Aktien Schweiz Eröffnung: SMI kann Jahreshoch nicht halten

Der Schweizer Aktienmarkt ist nach dem Schluss-Rally am Vortag mit Abgaben in den letzten Handelstag der Woche gestartet. Der SMI hatte mit dem Schlusskurs von 8'980 Punkten den höchsten Stand seit November 2015 erreicht. Am Markt wird von einer technischen Reaktion gesprochen. Die Stimmung zum Wochenausklang sei weiter eher freundlich. Die Investoren setzen auf einen klaren Sieg des europafreundlichen Emmanuel Macron beim entscheidenden Wahlgang in Frankreich am Sonntag, heisst es im Handel.
05.05.2017 10:15

Ob allerdings ein Wahlsieg Macrons einen ähnlichen Kurssprung auslösen kann wie die Resultate der ersten Wahlrunde vor zwei Wochen, wird von Händlern angesichts der jüngsten Aufschläge in Frage gestellt. Die Anleger würden zudem auf die Arbeitsmarkt und Lohn-Daten aus den USA am Nachmittag warten. Hierzulande sorgen die Index-Pläne der SIX für den SMI für Gesprächsstoff.

Der Swiss Market Index (SMI) gibt bis um 09.35 Uhr 0,29% auf 8'954,12 Punkte ab. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,31% auf 1'428,35 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,33% auf 10'129,80 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 24 im Minus, fünf im Plus und einer (Partners Group) unverändert.

Im SMI soll ab September 2017 die Gewichtung der Einzeltitel auf 18% gekappt und parallel ein neuer nicht-gekappter Index lanciert werden. Davon wären aktuell vor allem Nestlé mit einer Gewichtung von rund 23% betroffen. Die Aktien des Lebensmittelkonzerns geben 0,3% ab, nachdem sie am Donnerstag im späten Handel mit +2,3% stark angezogen hatten, ohne dass es konkrete Nachrichten gab. Damit hatte das Schwergewicht auch den SMI auf das neue Hoch getrieben.

Aber auch Novartis (-0,3%) und Roche (-0,1%) sind knapp über bzw. knapp unter der Kappungs-Marke und könnten von gewissen Investoren verkauft werden, heisst es.

Die am Vortag ebenfalls gut nachgefragten Grossbanken UBS (-1,1%) und CS (-0,5%) finden sich unter den grössten Verlierern. Bei Lonza (-1,6%) sorge die laufende Kapitalerhöhung weiterhin für Druck, heisst es. Aber auch Zykliker wie LafargeHolcim (-0,6%) ABB (-0,3%) oder Sika (-0,2%) zeigen rote Vorzeichen.

Richemont (-0,4%, 84,65 CHF) wird von einer Kurszielanhebung durch die Royal Bank of Canada um 8 auf 95 CHF kaum gestützt. Mit Verweis auf das Schmuckgeschäft bleibe das Unternehmen der bevorzugte Luxusgütertitel im Large Cap-Bereich, heisst es. Auch Branchenachbar Swatch (-0,2%) tendieren mit dem Markt tiefer.

Für Givaudan (-0,5%, 1'953 CHF) bleibt Bernstein bei der Bewertung Underperform und auch das neue Kursziel von 1'700 CHF bleibt unter dem aktuellen Stand. Bei Geberit (-0,1%, 458,70 CHF) setzt UBS das Ziel neu auf 465 CHF von 430 CHF.

Zulegen kann Syngenta (+0,4% auf 461,10 CHF), nachdem die Aktionäre von dem ChemChina-Angebot rege Gebrauch gemacht haben. Die Erfolgsquote erreichte nach vorläufigen Zahlen bis zum Ende der Angebotsfrist 80,7% und lag damit klar über der geforderten Schwelle von 67%. Damit kommt auch die Spezialdividende zur Auszahlung, was den Kurs stützt.

Swiss Re (+0,3%) halten sich im Nachgang der Zahlen gut und können die Avancen vom Vortag (+1,8%) verteidigen. Jefferies hat das Rating der Titel auf Hold von Underperform angehoben und das Kursziel auf 78 von 75 erhöht. Die Aktien würden dem Markt hinterherhinken und seien mit Blick auf die Dividende und das Aktienrückkaufprogramm attraktiv.

Im breiten Markt wurden Oerlikon (unv., 12,75 CHF) von der UBS nach Zahlen mit einem höheren Kursziel von 13,90 CHF bewertet.

Datacolor (+0,1%) hat Zahlen vorgelegt und im ersten Halbjahr Umsatz und Ergebnis gesteigert. Panalpina notiert bereinigt um den Dividendenabschlag von 3,75 CHF (Aktie -2,0% od. -2,60 CHF) im Plus.

yr/ra

(AWP)