Aktien Schweiz Eröffnung: SMI klar im Minus - Nordkorea-Krise belastet

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Mittwoch mit deutlichen Verlusten in den Handelstag gestartet. Der SMI fiel schon in der Eröffnung unter die 9'100-Punkte-Marke und entwickelte sich danach seitwärts. Der Schweizer Leitindex büsste damit allerdings nur einen Teil der markanten Gewinne der letzten Zeit ein. Als Grund gilt das Säbelrasseln zwischen den USA und Nordkorea. Von Unternehmensseite liegen derweil kaum Nachrichten vor.
09.08.2017 09:53

Die nordkoreanischen Streitkräfte drohten in der Nacht den Vereinigten Staaten mit einem Raketenangriff auf die US-Pazifikinsel Guam. Diese Stellungnahme erfolgte nur wenige Stunden, nachdem US-Präsident Donald Trump dem Land indirekt militärische Gewalt angedroht hatte. Die Aussagen Trumps hatten am Vorabend schon die gute Stimmung an den US-Börsen zunichte gemacht. Der Dow Jones Industrial ging mit einem leichten Minus aus dem Handel, nachdem er zuvor zehn Tage in Folge im Plus geschlossen hatte. Auch an den asiatischen Börsen ging es mit Ausnahme von China in der Folge abwärts.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 09.30 Uhr 0,87% tiefer bei 9'082,48 Punkten, das Intraday-Jahreshoch vom Montag von 9'198,45 Zählern ist damit in weite Ferne gerückt. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,92% auf 1'450,84 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,80% auf 10'347,78 Stellen. Alle 30 SMI/SLI-Titel bis auf Swisscom notieren im Minus.

Die Eskalation zwischen den USA und Nordkorea liess auch den Franken wieder etwas erstarken, was die Stimmung an der hiesigen Börse ebenfalls belastet. Der EUR/CHF-Kurs rutschte deutlich unter die 1,14er-Marke, der USD/CHF-Kurs unter die Grenze von 0,97. Die steigenden Kurse an der hiesigen Börse seit Ende Juli wurden von Analysten auch auf den schwächeren Franken zurückgeführt, weil ein solcher den exportorientierten Schweizer Unternehmen hilft. Ein Spiegel der aktuellen Stimmung ist auch der Volatilitätsindex VSMI, der um knapp 6% anzieht; er gilt als Angstbarometer der Börse.

Die deutlichsten Verluste bei den Blue Chips erleiden aktuell Swatch (-1,7%), die laut Händlern nebst dem stärken Franken auch enttäuschende Zahlen beim US-Rivalen Fossil zu spüren bekommen. Richemont sind mit -1,4% ebenfalls bei den grössten Verlierern anzutreffen.

Klar im Minus sind ausserdem die Finanztitel von Julius Bär (-1,6%), CS und Swiss Life (je -1,4%). Finanztitel reagieren häufig sensibel auf geopolitische Spannungen. Dies gilt auch für viele zyklische Papiere wie Clariant und LafargeHolcim oder jene des Reisedetailhändlers Dufry (alle -1,3%).

Givaudan (-1,2%) dürften daneben unter den Ergebnissen der Konkurrenz leiden. So hat die deutsche Symrise im ersten Halbjahr vor allem mit der Margenentwicklung enttäuscht.

Bei den Schwergewichten schneiden Nestlé und Roche (je -0,7%) etwas besser ab als Novartis (-0,9%). Roche ist mit dem US-Biopharma-Unternehmen Dermira eine Lizenzvereinbarung für seinen Asthma-Produktkandidaten Lebrikizumab eingegangen. Das US-Unternehmen leistet zunächst eine Einmalzahlung an Roche in Höhe von 80 Mio USD, je nach Erfolg winken Meilensteinzahlen von bis zu etwas mehr als 1 Mrd USD.

Etwas geringere Verluste entfallen auf weitere nicht-zyklische Titel wie Sonova und Lindt&Sprüngli (-0,3%). Und auch Adecco halten sich am Tag vor der Zahlenpräsentation mit -0,5% besser als der Gesamtmarkt. Analysten erwarten vom Stellenvermittler gute Zahlen, nachdem schon die Konkurrenz positiv überrascht hatte.

Einzige Gewinner sind Swisscom (+0,3%). Die Titel sind mit ihrer geringen Volatilität und der hohen Dividendenrendite in unruhigen Zeiten meistens gefragt.

Auch am breiten Markt liegen kaum Nachrichten vor. Nur die Energiedienst Holding (-0,8%) hat eine Mehrheitsbeteiligung am Oberwalliser Start-up Winsun bekannt gegeben. Im Fokus sind weiterhin Swissquote, die am Vortag nach der Zahlenvorlage um 14% angezogen hatten und nun infolge Gewinnmitnahmen 1,9% einbüssen.

rw/tp

(AWP)