Aktien Schweiz Eröffnung: SMI startet leichter - Gewinnmitnahmen

Der Schweizer Aktienmarkt ist mit leichten Verlusten in die neue Handelswoche gestartet. Die politischen Ereignisse vom Wochenende dämpften die Stimmung etwas, heisst es im Handel. Zudem hatte sich zuletzt auch der Konflikt zwischen den USA und Nordkorea wieder etwas zugespitzt, was ebenfalls für Zurückhaltung sorge.
25.09.2017 10:15

Zu den politischen Ereignissen gehört die hierzulande überraschend deutlich gescheiterte Reform der Altersvorsorge. In Deutschland wurde am Wochenende eine neue Bundesregierung gewählt. Dabei haben vor allem die beiden etablierten grossen Parteien CDU und SPD deutliche Verluste verzeichnet, während die populistisch orientierte AfD als drittstärkste Partei hervorging. Händler sind sich uneins, wie sehr dieser Ausgang auf die Stimmung drückt. Die Kommentare reichen von belastend bis mögliche Ausrede für Gewinnmitnahmen beim zuletzt starken Euro.

Der Swiss Market Index (SMI), neu wird das Gewicht der grössten Titel gekappt, verliert bis 09.30 Uhr 0,15% auf 9'123,09 Punkte. Der 30 Aktien umfassende und ebenfalls gekappte Swiss Leader Index (SLI) gibt um 0,20% auf 1'466,23 Zähler nach, während der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,16% auf 10'404,12 Zähler fällt. Von den 30 wichtigsten notieren 19 im Minus, neun im Plus und ABB und Nestlé sind unverändert.

Ans Index-Ende durchgereicht werden bei den Blue Chips die Anteilsscheine von Aryzta (-2,0%). Der Backwarenkonzern hat am Morgen seine Jahreszahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2016/17 vorgelegt. Das Unternehmen hat sowohl beim Umsatz als auch Gewinn schwächer abgeschnitten, als die von AWP befragten Analysten im Schnitt geschätzt hatten. In ersten Kommentaren heisst es bei Vontobel, die Zahlen seien erschreckend schlecht, während Baader Helvea dem Konzern attestiert sich strategisch in die richtige Richtung zu bewegen.

Mit zu den grössten Verlierern zählen im frühen Handel vor allem auch die Aktien der beiden Grossbanken Credit Suisse (-0,8%) und UBS (-0,6%) sowie die Papiere von Julius Bär (-0,4%). Sie hatten in der Vorwoche von einer insgesamt guten Stimmung für Bankaktien profitiert. Auslöser hierfür war die US-Notenbank, die an der Normalisierung ihrer Zinspolitik festhält.

Unter den Zyklikern geben die Papiere von Geberit (-0,4%) und LafargeHolcim (-0,3%) überdurchschnittlich nach. Auch sie würden nach dem freundlichen Lauf der Vorwoche in die Rubrik Gewinnmitnahmen fallen. Swiss Life (-0,3%) gehen nach Ablehnung der Rentenreform in der Schweiz in etwa mit dem Markt.

Überdurchschnittlich abwärts geht es für die Clariant (-0,4%), nachdem die ursprünglich für Oktober/November angesetzte ausserordentliche Generalversammlung zur geplanten Fusion mit Huntsman laut "Sonntagszeitung" verschoben wird. Zuletzt gab es Spekulationen, ob es Nachforderungen beim Umtauschverhältnis geben könnte. Diesen Spekulationen erteilte ein Clariant-Sprecher eine Absage.

Mit dem Markt schwächer präsentieren sich die zwei Schwergewichte Roche, Novartis (beide -0,1%). Beim Nahrungsmittelkonzern Nestlé (unverändert) warten Marktakteure gespannt auf den Investorentag am morgigen Dienstag.

Die Papiere von ABB (unverändert) bewegen sich im frühen Handel in einer engen Spanne um den Vortagesschlusskurs. Der Industriekonzern expandiert in den USA, wo er die Sparte Industrial Solutions von General Electric (GE) übernimmt. Damit bestätigen sich entsprechende Spekulationen, die bereits am Freitag erneut hochgekocht hatten.

Im breiten Markt stehen die Titel von AMS (-4,5%) hervor. Der Halbleiterhersteller legt eine Wandelanleihe über insgesamt 350 Mio USD auf. Die Preissetzung wird voraussichtlich im Verlaufe des heutigen Tages im Anschluss an ein beschleunigtes Bookbuilding-Verfahren vollzogen.

Abwärts geht es auch für die Papiere der Versandapotheke Zur Rose (-1,9%). Hier verweisen Marktteilnehmer auf den Zusammenschluss zweier Konkurrenten.

hr/ra

(AWP)