Aktien Schweiz Eröffnung: SMI moderat im Plus - SGS nach Zahlen klar im Minus

Der Schweizer Aktienmarkt ist mit leichten Gewinnen in die neue Woche gestartet. Der SMI hält sich damit problemlos über der 9'000-Punkte-Marke, die er in der Vorwoche zurückerobert hatte. Die Vorgaben aus den USA sind leicht positiv. Sowohl der US-Leitindex Dow Jones Industrial als auch der marktbreite S&P-500-Index erreichten am Freitag Höchststände. Mit einer gewissen Erleichterung werden auch die neusten Zahlen zur chinesischen Konjunktur aufgenommen. Bei den einzelnen Titeln sind SGS nach Zahlen im Fokus.
17.07.2017 10:15

Laut Händlern hält die positive Grundstimmung an, die US-Notenbankchefin Janet Yellen in der letzten Woche mit ihrem Bekenntnis zu einem behutsamen Vorgehen ausgelöst hatte. Ein Beleg dafür ist der US-Volatilitätsindex VIX für den S&P 500, der auf das tiefste Niveau seit fast einem Vierteljahrhundert gefallen ist. Als entscheidend für die weitere Kursentwicklung gilt nun die Berichtsaison. Hierzulande werden im Wochenverlauf nach SGS vier weitere Blue-Chips-Gesellschaften sowie gut ein Dutzend Unternehmen am breiten Markt Zahlen vorlegen.

Der Swiss Market Index (SMI) zieht bis um 09.30 Uhr um 0,14% auf 9'047,45 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,13% auf 10'292,73 Punkte an. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, notiert hingegen unverändert bei 1'433,85 Stellen. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 14 im Plus, 13 im Minus und drei unverändert.

Der Warenprüfkonzern SGS hat am Montagmorgen als erstes SMI/SLI-Unternehmen Zahlen für das erste Halbjahr vorgelegt - und damit enttäuscht. Die Valoren bilden einem Minus von 2,0% mit klarem Abstand das Schlusslicht unter den Blue Chips. Analysten kommentieren den Abschluss zwar als solide, aber wenig inspirierend. Als Enttäuschung wird insbesondere die Marge bezeichnet. "Das Wachstumstempo scheint jetzt etwas anzuziehen, allerdings sind grössere Margenverbesserungen im Moment nur schwierig zu realisieren", meint stellvertretend der Experte der ZKB.

Deutliche Verluste erleiden dahinter CS (-0,7%), und auch UBS (-0,3%) kommen nicht auf Touren. Schon in der Vorwoche hatten die Grossbankenpapiere unterdurchschnittlich abgeschnitten. Unter anderem hatten zum Wochenausklang Resultate von US-Konkurrenten für schlechte Stimmung gesorgt.

Klar unter Druck sind auch Partners Group (-0,7%). Die UBS senkte am Freitagabend das Rating für die Titel auf 'Neutral' von 'Buy'. Nach einer erneut überzeugenden Vorlage der Zahlen zu den verwalteten Vermögen sehe er für die nächsten zwölf Monate keinen Katalysator für den Aktienkurs, schrieb der zuständige Analyst.

Bei den Gewinnern schwingen derzeit Givaudan (+0,7%), Novartis (+0,6%) und ABB (+0,5%) oben aus. Diese Unternehmen werden im Wochenverlauf Zahlen vorlegen. Obwohl der Auftakt in die Blue-Chips-Berichtsaison mit SGS missglückt ist, bleiben die Investoren bei diesen Titeln offensichtlich positiv gestimmt. Das gilt - in abgeschwächter Form - auch für Kühne+Nagel (+0,1%), dem vierten Blue-Chips-Valor mit Zahlen in der laufenden Woche.

Nebensächlich dürfte bei Novartis eine Meldung zu positiven Daten für das Medikament Cosentyx bei der Behandlung von Schuppenflechte sowie eine Ratingerhöhung durch Bryan Garnier auf 'Buy' von 'Neutral' sein. Und auch bei Roche (unv.) ist die News vom Morgen, wonach die Zulassung für das Multiple-Sklerose-Mittel Ocrevus in Australien eingetroffen sei, nicht kursbewegend.

Relativ deutlich im Plus halten sich ausserdem Swatch (+0,4%) und Richemont (+0,3%). Wie üblich reagieren die Titel auf die neusten Konjunkturzahlen aus China. Die chinesische Wirtschaft ist im zweiten Quartal dank kauffreudigen Konsumenten und investierenden Unternehmen stärker als erwartet gewachsen - und das ist für beide Luxusgüterhersteller, für die China ein Schlüsselmarkt ist, eine gute Nachricht.

Am breiten Markt ziehen Meyer Burger (+7,2%) auffällig an, ohne dass Nachrichten vorliegen. Zudem sind die Oerlikon-Papiere (+0,4%) im Fokus, nachdem CEO Roland Fischer am Wochenende die Verkaufsabsichten für die Sparte Drive Systems konkretisiert hat. Sulzer (+0,4%) kündigte einen Ausbau der Niederlassung im deutschen Bechhofen an. Zudem gab EFG International (-0,2%) den definitiven Kaufpreis für BSI bekannt.

rw/ra

(AWP)