Aktien Schweiz Eröffnung: SMI erneut leicht tiefer - Julius Bär fest nach Zahlen

Der Schweizer Aktienmarkt ist uneinheitlich in die neue Handelswoche gestartet. Der Leitindex SMI wird dabei insbesondere von den Schwergewichten ins Negative gezogen. Die Vorgaben aus den USA vom späten Freitagshandel und aus Asien am Morgen fielen uneinheitlich aus. Insgesamt habe die Stimmung etwas ins Negative umgeschlagen, hiess es im Handel. Das weiter vergleichsweise hohe Niveau werde die Investoren auch in den kommenden Wochen zu Gewinnmitnahmen verleiten, insbesondere wenn weiterhin uneinheitliche Impulse von Unternehmens- und Konjunkturseite kämen.
24.07.2017 10:15

Unternehmenszahlen, Ölpreis und Währungen haben bereits in der Vorwoche dies- und jenseits des Atlantik für Bewegungen gesorgt. Der IWF hat seine globalen Wachstumsaussichten leicht angehoben und rechnet mit einem globalen BIP-Anstieg von 3,5% im laufenden Jahr. Makroseitig stehen im Tagesverlauf aus Europa und den USA PMI-Daten auf der Agenda. Hierzulande hat am Morgen Julius Bär den Startschuss für die mit Unternehmenszahlen reichlich bestückte Berichtswoche abgegeben.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 09.30 Uhr um 0,08% tiefer auf 8'931,82 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt hingegen 0,11% auf 1'420,12 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) verliert wiederum 0,04% auf 10'180,17 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren je 14 im Minus und Plus und zwei (Richemont, LafargeHolcim) unverändert.

Im Fokus stehen Julius Bär (+6,0%) mit den Zahlen zum ersten Halbjahr. Die Bank hat mit den Semesterzahlen die Erwartungen der Analysten auf allen Ebenen leicht übertroffen. Während sich der Neugeldzufluss verbesserte, blieben die Gewinnzahlen etwa auf Vorjahreshöhe. Zum Wochenausklang am Freitag werden auch UBS (+0,5%) und CS (+0,6%) ihre Halbjahresbilanzen vorlegen.

Ebenfalls im Plus rangieren Partners Group (+0,9%), die den Software-Dienstleister Civica übernehmen will. Im Auftrag der Kunden werde das Unternehmen von Omers Private Equity übernommen und der Wert beläuft sich auf mehr als 1 MRD GBP.

Schwächste Werte sind Dufry (-1,6%), die damit die Abgaben aus der Vorwoche fortschreiben. Spekulationen über den Kurs des Grossaktionärs HNA hatten die Titel belastet. Auch Zurich (-0,5%) rangiert am Ende der Blue Chip-Liste. Lonza (-0,4%) erhalten durch eine Kurszielanhebung keinen Rückenwind. Die CS hat das Ziel auf 240 (185,26) CHF angehoben und bewertet weiter mit "Neutral".

Die meisten Punkte verliert der SMI durch die Schwergewichte. Für die Süsswarensparte von Nestlé (-0,2%) gibt es Medienberichten zufolge offenbar Interessenten. Der US-Wettbewerber Ferrara Candy bereite sich darauf vor, für die Sparte des Schweizer Konzerns zu bieten, meldete Reuters am Freitag unter Berufung auf Kreise. Demnach schätzen Analysten den Wert der Sparte auf 1,5 bis 2 Mrd USD.

Für Novartis (-0,3%) hat Jefferies das Kursziel auf 97 von zuvor 103 CHF gesenkt, die "Buy-Bewertung jedoch beibehalten. Das positive Momentum werde sich fortsetzen, lautet die Einschätzung. Die Erwartungen mit Blick auf die detaillierten Daten der CANTOS-Studie und der Absatzbeschleunigung beim Herzmittel Entresto seien hingegen nach wie vor eher verhalten. Das zweite Pharma-Schwergewicht Roche (GS -0,5%) verliert ebenfalls deutlicher.

Bei ABB (-0,3%) setzt sich nach dem deutlichen Einbruch vom vergangenen Freitag der Abwärtstrend mit vermindertem Tempo fort. Der Kurs des Technologiekonzerns war durch das schlechte Abschneiden des US-Konzerns General Electric nach unten gezogen worden, nachdem bereits am Donnerstag die eigenen Zahlen für Verluste gesorgt hatten.

Beim Uhrenhersteller Swatch (+0,5%) geht die Bewegung in die andere Richtung weiter. Die Titel waren am Freitag nach Zahlen klarer Gewinner unter den Blue Chips. Kepler Cheuvreux hat das Kursziel auf 340 von 300 CHF erhöht, bleibt aber bei der "Reduce"-Bewertung. Branchennachbar Richemont bewegt sich nicht.

Im breiten Markt hat Meyer Burger (+5,3%) einen Auftrag über 22 Mio aus Asien gemeldet. Cosmo (-0,4%) hat früher als geplant in den USA den Zulassungseingang für das Darmspiegelungs-Kontrastmittel LuMeBlue gestellt.

Ypsomed (+5,9%) kann sich nach dem 29%-Kurseinbruch vom Freitag wieder etwas erholen. Die Medtechfirma hatte im Insulet-Geschäft einen Kunden verloren.

yr/ra

(AWP)