Aktien Schweiz Eröffnung: SMI startet im Minus - UBS und CS im Fokus

Der Schweizer Aktienmarkt ist mit Abgaben in den letzten Handelstag der Woche gestartet. Der SMI notiert im frühen Handel wieder unter der Marke von 9'000 Punkten. Im Fokus stehen die Titel der Grossbanken UBS und CS und auch die Schwergewichte Nestlé und Roche sorgen im Nachgang der Zahlen vom Donnerstag für etwas Bewegung.
28.07.2017 10:15

Die Vorgaben aus Übersee sind gemischt ausgefallen. In den USA setzte der Dow Jones seine Rekordjagt am Vorabend weiter fort, während die technologielastige Nasdaq Einbussen verbuchte. In Asien schlossen die Börsen mit roten Vorzeichen. Für Bewegung sorge derzeit vor allem die schwindende Hoffnung auf wirtschaftlichen Schub durch die Administration Trump, sagte ein Marktteilnehmer. Das zeige sich nicht zuletzt an den Währungen mit einem steigendenden Euro zu Dollar und Franken. Die Wirtschaftsentwicklung in Europa sei positiv und habe sich gefestigt und in den USA könnten die Zinsanhebungen langsamer als bisher erwartet ausfallen.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 09.30 Uhr 0,42% tiefer bei 8'979,96 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,56% auf 1'432,69 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,39% auf 10'222,33 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren bis auf drei alle im Minus.

Die Aktien der beiden Grossbanken reagieren deutlich unterschiedlich auf die Publikation der Zahlen zum zweiten Quartal. Stärkster Blue Chip ist die Credit Suisse (+3,0%). Die kleinere der beiden Grossbanken hat im zweiten Quartal in den operativen Kernbereichen gut gearbeitet und die Erwartungen übertroffen. Gelobt werden vor allem die deutlich gesunkenen Kosten.

UBS (-3,3%) liegen demgegenüber am unteren Ende des Tableaus. Hier waren die Zahlen im Rahmen der Erwartungen. Der Gewinnbeitrag aus dem Wealth Management fiel jedoch etwas schwächer aus und die Kernkapitalquote sank überraschend stark, kommentieren Analysten. Die Ergebnisse würden von den Investoren als Anlass für Gewinnmitnahmen genommen, heisst es.

Zu den Verlierern zählen auch Roche (-0,4%). Die Zahlen am Vortag hatten am Handelsschluss nur zu einem kleinen Plus gereicht. Am Vorabend hob S&P das Rating auf "Buy". Seine Bewertung für die Titel liege aufgrund der führenden Marktstellung und der vielversprechenden Pipeline über denen der Wettbewerber, so der Analyst. Die am Vortag etwas stärkeren Novartis (-0,2%) tendieren ebenfalls leichter.

Nestlé (-0,3%) geben erneut ab. Eine Reihe von Analysten haben nach der gestrigen Zahlenenttäuschung nun ihre Kursziele gesenkt. Das erste Halbjahr 2017 sei zum Vergessen, hiess es etwa bei der Société Générale. Insbesondere das schwache organische Wachstum und der abgeschwächte Ausblick enttäusche. Der Analyst geht nur von einer moderaten Beschleunigung im zweiten Semester aus.

Grössere Einbussen sind bei Lonza (-1,2%), SGS und Clariant (beide -1,3%) zu sehen, ebenso wie bei anderen eher zyklischen Werten wie Swatch, Kühne+Nagel oder LafargeHolcim (alle -1,0%).

Auch Sika (-0,7%, 6'610 CHF) büsst von den Gewinnen von Vortag etwas ein. Kepler Cheuvreux erhöht im Nachgang der Zahlen das Kursziel um 300 auf 7300 CHF. Für das zweite Semester 2017 rechnet der Analyst mit einem höheren organischen Wachstum und einer weiteren Expansion der EBIT-Marge.

Aus der zweiten Reihe gab es ebenfalls eine ganze Reihe von Zahlen. Dabei reagieren Forbo (-1,6%) und Cosmo (-3,8% ) negativ, Bellevue (+2,4%) und in geringeren Masse Zehnder (+0,2%) und APG (+0,1%) positiv.

Idorsia (+4,3%) hat mit dem Produktkandidaten ACT-541468 zur Behandlung von Schlafstörungen die gesteckten Ziele in einer Phase-II-Studie erreicht. Oerlikon (+1,1%) profitieren von einer Aufstufung durch Vontobel auf "Buy".

Die Aktien von Myriad stürzen hingegen um -26% ab. Das Unternehmen plant eine Kapitalerhöhung und erwägt, die Börsenkotierung an der SIX aufzugeben. Das wurde zusammen mit einem Halbjahresverlust am Vorabend gemeldet.

Beim Börsenneuling Landis+Gyr (+0,9%, 77,20 CHF) hat einen prominenten Grossaktionär angelockt. Der Baselbieter Medtech-Pionier Rudolf Maag hält eine Beteiligung von 10,17% an dem Messtechnikunternehmen, das vor genau einer Woche an die Börse gegangen ist. Die Aktien notieren bereits seit Wochenbeginn unter dem Ausgabepreis von 78 CHF.

yr/cp

(AWP)