Aktien Schweiz Eröffnung: SMI erholt sich von den Abgaben der Vorwoche

Die Aktien an der Schweizer Börse sind am Montag gut in die neue Woche gestartet. Der Leitindex SMI ist sogleich über die Marke von 8'900 Punkten geklettert und hat die Avancen in der Folge weiter ausgebaut. Damit kann sich der Index von den klaren Verlusten der Vorwoche erholen. Mit Blick auf die schwelende Nordkorea-Krise hatte der SMI die letzte Woche mit einem Minus von 3,2% abgeschlossen. Die Spannungen zwischen Nordkorea und den USA bleiben aber auch in der neuen Woche im Blick der Anleger.
14.08.2017 10:15

Über das Wochenende sei der verbale Konflikt zwischen den beiden Streithähnen nicht weiter eskaliert, doch dürfe dies angesichts bevorstehender Militärmanöver der USA und geplanter Raketentests in Nordkorea nicht als Entspannung gewertet werden, warnt ein Händler. Auf der anderen Seite glauben Marktbeobachter nicht, dass Nordkoreas Machthaber einen Krieg riskieren wird. Eine zusätzliche Stütze bieten am Berichtstag derweil besser als erwartete Konjunkturdaten aus Japan, während der Einzelhandelsumsatz und die Investitionen in China nicht ganz so stark wie erhofft angestiegen sind.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert kurz vor 09.30 Uhr mit 0,94% höher bei 8'967,19 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 0,98% auf 1'429,71 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,91% auf 10'204,70 Stellen. Von den 30 SMI/SLI-Titel liegen bis auf Vifor Pharma alle im Plus.

Besonders starke Erholungstendenzen sind nach den deutlichen Einbussen der Vorwoche im Finanzsektor zu sehen. Die Titel der Grossbanken UBS und Credit Suisse legen um 2,1% respektive 1,6% zu, während Julius Bär um 1,9% dazugewinnen. Bei den Versicherern klettern Swiss Life um 1,5% und Bâloise um 1,1% in die Höhe. Die Swiss Life wird dann am Mittwoch mit Halbjahreszahlen in den Fokus rücken.

Die Zurich-Aktien ziehen um 1,2% an. Die CS hat das Kursziel im Anschluss an die Zahlenvorlage vom vergangenen Donnerstag deutlich angehoben und das "Outperform"-Rating bestätigt. Der CS-Analyst rechnet beim Umbau des Sachgeschäfts mit weiteren Fortschritten. Damit steige die Chance auf eine Dividendenerhöhung, heisst es. Kepler Cheuvreux hob derweil das Rating auf "Hold" an. Auch hier wird auf die gestiegene Erwartung nach höheren Ausschüttungen verwiesen.

Zu den Gewinnern zählen auch Zykliker wie Clariant (+1,5%), LafargeHolcim (+1,2%) oder Sonova (+1,4%). Dabei hat Standard&Poor's den Kreditausblick für Clariant auf "positiv" erhöht. Die Aktien des Personalvermittlers Adecco gewinnen 0,9%, nachdem sie in der Vorwoche nach Vorlage des Quartalsberichts noch mehr als 7% eingebüsst hatten.

Die Schwergewichte Novartis (+1,2%), Roche (+0,5%) und Nestlé (+0,8%) profitieren ungleich stark von der Markterholung. Bei Nestlé verweisen Händler auf wiedererwachte Übernahmespekulationen in der europäischen Nahrungsmittelindustrie. Auslöser sei ein Artikel in der New York Post, wonach Nestlé-Konkurrent Danone ins Visier finanzkräftiger US-Rivalen geraten sei. Die Spekulationen seien allerdings "bestenfalls lauwarm", schränken Händler ein.

Einzige Verlierer unter den Blue Chips sind die Titel von Vifor Pharma (-0,1% auf 98,70 CHF). Für sie hat die CS das Kursziel auf 106 von bislang 114 CHF gesenkt. Wie schon in anderen Instituten, sorgt man sich auch bei der CS um die Profitabilität bei Vifor.

Am breiten Markt büssen Evolva 2,2% ein. Die in den Bereichen Gesundheits-, Ernährungs- und Wellness-Produkte aktive Evolva hat mit dem Halbjahresbericht enttäuscht und überprüft nun die eigenen Strukturen.

Demgegenüber legt Börsenneuling Landis+Gyr mit Zahlen zum ersten Quartal 2017/18 um 2,6% zu. Fester tendieren auch Gurit (+1,1%). Der Spezialkunststoff-Hersteller hat in einem Materialtest eines grossen Flugzeugbauers gut abgeschnitten und erwartet daraus künftig Mehreinnahmen.

Derweil meldete die Industrie- und Handelsgruppe Orell Füssli (Aktie unverändert) sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis einen Rückgang. Und der Energiekonzern Alpiq (-0,2%) sieht sich in Rumänien mit einer nachträglichen Forderung der Steuerbehörde im Umfang von 175 Mio EUR konfrontiert.

mk/cf

(AWP)