Aktien Schweiz Eröffnung: SMI im Plus - Fed stützt mit Kontinuität

Der Schweizer Aktienmarkt setzt seine insgesamt freundliche Tendenz dieser Woche am Donnerstag zu Handelsbeginn weiter fort. Nachdem er am Mittwoch vor dem US-Zinsentscheid auf der Stelle getreten war, etabliert sich der Leitindex SMI im frühen Handel nun wieder deutlicher oberhalb der Marke von 9'100 Punkten. Unterstützung kommt zudem von der Wall Street, wo Dow Jones und S&P-500 am Vorabend Rekordstände markiert hatten.
21.09.2017 10:13

Insgesamt werden die Fed-Entscheide als wenig überraschend gewertet. Die US-Notenbank liess die Leitzinsen wie erwartet unverändert, steuert im weiteren Jahresverlauf aber auf eine weitere Zinsanhebung zu. Im kommenden Jahr könnten dann drei weitere folgen. Zudem leitet das Fed eine geldpolitische Zeitenwende ein, indem sie ab Oktober beginnt, ihre aufgeblähte Bilanz abzubauen. Hierzulande hat unterdessen das Seco seine Prognose für das Schweizer Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr wie zuvor andere Institute gesenkt. Aufgrund der schwachen Entwicklung im ersten Halbjahr erwarten die Ökonomen des Bundes neu ein reales Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 0,9%, nachdem sie bisher mit einem Plus von 1,4% gerechnet hatten.

Der Swiss Market Index (SMI), neu wird das Gewicht der grössten Titel gekappt, gewinnt bis 09.30 Uhr 0,39% auf 9'131,47 Punkte. Der SPI 20, er entspricht von der Zusammensetzung her dem SMI, enthält aber keine Kappung, steht 0,36% höher bei 9'124,72. Der 30 Aktien umfassende und ebenfalls gekappte Swiss Leader Index (SLI) zieht um 0,47% an auf 1'468,19 Zähler, während der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,36% auf 10'424,39 ansteigt. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 22 im Plus und acht im Minus.

Am Aktienmarkt wirkt sich die in Aussicht gestellte dritte Zinserhöhung des Fed in diesem Jahr sowie die schrittweise weitere Normalisierung vor allem auf die Finanzwerte positiv aus. Die Aktien der Credit Suisse (+2,2%) führen denn auch bei den Blue Chips die Gewinnerliste an. UBS (+1,5%) und Julius Bär (+0,9%) folgen dichtauf.

Neben den Bankaktien gewinnen auch Versicherer wie Swiss Life, Swiss Re und Zurich zwischen 1,1 und 0,6% überdurchschnittlich hinzu. Sie zeigen sich damit wenig beeindruckt von der Gewinnwarnung der Hannover Re, sondern folgen vielmehr den positiven Impulsen einer Citigroup-Studie zum europäischen Rückversicherungssektor.

Zu Zurich heisst es zudem, dass die Kursgewinne im Zusammenhang stünden mit dem Zuschlag, den der Rivale AIA für das Lebensversicherungsgeschäft der australischen Commonwealth Bank erhalten habe. Eine milliardenschwere Grossübernahme hätte beim hiesigen Versicherungskonzern einen Grossteil des Überschusskapitals absorbiert und die Dividendenaussichten geschmälert.

Bei den beiden Uhrenherstellern Swatch (+0,7%) und Richemont (+0,1%) stützt die anhaltende Erholung der Uhrenexporte. Sie stiegen im August um 4,2% auf 1,4 Mrd CHF. Die Neuzugänge im Senior Management von Richemont dürften eher Nebensache sein.

Auf der Gewinnerseite geht es auch für Zykliker wie Kühne+Nagel, LafargeHolcim und Dufry mit Aufschlagen von 1,2 bis 0,6% überdurchschnittlich stark aufwärts.

Unterstützung liefern auch die beiden Pharmaschwergewichte Roche (+0,6%) und Novartis (+0,4%). Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé (-0,4%) hinkt dem Markt dagegen hinterher. Der Konzern dürfte im Zuge der Umwälzungen in der Dermatologie-Sparte im Forschungszentrum in der Nähe von Nizza mindestens 400 von 550 Stellen streichen.

Kursverluste verzeichnen erneut Sonova (-0,9%). Sie waren schon am Mittwoch klar zurückgekommen. Etwas schwächer tendieren auch Swisscom und Logitech (beide -0,5%).

Im Handelsverlauf könnten unter anderem Unternehmen wie Mikron (-0,9%), Bell (-0,6%) oder Cicor (+1,1%) einen Blick wert sein. Sie alle werden sich an der diesjährigen Konferenz Investora präsentieren.

hr/cf

(AWP)