Aktien Schweiz Eröffnung: SMI gibt zum Wochenbeginn nach - Clariant im Fokus

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Montag schwächer in die neue Börsenwoche gestartet. Am Markt fehlten derzeit richtungsweisende Impulse und in Europa sei nach der von der EZB eingeleiteten Aufwärtsbewegung erst einmal Durchatmen angesagt, heisst es. Hierzulande prägen die Abgaben der Schwergewichte Novartis, Nestlé und Roche sowie die Kursverluste der Grossbanken das Bild. Ausserdem bleibt das Spezialchemieunternehmen Clariant nach der abgeblasenen Fusion mit dem US-Mitbewerber Huntsman weiter im Gespräch.
30.10.2017 10:15

Der Handel bewege sich insgesamt in ruhigen Bahnen und auch potenzielle politische Störfeuer wie die Katalonien-Krise oder die Russland-Affäre um US-Präsident Trump würden weitgehend ausgeblendet, heisst es weiter. In den kommenden Tagen rücken dann vermehrt Unternehmenszahlen und die US-Geldpolitik in den Fokus. Nachdem die EZB vergangene Woche auf einen sanften Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik hingedeutet hatte, erwarten Händler zur Wochenmitte von der US-Notenbank allerdings keine Überraschungen. Die nächste Zinserhöhung werde erst im Dezember erwartet und sei eingepreist, so ein Händler.

Der SMI verliert um 09.30 Uhr 0,43% auf 9'143,61 Punkte. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) gibt um 0,32% auf 1'495,57 Stellen und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,37% auf 10'491,70 Zähler nach. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 22 im Minus und acht im Plus.

Clariant (-1,9%) büssen unter den Blue Chips am deutlichsten an Wert ein. Der Investor White Tale, der über einen Fünftel an Clariant besitzt und sich gegen die Huntsman-Fusion erfolgreich gewehrt hatte, fordert nun drei VR-Sitze für sich sowie die Ernennung eines unabhängigen Finanzberaters. Die Aktionärin zielt etwa auf einen schnellen Verkauf der grössten und gleichzeitig margenschwächsten Sparte Plastics & Coatings ab. Dem erteilte VR-Präsident Rudolf Wehrli in einem Interview eine Absage. Man könne nicht ins Blaue hinaus Geschäfte verkaufen und danach Zukäufe prüfen, erklärte er. Am (morgigen) Dienstag legt Clariant Quartalszahlen vor.

Unter Druck stehen auch LafargeHolcim (-1,3%). Nach der Zahlenvorlage vom Freitag haben nun einige Analysten ihre Erwartungen an die Kursentwicklung gesenkt. Das neue Management des Zementkonzerns hat die Guidance gesenkt und nun warte man auf ein Strategie-Update, das wohl im kommenden Frühling kommuniziert werde, so ein Analyst. Bis dahin werde die das Sentiment von Unsicherheit geprägt sein.

Die Aktien der UBS (-0,4%) verlieren weiter an Wert, nachdem bereits am Freitag Gewinnmitnahmen den Kurs belastet hatten. Im Anschluss an gute Quartalszahlen senkte Société Générale das Rating auf "Hold". Im Grossen und Ganzen bleibe das Gewinnmomentum schwach, begründet der Analyst. Andere Banken hoben dagegen ihre Kursziele leicht an. CEO Sergio Ermotti sprach derweil über das Wochenende in der Presse davon, dass es keine Garantie für das Festhalten am Schweizer Konzernsitz gebe. Ermotti sieht die zunehmende Bankenregulierung als Bedrohung für seine Bank.

Branchennachbar Credit Suisse (+0,1%) berichtet am kommenden Donnerstag über das dritte Quartal, wie dies auch Swiss Re (+0,2%) und Swisscom (-0,2%) tun werden. Bereits am Dienstag publiziert das Sanitärtechnikunternehmen Geberit (-0,2%) den Quartalsbericht.

Novartis geben zu Wochenbeginn um 0,6% nach. Der Pharmakonzern will das auf den Bereich Nuklearmedizin spezialisierte Unternehmen Advanced Accelerator Applications (AAA) vollständig übernehmen und hat zu zwei Produkten (Cosentyx und Gilenya) positive Studiendaten veröffentlicht. AAA passe strategisch gut zu Novartis, nur scheine der Preis etwas hoch zu sein, so ein Analyst. Roche und Nestlé belasten den Gesamtmarkt mit Abgaben von 0,6 bzw. 0,7%.

An der Spitze der Blue Chips liegen Dufry (+0,6%). SGS (+0,3%) sind nach dem Investorentreffen von Ende letzter Woche ebenfalls gesucht. Das Treffen in Vietnam stand im Zeichen der Digitalisierung und SGS habe sich dazu einen ambitiösen Plan zurechtgelegt, heisst es im Kommentar der Bank Vontobel. Ausserdem habe sich das Management positiv zum laufenden Geschäft geäussert. Sowohl Vontobel als auch Kepler Cheuvreux haben das Kursziel für SGS erhöht.

Im breiten Markt gewinnen AMS 3,9%. Mit der Lancierung des neusten iPhone-Modells geht es für die Aktie deutlich nach oben. AMS liefert Komponenten für die iPhone-Produktion. HBM legen um 2,5% zu. Die Gesellschaft ist an AAA beteiligt und profitiert vom Verkauf der Firma an Novartis.

mk/uh

(AWP)