Aktien Schweiz Eröffnung: SMI gibt erneut nach - Schwergewichte belasten

Der Schweizer Aktienmarkt knüpft zur Wochenmitte an seine schwächere Vortagestendenz an und startet mit Verlusten in den Handel. Neben den eher verhaltenen Vorgaben aus Asien und einer gestiegenen Nervosität nach dem Raketentest Nordkoreas am Vortag erweisen sich vor allem die drei Schwergewichte Novartis, Roche und Nestlé für den Leitindex SMI als Belastungsfaktor.
05.07.2017 10:15

Durch den Nationalfeiertag in den USA war die Wall Street am Dienstag geschlossen und fällt somit als Impulsgeber aus. Das hinterlasse auch Spuren in der eher begrenzten Volatilität, heisst es im Handel. Dieses Thema hatte zuletzt die US-Investmentbank Goldman Sachs beleuchtet und geschrieben, dass es immer wieder längere Phasen mit einer niedrigen Volatilität gegeben habe. Ihr Ende sei meist durch unvorhergesehene Ereignisse bestimmt worden, nicht zuletzt Schock-Situationen. Angesichts der Lage um Nordkorea sollten an solchen Tagen sichere Häfen wie Bonds und auch der Schweizer Franken beobachtet werden. Mit Spannung warten Anleger zudem auf Arbeitsmarktdaten aus den USA am Nachmittag und das Sitzungsprotokoll der Fed am Abend.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 09.30 Uhr 0,39% tiefer bei 8'936,40 Punkten. Sein bisheriges Tagestief hatte er in den ersten Handelsminuten bei 8'908,85 Zählern markiert. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büsst 0,26% auf 1'416,25 Punkte ein und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,35% auf 10'152,83 Punkte. Unter den 30 wichtigsten Titeln geben 22 nach, sieben verzeichnen Gewinne und Partners Group sind unverändert.

Die Aktien von Novartis (-1,1%) erweisen sich als die grösste Belastung für den Markt. Die Papiere leiden unter einer Abstufung durch die Experten der Credit Suisse, die den Titel neu mit "Underperform" einstufen. Die zuständige Expertin sieht den Pharmakonzern trotz der Erfolgsmeldungen in den letzten Wochen noch auf Jahre hinaus in einer Übergangsphase. Diese werde noch bis 2020 andauern. Und in dieser Zeit werde Novartis rund 7 Mrd USD an Umsätzen durch Generika verlieren.

Die Kursverluste der anderen beiden Schwergewichte Roche und Nestlé (beide -0,4%) tragen zum insgesamt negativen Bild bei.

Deutlicher fallen auch noch Zykliker wie Adecco (-1,0%) und Schindler (-0,3%) zurück. Bei Adecco hat Kepler Cheuvreux das Kursziel gesenkt mit dem Verweis auf den französischen Premierminister Edouard Phillipe, der die Umwandlung der Steuergutschrift für Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung (CICE) bestätigt habe. Der zuständige Analyst rechnet damit, dass dadurch für Adecco ein negativ Einfluss auf den Nettogewinn 2019 von rund 4-5% entsteht.

Die beiden Grossbanken Credit Suisse (+0,1%) und UBS (-0,2%) wiederholen zunächst das Muster vom Vortag. Bei der CS dürfte ein Analystenkommentar stützen. Hier schreibt der Mirabaud-Analyst, er sehe die Grossbank an einem Wendepunkt, insbesondere in der internationalen Vermögensverwaltung und in der Region Asien-Pazifik.

Zu den positiven Ausreissern zählen im frühen Handel die Swatch-Aktien (+0,5%) , die am Dienstag noch durchgängig zu den schwächsten Papieren gehört hatten. Richemont (+0,3%) gewinnen ebenfalls hinzu und auch Lonza und Vifor (beide +0,3%) stehen auf der Gewinnerliste.

Im breiten Markt fallen Wisekey (+4,2%) positiv auf, gefolgt von Evolva (+2,4%) und der Airopack (+1,4%). Die im Verpackungsbereich tätige Airopack Technology Group (ATG) hatte am Vorabend die erfolgreiche Durchführung ihrer Kapitalerhöhung gemeldet.

hr/rw

(AWP)