Aktien Schweiz Eröffnung: SMI startet im Minus - Roche und Nestlé belasten

Der Schweizer Aktienmarkt ist mit Abschlägen in den Donnerstagshandel gestartet. Der Leitindex SMI wird insbesondere durch Abgaben bei den schwergewichtigen Roche und Nestlé belastet und fällt zum Auftakt unter die Marke von 9'300 Punkten. Aber auch andere Einzeltitel zeigen sich durch Ergebnisse deutlich bewegt.
19.10.2017 10:15

In den USA hatte der Dow Jones am Vortag seinen Höhenflug auch nach Handelsschluss in Europa fortgesetzt. Auch an der Börse in Tokio folgte der Nikkei weiterhin dem Aufwärtstrend, wenn auch mit vermindertem Tempo. Die chinesischen Börsen gaben demgegenüber ab. Die BIP-Zahlen der Volksrepublik im dritten Quartal waren robust ausgefallen. Allerdings belaste, dass sich am Parteikongresses der chinesischen KP keine Reformen abzeichneten, hiess es im Handel.

Der SMI notiert gegen 09.30 Uhr 0,15% tiefer bei 9'295,52 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) verliert 0,11% auf 1'494,41 Zähler, und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,16% auf 10'617,28 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 18 im Minus, zehn im Plus und zwei (LafargeHolcim, Bâloise) unverändert.

Der Lebensmittelkonzern Nestlé (-0,5%) hat mit einem organischen Wachstum von 2,6% in den ersten neun Monaten leicht stärker zugelegt als erwartet. Die geplanten Effizienzverbesserung sollen schneller umgesetzt werden, was zu höher als geplanten Kosten führen werde. Dies verändere die Ergebniserwartungen jedoch nicht grundlegend, hiess es von Analysten. Insgeheim hätten Anleger wohl noch mehr erwartet und Händler sprechen nach der guten Kursentwicklung der vergangenen Wochen von Gewinnmitnahmen.

Auch Schwergewicht Roche (GS -0,6%) belastet den Leitindex. Der Konzern hat im dritten Quartal das Wachstumstempo gehalten und bestätigt den Ausblick für das Gesamtjahr. Die neuen Medikamente Tecentriq, Ocrevus und Alecensa können die Erwartungen offenbar erfüllen, während die drei umsatzstärksten Medikamente etwas schlechter abschnitten als erwartet. Zudem hat Bernstein das Kursziel für Roche unabhängig von den Zahlen im Rahmen einer Branchenstudie gesenkt. Das zweite Pharma-Schwergewicht Novartis (+0,2%) zeigt sich demgegenüber fester, Vifor Pharma gewinnt 0,4% hinzu.

Grösster Verlierer unter den Blue Chips ist Dufry (-1,1%), die damit an die schwache Entwicklung der Vortage anknüpfen. Zudem zeigen sich mit Kühne+Nagel, (-0,6%) Lonza, Givaudan (je -0,5%) und Adecco (-0,4%) insbesondere jene Zykliker schwächer, die am Vortag noch auf den Kauflisten standen.

Zurich (+0,7%) kann mit seiner Einschätzung zu den Sturmschäden offenbar die Anleger beruhigen. Die Assekuranz rechnet mit Schadensforderungen aus den Hurrikanen Harvey, Irma und Maria von insgesamt rund 700 Mio USD. Nach Steuern könnte dies zu Belastungen von rund 620 Mio führen, heisst es. Beim US-Partner Farmers Re wird mit einem Nettoverlust von 17 Mio USD durch die Stürme gerechnet. Es wird jedoch nicht mit einem materiellen Einfluss auf die Kapitalstärke des Konzerns gerechnet. Auch Swiss Re legen um 0,5% zu.

Die Luxusgüter-Aktien Swatch (-0,2%) und Richemont (-0,1%) können nicht von der weiteren Erholung der Schweizer Uhrenexporte profitieren. Die September-Zahlen hatten bei höherpreisigen mechanischen Uhren eine bessere Entwicklung gezeigt als im niedrigpreisigen Segment.

Am breiten Markt hat Temenos (+1,0%) am Vorabend ein kräftiges Umsatz- und Gewinnwachstum ausgewiesen und die Prognose erhöht. Die Nachfrage nach Bankensoftware bleibe aufgrund der fortschreitenden Regulierung weiter hoch. Im Folge haben Barclays, UBS und Bryan Garnier ihre Kursziele angehoben. GAM (+1,0%) hat deutlich mehr Neugelder angezogen als erwartet und die verwalteten Vermögen zogen auch aufgrund der Anlageergebnisse kräftig an.

Der Logistiker Panalpina (-3,6%) konnte zwar den Umsatz steigern, die Ergebnisseite, insbesondere in der Seefracht, hinkt der positiven Entwicklung jedoch hinterher. EBIT und Reingewinn lagen unter den Analysten-Erwartungen.

Auch Inficon (-4,5) hat die Erwartungen der Analysten nicht erfüllt, obwohl der Umsatz erneut kräftig gesteigert wurde und das Messtechnikunternehmen deutlich mehr verdient hat. Auch hier wurde die Guidance angehoben.

Das Minus bei Dormakaba (-1,6%, -15,50 CHF) ergibt sich vor allem durch den Dividendenabschlag in Höhe von 14 CHF.

yr/tp

(AWP)