Aktien Schweiz Eröffnung: SMI startet kaum verändert - Warten auf Draghi

Der Schweizer Aktienmarkt ist kaum verändert in den Handel am Donnerstag gestartet. Nach einem leicht positiven Start drehte der SMI schnell in ein knappes Minus. Die Investoren hielten sich im Vorfeld der EZB-Zinsentscheidung zurück, hiess es im Handel. Die Nordkorea-Krise sei demgegenüber in den Hintergrund getreten, bleibe aber weiter in den Köpfen.
07.09.2017 10:15

Am frühen Nachmittag werden sich alle Augen auf den Präsidenten der EZB, Mario Draghi, richten. Es wird zwar nicht erwartet, das die Anleihekäufe bereits eingeschränkt werden. Jedoch erhoffen sich Investoren Hinweise darauf, wann der Einstieg in den Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik erfolgen könnte. Auch die Einschätzung der Notenbank zum Wirtschaftswachstum und zur Inflationsentwicklung werden Beachtung finden.

Der Swiss Market Index (SMI) verliert bis 09.30 Uhr 0,05% auf 8'855,02 Punkte (Tageshoch: 8'875). Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, sinkt um 0,09% auf 1'410,45 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) steigt um 0,01% auf 10'108,08 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 16 im Plus, 13 im Minus und einer (Novartis) unverändert.

Konkrete News liegen bei den Blue Chips einzig von Aryzta (-1,6%) vor. Der Backwarenkonzern hat mit Frederic Pflanz einen neuen Finanzchef gefunden. Der Manager kommt von Maxinvest, der Muttergesellschaft von Tchibo und Beiersdorf. Damit sei Aryzta eine überraschend hochkarätige Besetzung gelungen, schreibt die ZKB. Moniert wird zum Teil, dass der Neue seine Stelle beim angeschlagenen Konzern erst in ein paar Monaten antreten werde.

Weiter im Blick sind die Assekuranzen. Swiss Re (-0,7%), Bâloise (-0,4%) und Zurich (-0,2%) zeigen sich allesamt leicht belastet. In den USA droht nach "Harvey" die nächste Sturmkatastrophe. Der Hurrikan "Irma" hat bereits die ersten Karibikinseln erreicht, grosse Schäden angerichtet und sogar Todesopfer gefordert. Der stärkste jemals gemessene Hurrikan könnte den Vorhersagen zufolge am Sonntag Florida erreichen.

Die Banken können an die Erholung aus dem späten Handel vom Vortag nicht abknüpfen. UBS (-0,7%), CS und Julius Bär (je -0,6%) zählen zu den grössten Verlierern.

LafargeHolcim (-0,6%) wurden von Barclays auf "Underweight" von zuvor "Equal Weight" heruntergestuft. Das Kursziel sinkt leicht um einen Franken auf 52 CHF. Die Aktien hätten im Branchenvergleich eine angesichts der Leistung gerechtfertigte gute Performance gezeigt. Die Prämie könne nur bei anhaltender Dynamik erhalten werden. Der Preisauftrieb in einigen Schlüsselmärkten deute jedoch eine Abschwächung an.

Bei den Gewinnern liegen Richemont (+0,6%) und Swatch (+0,5%) weit oben in der Rangliste. Die Luxusgüterkonzerne hatten unter der Nordkorea-Verunsicherung besonders gelitten und würden sich nun erholen, hiess es. Auch Givaudan, Dufry (je +0,7%) oder Sonova (+0,6%) zeigen grössere Aufschläge.

Die Schwergewichte Roche (-0,1%), Novartis (unv.) und Nestlé (je +0,2%) bewegen den Gesamtmarkt nicht sonderlich. Für die Aktien des Lebensmittelkonzerns hat Goldman Sachs das Kursziel auf 94 von 95 CHF gesenkt und hält am "Buy"-Rating fest. Vom Investorenseminar Ende September erwartet der Analyst vom neuen Management Aussagen zu den Transformationsplänen.

Im breiten Markt hat Barry Callebaut (+0,8%) die Division Ingredients von Gertrude Hawk übernommen und damit sein Spezialitäten- und Dekorationsgeschäft ausgebaut. Der Deal steuert eine Verkaufsmenge von 13'000 Tonnen bei einem Umsatz von rund 70 Mio EUR bei. Der Zukauf liege auf der Linie der Strategie, heisst es von Analystenseite.

Bei den Versicherungen der zweiten Reihe kann Helvetia (+0,6%) zulegen. Hier hat Kepler Cheuvreux das Kursziel auf 640 (620) CHF erhöht und die Bewertung "Buy"-bestätigt. Die Halbjahreszahlen hätten den Erwartungen entsprochen und der Ausblick sei positiv, heisst es.

Die Jungfraubahn (+3,9%) hat im ersten Halbjahr von einer deutlich erstarkten Nachfrage aus Asien profitiert und Ertrag und Gewinn deutlich gesteigert. Landis+Gyr (+0,6%) will die laufende Zusammenarbeit mit TEPCO im Bereich IoT weiter ausbauen. Auffällig ist die Erholung bei Myriad (+2,9%). Hier hatte das Investorenpaar Martin und Rosmarie Ebner per Anfang September den Anteil auf über 60% erhöht.

yr/rw

(AWP)