Aktien Schweiz Eröffnung: SMI startet mit Abgaben

Der Schweizer Aktienmarkt ist mit Abgaben in den Dienstagshandel gestartet. Der Leitindex SMI kann damit an die vor allem durch Roche getriebene gute Entwicklung des Vortages nicht anschliessen und gibt einen Teil der Avancen wieder ab. Insbesondere Zykliker tendieren schwächer, nachdem die gute Konjunkturlage bisher gestützt hatte. Die Vorgaben von der Wall Street waren neutral und in Asien haben die Märkte einen positive Vorlage geliefert.
21.11.2017 10:15

Die Impulse für einen weiteren Anstieg würden fehlen, kommentierte ein Händler. Weder von Unternehmens- noch Konjunkturseite gebe es marktbewegende News. Das politische Beben in Deutschland sei jedoch gut verarbeitet worden. Im Gespräch sind aber auch die USA. Bei der US-Notenbank wird ein weiterer Posten frei. Janet Yellen hat angekündigt, nach dem Amtsantritt ihres Nachfolgers Jerome Powell auch ihren Posten im Board of Governors aufzugeben. Das Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung steht am Mittwoch zur Veröffentlichung an. Hierzulande hat der Aussenhandel im Oktober einen deutlichen Anstieg des Überschusses ausgewiesen. Das Exportwachstum sei breit abgestützt gewesen.

Der Swiss Market Index (SMI) verliert bis um 09.30 Uhr 0,29% auf 9'273,65 Punkte. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) gibt zum Wochenstart um 0,22% auf 1'495,29 Zähler nach und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,27% auf 10'626,25 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 23 im Minus, sechs im Plus und einer (Swiss Re) unverändert.

Swatch (-0,6%) und Richemont (-0,7%) können nicht von positiven Daten zu den Uhrenexporten profitieren. Die Zahlen der EZV haben für den Oktober einen deutlichen Anstieg ausgewiesen und sich damit weiter erholt. Insbesondere die Ausfuhren nach Japan, China und Hongkong legten kräftig zu. Bereits am Vortag hatten optimistische Äusserungen von Swatch-CEO Nick Hayek für Rückenwind gesorgt. Bei Analysten heisst es, der Uhrenkonzern verfüge über grosses Margenerholungspotenzial und reagiere als einer der währungssensitivsten Titel auch auf die Frankenabschwächung.

Unter den Verlierern finden sich mit Lonza, SGS (je -0,8%), Sika (-0,7%), Kühne+Nagel und Schindler (je-0,6%) vor allem zyklische Werte.

Die Pharmaschwergewichte Novartis (-0,5%) und Roche (GS-0,4%) kosten den SMI ebenfalls einige Punkte. Bei der HSBC wird nach den Roche-Produkte-News vom Vortag das Kursziel um zwei auf 205 CHF angehoben. Die Einstufung "Reduce" wird jedoch bekräftigt. Gerade bei IMpower müsse man zuerst die genauen Daten abwarten, die Roche an einem Kongress im Dezember vorlegen will. Die HAVEN 3-Ergebnisse wiederum untermauerten die Stärke des Mittels, heisst es.

Nestlé (-0,3%) soll sich Medienberichten zufolge für das US-Unternehmen Hain Celestial interessieren. Mit einem Umsatz von zuletzt 2,9 Mrd wäre das auf biologische und vegetarische Nahrungsmittel spezialisierte Unterhemen schon eine grössere Akquisition.

Bei den Banken können Julius Bär (+0,6%, 60,80 CHF) an die positiven Reaktion auf die Zahlen vom Vortag anknüpfen. Die präsentierten Werte werden auch von den Analysten gelobt und die Gewinnschätzungen nach oben angepasst. Ihre Kursziele für die Bär-Aktien haben Goldman Sachs (64,50 CHF) Société Générale (64 CHF) und Morgan Stanley (65 CHF) angehoben. Die Grossbankenwerte CS (+0,4%) und UBS (+0,1%) legen ebenfalls etwas zu. Hier hat Goldman Sachs die Kursziele im Rahmen einer Branchenstudie für beide angehoben.

Grösster Gewinner unter den Blue Chips ist Adecco (+0,7%). Im wichtigen Markt Frankreich steht die Arbeitsmarktreform von Präsident Emmanuel Macron auf der Agenda des Parlaments. Sie wurde zwar bereits im September per Verordnung in Kraft gesetzt, erlangt aber mit der Abstimmung Gesetzeskraft.

Am breiten Markt hat Valora (-1,7%, 316,50 CHF) das Bookbuilding für die bei einer Kapitalerhöhung emittierten Aktien vorzeitig abgeschlossen. Die Titel werden zu 310 CHF ausgegeben und der Nettoerlös beträgt 166 Mio CHF.

Eine gestoppte Übernahme beeindruckt bei Sulzer (+0,3%) offenbar kaum. Der Industriekonzern hat die geplante Akquisition der neuseeländischen Firma Simcro gestoppt, weil die Genehmigung der örtlichen Behörden nicht rechtzeitig eingeholt werden konnte.

yr/cf

(AWP)