Aktien Schweiz Eröffnung: SMI bleibt unter Druck - Vorgaben belasten

Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Mittwoch mit schwacher Tendenz eröffnet und setzt die am Vortag eingeleitete Abwärtsbewegung fort. Schwache Vorgaben aus den USA und insbesondere aus Asien haben den Weg für die europäischen Aktien vorgezeichnet. Die Anleger würden mit Blick auf die hohen Bewertungen wohl "kalte Füsse" bekommen und so sei ein Jahresendrally derzeit nicht in Sicht, ist aus dem Handel zu vernehmen. Hierzulande zieht derweil der Nahrungsmittelkonzern Nestlé mit einer Milliardenübernahme im Bereich Consumer Health die Aufmerksamkeit auf sich; die Grossbanken wegen der geplanten Steuerreform in den USA.
06.12.2017 10:15

Der Leitindex SMI hat nach einem guten Wochenauftakt, als bei 9'384 Punkten ein neues Jahreshöchst gesetzt wurde, deutlich an Schwung verloren und rutscht in Richtung der Marke von 9'200 Stellen. Die hohen Bewertungen an den Börsen weltweit würden den Anlegern zunehmend Sorgen bereiten, so ein Marktbeobachter. Dies habe sich bereits anhand des Ausverkaufs bei Technologiewerten in den vergangenen Tagen gezeigt. Zusätzlich befeuert wird die aktuelle Verunsicherung von stark sinkenden Preisen der Industriemetalle. Vor allem der Kupferpreis, das Metall gilt als Indikator für den Zustand der Weltwirtschaft, ist im US-Handel eingebrochen.

Der Swiss Market Index (SMI) verliert um 09.30 Uhr 0,48% auf 9'244,59 Punkte. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) büsst 0,63% auf 1'482,25 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,47% auf 10'596,17 Zähler ein. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 27 im Minus und nur drei verzeichnen ein Plus.

Unter den Blue Chips stehen Nestlé (+0,2%) nach der milliardenschweren Übernahme der kanadischen Atrium Innovations im Fokus. Die Übernahme stehe ganz im Zeichen der eingeschlagenen Strategie des neuen Nestlé-Chefs Mark Schneider, das Wachstumsfeld Consumer Health zu stärken, so ein Analyst. Der Kauf wird allgemein als "sinnvolle Übernahme" und als "intelligenter Schritt" gewürdigt, er sei aber nicht ganz billig, ist aus Analystenkreisen weiter zu vernehmen.

Im Gegensatz zu Nestlé werden Novartis (-1,2% auf 82,05 CHF) stark zurückgenommen. Merrill Lynch hat das Rating auf "Underperform" von zuvor "Neutral" abgestuft. Nach dem insgesamt guten Lauf seit August habe sich das Aufwärtspotenzial zum bestätigten Kursziel der Bank von 87 CHF klar verringert, so der Analyst. Am Dienstagabend wurde zudem bekannt, dass der Verwaltungsrat des auf Nuklearmedizin spezialisierten Unternehmens Advanced Accelerator Applications (AAA) das Kaufangebot in Höhe von 3,9 Mrd USD von Novartis zur Annahme empfohlen hat.

Roche büssen lediglich 0,1% ein. Die Tochter Genentech hat in den USA für das Krebsmittel Avastin eine weitere Zulassung erhalten. Das Medikament wurde neu vollständig für die Behandlung von erwachsenen Personen mit Glioblastom zugelassen, eine aggressive Form von Hirntumor.

Deutlichere Abgaben verzeichnen die Grossbanken Credit Suisse (-1,1%) und UBS (-0,9%). Zu reden gibt die in den USA geplante Steuerreform. Für die beiden Schweizer Banken würde dies bedeuten, dass sie Milliarden auf ihre Steuergutschriften in den USA abschreiben müssten. Swiss Re verlieren 1,0%. Dabei konnte der Rückversicherer in Grossbritannien das Geschäft mit geschlossenen Lebensversicherungen zur Abwicklung weiter ausbauen.

Bei Zyklikern wie Swatch Group (-1,2%), Schindler (PS: -1,1%) oder Adecco (-1,0%) kommt es zu Gewinnmitnahmen. Logitech rutschen gar um 2,7% ab, was mit den Nachwehen des Tech-Ausverkaufs zu tun haben dürfte. Auch die im laufenden Jahr am breiten Markt hoch gehandelten AMS (-3,7%) büssen klar an Wert ein. Steigende Kurse verzeichnen dagegen SGS (+0,2%) dank einer Ratingerhöhung.

Am breiten Markt kann Wisekey (+4,2%) mit einer Produktlancierung punkten. Das Cybersecurity-Unternehmen lanciert eine mechanische Uhr mit der man kontaktlos mit Kryptowährungen, etwa auch mit Bitcoin, bezahlen kann.

Derweil rechnet der Kolbenkompressorenhersteller Burckhardt Compression (Aktie: -0,3%) mittelfristig mit Wachstum und einer Verbesserung der Marge. Im Blick haben die Anleger auch die auf Schliesstechnik und Zugangssysteme spezialisierte Dormakaba (-1,9%). Im Vorfeld des Capital Markets Day wurden lediglich die Ziele bestätigt.

mk/ra

(AWP)