Aktien Schweiz Eröffnung: SMI beginnt zweites Halbjahr mit Gewinnen

Der Schweizer Aktienmarkt knüpft mit dem Start ins zweite Semester 2017 an den Trend der ersten sechs Monate an und legt zu. Neben freundlichen Vorgaben aus Übersee helfen erneut starke Bankaktien dem Leitindex SMI nach oben. Die 9'000-Punkte-Marke rückt damit wieder in Sichtweite. Vor allem Stimmungsindikatoren aus Asien stützen zum Wochenstart.
03.07.2017 10:12

In China ist die Stimmung bei kleineren und privaten Industriebetrieben besser als erwartet, wie der vom Wirtschaftsmagazin "Caixin" ermittelte Stimmungsindikator zeigt. Er reiht sich damit in einer Folge freundlicher Stimmungsindikatoren ein. In Japan wiederum sind die Manager der Grossindustrie dank der guten Exportlage so optimistisch wie seit drei Jahren nicht mehr. Hierzulande steht vor allem der breite Markt mit zahlreichen Mitteilungen im Fokus, allen voran der Industriekonzern Schweiter.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 09.30 Uhr 0,58% höher bei 8'958,59 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 0,75% auf 1'414,72 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) steigt um 0,58% ein auf 10'186,93 Punkte. Die 30 wichtigsten Titeln verbuchen alle Kursaufschläge.

Zu den grössten Gewinnern zählen erneut die Anteilsscheine der beiden Grossbanken Credit Suisse (+1,7%) und UBS (+1,5%). Die beiden Aktien hatten in der Vorwoche gegen den insgesamt schwächeren Markttrend zulegen können. Sie profitierten von einer insgesamt guten Stimmung gegenüber dem Bankensektor. Davon profitieren auch die Aktien von Julius Bär (+1,3%) und auch Partners Group (+0,8%), die beide etwas stärker als der Gesamtmarkt zulegen.

Aus dem Handel heisst es, die Zuflüsse in die Branche könnten auch in dieser Woche anhalten. Zur Begründung wird auf die bevorstehenden Halbjahreszahlen verwiesen, von denen mehrheitlich positive Überraschungen erwartet werden.

Die Aktien von Dufry (+0,7%) geben innerhalb der ersten halben Handelsstunde einen Teil ihres anfänglichen Gewinns wieder zwar ab, steigen aber immer noch stärker als der Markt. Marktteilnehmer verweisen auf mögliche Bewegungen im chinesischen Duty-Free-Markt, die auch den Schweizer Konzern betreffen könnten.

Weitere Zykliker wie ABB (+1,0%) und LafargeHolcim (+0,9%) ziehen ebenfalls überdurchschnittlich an. Richemont (+0,4%) bewegen sich unterdessen nach dem angekündigten Verkauf Modelabels Shanghai Tang in etwa mit dem Markt.

Von den drei Schwergewichten bewegen sich Roche (+0,5%) und Novartis (+0,4%) ebenfalls in etwa mit dem Markt, während Nestlé (+0,1%) hinterherhinken. Gerade die beiden Pharmas hatten vor allem zum Wochenschluss den Gesamtmarkt tendenziell belastet. Bei Nestlé wiederum könnte bereits an diesem Montag der angekündigte Aktienrückkauf starten.

Im breiten Markt machten auf Nachrichtenseite vor allem die Industriekonzerne Schweiter (+1,9%) und Rieter (+3,2%) von sich reden. Schweiter trennt sich von seiner traditionellen Textilsparte SSM und expandiert gleichzeitig in Irland Athlone Extrusions für 48 Mio EUR hinzu. Abnehmer von SSM ist der Textilmaschinenbauer Rieter, der für diesen Zukauf über 120 Mio CHF ausgibt. Analysten etwa bei der ZKB sehen beide Transaktionen unter dem Strich als vorteilhaft.

Zulegen können noch die Papiere Arbonia (+1,7%) nach der Ankündigung, der Bauzulieferer wolle sich von weiteren Unternehmensteilen trennen.

Die deutlichsten Kurszuwächse verzeichnen aber die Aktien von Wisekey (+17,5%) und dem Neuling Idorsia (+7,7%). Idorsia setzt damit seinen extrem guten Lauf seit der Erstnotiz fort. Wie aus den aktuellen Veröffentlichungen zu erkennen ist, hat das Management weiter zugekauft. Wisekey hat derweil für das erste Semester 2017 ein starkes Wachstum gemeldet, getrieben von einer Akquisition.

hr/ra

(AWP)