Aktien Schweiz Eröffnung: SMI erneut auf Jahreshoch - Warten auf US-Jobbericht

Der Schweizer Aktienmarkt ist etwas fester in den letzten Handelstag der Woche gestartet. Gestützt werden die Dividendenpapiere von den positiven Vorgaben. So zog der New Yorker Leitindex Dow Jones Industrial nach Handelsschluss in Europa noch signifikant an und nahm Kurs auf die 22'800-Punkte-Marke. Der S&P 500 schloss zum sechsten Mal in Folge auf einem neuen Allzeithoch. Die Hoffnungen auf eine umfassende Reform des US-Steuersystems treiben die Märkte nach oben.
06.10.2017 10:15

Gleichwohl dürften sich die Händler in der ersten Sitzungshälfte nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Denn erst am Nachmittag steht das Hauptereignis dieser Börsenwoche an: die Publikation des US-Jobberichts für den Monat September. Dieser ist ein zentraler Gradmesser für den Zustand der US-Konjunktur. Experten befürchten, dass die Daten wegen der Hurrikan-Katastrophen in Texas und Florida etwas verzerrt und daher schwierig interpretierbar sein könnten.

Der Swiss Market Index (SMI) steigt bis 9.30 Uhr um 0,26% auf 9'286,78 Punkte, das neue Jahreshoch wurde bei 9'289,13 markiert. Der 30 Aktien umfassende und noch stärker gekappte Swiss Leader Index (SLI) gewinnt 0,13% auf 1'491,71 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,22% auf 10'600,41 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 14 im Plus und 16 tiefer.

Die Kursbewegungen bei den Blue Chips fallen mehrheitlich nicht sehr gross aus; deutlicher klettern etwa Swiss Re (+0,9%). Der Rückversicherer hat sich mit der japanischen Versicherungsgruppe MS&AD Insurance einen strategischen Investor an Bord geholt. Die Japaner steigen in das Geschäftssegment für Lebensversicherungen ein und nehmen dafür umgerechnet rund 1 Mrd CHF in die Hand. Analysten sprechen von einem sinnvollen Schritt.

Für die Credit Suisse geht es gar um 1,7% nach oben, nachdem die Royal Bank of Canada Positives ihr Votum auf "Outperform" von "Sector Perform" hochgeschraubt hat: Für die UBS (+0,1%) und den Vermögensverwalter Julius Bär (-0,3%) gab es ein höheres Kursziel bei bestätigter Kaufempfehlung.

Unternehmensnachrichten sind zu am Freitag Mangelware, daher erhalten Analystenvolten umso mehr Gehör. So hat etwa die Deutsche Bank ihr Kursziel für Nestlé (+0,7% auf 83,65 CHF) um fünf auf 95 CHF erhöht und ihre Kaufempfehlung bestätigt. Der zuständige Analyst geht unter anderem davon aus, dass der Nahrungsmittelkonzern sein Aktienrückkaufprogramm beschleunigen wird, was ein höheres Kursziel rechtfertige.

Lonza (-0,3% auf 258,50 CHF) profitieren hingegen nicht von einem positiven Votum aus dem Hause JPMorgan. Die Amerikaner erhöhen ihr Kursziel für die Basler auf 285 von 265 CHF und belassen die Einstufung auf "Overweight". Obwohl sich der Aktienkurs seit Jahresbeginn stark entwickelt habe, bleibe immer noch Raum nach oben, so der zuständige Experte. Das Kursplus in diesem Jahr beläuft sich auf satte 58%.

Die Pharmaschwergewichte bewegen sich mit dem Gesamtmarkt. Novartis (+0,2%) meldete eine europäische CE-Kennzeichnung für die Intraokularlinse Clareon und Roche (+0,4%) eine FDA-Zulassung für Bluttests zur Prüfung des Zika-Virus - beides wenig kursrelevante Nachrichten.

Clariant notieren 0,2% tiefer. Die Aktie wurde zuletzt aber stark gekauft und hat im frühen Handel einen neuen Jahreshöchstwert erreicht. Händler können sich gut vorstellen, dass gewisse Marktakteure aktuell "Stimmen kaufen". Die ausserordentliche Generalversammlung, welche über den Zusammenschluss mit Huntsman befinden soll, wird gegen Ende oder Anfang nächstes Jahr stattfinden.

Im breiten Markt kam es beim Derivatespezialisten Leonteq zu einem Paukenschlag: Der CEO und Firmengründer Jan Schoch tritt zurück. Einige Marktteilnehmer sagen, er sei rausgeschmissen worden. Wie auch immer die Wahrheit lautet: die Börse reagiert mit einem Plus von 4,2% auf 63,60 CHF. Unter Schoch erlebten die Aktionäre eine tiefe Krise bei Leonteq und einen Fall der Aktie von über 230 auf fast 25 CHF.

Ems (-2,4%) reagieren negativ auf die Umsatzzahlen zu den ersten neun Monaten 2017. Der Spezialchemiekonzern hat zwar die Erwartungen der Analysten auf den Punkt genau erfüllt. Aufhorchen lassen Analystenaussagen zu steigenden Rohstoffpreisen und zu anhaltenden Versorgungsknappheiten bei einigen Zwischenprodukten. Daher sei für das Gesamtjahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr eine leicht rückläufige EBIT-Marge zu erwarten. Für die Aktien steht in diesem Jahr ein Plus von 24% zu Buche.

ra/cp

(AWP)