Aktien Schweiz Eröffnung: SMI sinkt unter 9'000 Punkte - Sorgen um Eurozone

Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich am Dienstagmorgen im frühen Handel schwächer, wobei der Leitindex SMI die Marke von 9'000 Punkten wieder unterschritten hat. Dem hiesigen Markt fehlen Impulse der feiertagsbedingt geschlossenen Börsen in den USA sowie in Hongkong und Festland-China. Mit einer wahrscheinlicher werdenden Neuwahl in Italien und dem aktuellen Tauziehen um die Griechenland-Hilfen rücken für die Investoren nun wieder die Sorgen um die Eurozone ins Blickfeld.
30.05.2017 10:14

Auf Beachtung sind zudem Aussagen von Notenbankern aus der EU und den USA gestossen. EZB-Präsident Mario Draghi hatte am Montagabend im europäischen Parlament betont, dass eine Fortsetzung der lockeren Geldpolitik im Euroraum notwendig sei. Fed-Mitglied John Williams sprach dagegen in einer Rede davon, dass die USA nahe an der Vollbeschäftigung sei. Die Kommentare wurden von Beobachtern als Hinweis auf eine weitere Zinserhöhung Mitte Juni interpretiert. Im Tagesverlauf stehen noch Konjunkturzahlen aus der EU und aus den USA an.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 09.30 Uhr 0,42% tiefer bei 8'993,70 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,54% auf 1'418,03 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,40% auf 10'228,34. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren bis auf die leicht festeren Vifor Pharma alle Titel im Minus.

Schwach zeigen sich die Grossbankenwerte Credit Suisse und UBS (je -1,4%). Die CS ist nun ebenfalls in die Affäre um den malaysischen Staatsfonds 1MDB geraten und hat von der Singapurer Finanzmarktaufsicht MAS wegen Verstoss gegen die Geldwäschereibestimmungen eine Busse von knapp 0,5 Mio CHF erhalten. Die UBS hatte bereits im vergangenen Oktober von der MAS eine Busse erhalten, die etwa doppelt so hoch ausgefallen war.

Die Aryzta-Aktien (-0,1%) notieren nach einem schwachen Handelsstart nur noch mimim schwächer. Der irisch-schweizerische Backwarenkonzern hatte am Morgen die Ergebnisse zum dritten Quartal 2016/17 vorgelegt. Das zuletzt in die Krise geratene Unternehmen hatte dabei ein organisches Nullwachstum ausgewiesen, nachdem es die vorangegangenen beiden Quartale noch geschrumpft war. In ersten Analystenkommentaren wird positiv hervorgehoben, dass die Umsatzzahlen über den Erwartungen ausgefallen sind. Allerdings wird auch auf Warnungen verwiesen, wonach Restrukturierungen mehr Zeit beanspruchen könnten als erwartet.

Deutlichere Abgaben verzeichnen derweil auch zyklische Titel wie Geberit (-1,3%), LafargeHolcim (-0,8%) oder SGS (-0,6%). Klarere Verluste gibt es zudem für die Aktien des Liftherstellers Schindler (-0,6%). Dieser hatte am Vorabend bekanntgegeben, dass er seine Beteiligung am IT-Grosshändler Also praktisch vollständig abgebaut hat. Nur leicht im Minus stehen die Dufry-Aktien (-0,1%). Das Duty Free-Unternehmen hat am Morgen eine neue Konzession für sieben Läden in einem US-Flughafen für eine Tochtergesellschaft vermeldet.

Die Titel der Pharma-Schwergewichte Roche (-0,2%) und Novartis (-0,1%) geben dagegen weniger nach als der Gesamtmarkt. Novartis hält am Dienstag und Mittwoch in den USA einen Investorenanlass ab, der auf einige Beachtung stossen dürfte.

Am breiten Markt hat das Spezialitäten-Chemieunternehmen Dottikon ES (unv.) seine Jahreszahlen 2016/17 vorgelegt und dabei wie erwartet Umsatz und Gewinn gesteigert. Da das Unternehmen in künftiges Wachstum investieren will, sollen die Aktionäre erneut auf eine Dividende verzichten.

Investitionen tätigt auch der zur Coop-Gruppe gehörende Fleischverarbeiter Bell (Aktien +0,7%): Dieser übernimmt den restlichen 49%-Anteil der Fertiggerichte-Tochter Hilcona und baut zudem in Österreich einen neuen Produktionsbetrieb auf, wie er am Morgen mitteilte.

Das Biotechunternehmen Molecular Partners (-0,2%) hat Fortschritte für ein Krebsmedikament in einer Phase II-Studie vermeldet. Im Laufe des zweiten Halbjahres plane das Unternehmen in den USA einen neuen Antrag zur Prüfung einer Phase Ib/II-Studie für ein Lungenkrebs-Medikament zu stellen.

tp/cf

(AWP)