz Angaben gemacht. Die Aktie hatte am Vortag kräftig zugelegt.

Noch deutlicher geben Aryzta (-1,1%) ab. Baader Helvea senkte das Kursziel und bestätigte das Rating "Hold". Die erheblichen kurzfristigen Risiken und mittelfristige Unsicherheiten würden keine Kaufempfehlung erlauben, so das Fazit.

Die drei Schwergewichte Roche (-0,5%), Novartis, Nestlé (je +0,1%) tendieren im frühen Handel uneinheitlich, nachdem sie den Markt am Vortag mit deutlichen Gewinnen kräftig gestützt haben. Für Nestlé bekräftigte RBC die Kaufempfehlung. Der neue CEO scheine eine relativ strikte Haltung gegenüber einer engeren Kostenkontrolle zu haben, heisst es. Nachdem der Ankündigung, das US-Süsswarengeschäft strategischen zu überprüfen und dem geplanten Aktienrückkauf wandle sich die Hoffnung auf einen aktiveren Ansatz zur Kapitalallokation wandle sich in eine Erwartung.

Randnotiz: Der Pharmakonzern Roche lanciert Cloud-basierte Software-Lösungen für die Behandlung von Krebspatienten. Die Rückmeldungen von Pilot-Projekten in der EU und den USA untermauere die Wirksamkeit und Effizienz dieses neuen Tools, hiess es dazu.

Am breiten Markt profitieren Addex (+14% auf 2,25 CHF) und Santhera (+3,6%) ordentlich von erfreulichen Unternehmensnews. Das Biotechunternehmen Addex erhält Forschungsgelder vom US-Institut für Drogenmissbrauch für Studien zur Behandlung von Kokain-Abhängigkeit. Und Santhera stellt positive Daten aus der Phase-III-Studie mit Raxone zur Behandlung einer muskulären Erbkrankheit vor.

Auf der Gegenseite finden sich hingegen etwa Lindt&Sprüngli (PS -0,5%) und Molecular Partners (-0,2%) - beide Unternehmen vermeldeten Personalien. So ersetzt bei Lindt&Sprüngli etwa Marco Peter per Anfang 2018 Schweiz-Chef Kamillo Kitzmantel, weil letzterer in den Ruhestand geht.

ys/cp

(AWP)