Aktien Schweiz Eröffnung: SMI startet mit Abgaben - Nordkorea belastet

Der Schweizer Aktienmarkt ist mit Abgaben in die neue Handelswoche gestartet. Belastet werden die Kurse durch die Angst vor einer weiteren Eskalation auf der koreanischen Halbinsel nach dem von Nordkorea gemeldetem "erfolgreichen" Test einer Wasserstoffbombe. Die Reaktion fällt jedoch weniger gravierend aus als am vergangenen Dienstag, als das Regime in Pjöngjang eine Rakete über Japan hinweg abgefeuert hatte.
04.09.2017 10:15

Die militärischen Drohgebärden sorgen bei den Anlegern gleichweohl erneut für Verunsicherung. Die Demonstration militärischer Schlagkraft durch Südkorea mit einem simulierten Angriff auf das Atomgelände des nördlichen Nachbarn und die Drohung einer "massiven militärischen Antwort" durch US-Verteidigungsminister James Mattis deuten noch nicht auf Deeskalation hin.

Der Swiss Market Index (SMI) büsst bis 09.35 Uhr 0,53% auf 8'894,07 Punkte ein. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,57% auf 1'419,18 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,56% auf 10'143,37 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 27 im Minus und nur drei im Plus.

Bei den einzelnen Blue Chips kommt von Novartis die gewichtigste Schlagzeile. Die Titel halten sich mit -0,3% besser als der Gesamtmarkt, nachdem der langjährige Chef Joseph Jimenez auf eigenen Wunsch von seinem Posten zurücktritt. Nachfolger wird Forschungs- und Entwicklungschef Vasant Narasimhan, der in fünf Monaten das Ruder übernehmen soll. Analysten sehen die Berufung aus den eigenen Reihen als Zeichen für Kontinuität. Ein Chefwechsel biete aber auch immer Raum für Fantasie, etwa in Bezug auf die Zukunft der Töchter Alcon und Sandoz. Die beiden anderen Schwergewichte Roche (-0,5%) und Nestle (-0,6%) geben deutlicher ab.

Das grösste Minus bei den Blue Chips weisen Swatch (-1,2%) auf. Bei dem Uhrenwerten hat der Analyst der Société Générale zwar die Kursziele angehoben, bei Swatch wurde jedoch die "Sell"-Bewertung bestätigt. Die Margenabschwächung sei prononcierter ausgefallen als in früheren Schwächeperioden, und langfristig hemme der Konkurrenzdruck im Mittelpreissegment die Wachstumsaussichten. Richemont (-0,7%) geben weniger stark ab.

Auch die Assekuranzen Bâloise (-1,2%), Swiss Re (-0,9%) und Swiss Life (-1,0%) finden sich unter den grössten Verlierern. Die Bâloise-Titel hatten in der Vorwoche nach Zahlen gut zugelegt. Für das Kreditrating hat nun S&P den Ausblick auf positiv angehoben.

Auch Finanzwerte und Zykliker leiden unter der eingetrübten Marktstimmung. So verlieren Julius Bär (-1,0%), CS (-0,9%), Partners Group (-0,8%) und UBS (-0,6%) deutlicher. Auch LafargeHolcim (-0,7%) oder Schindler (-0,7)% zeigen sich belastet.

Positiv stechen Clariant (+0,4%) heraus. Hier hat der designierte Konzernchef Peter Huntsman in gleich mehreren Interviews Optimismus in Bezug auf die Fusion mit Huntsman verbreitet. Er rechnet mit der Zustimmung der Aktionäre. Die Opposition gegen den Zusammenschluss sei nicht seine Hauptsorge. Er arbeite mit Hochdruck daran, die Geschäfte zusammenzuführen.

Bei Givaudan (+0,5%) hat die Société Générale das Rating auf Hold und Kursziel auf 2'050 (1'800) CHF angehoben. Eine leichtere Vergleichsbasis, Effizienzgewinne und eine Abschwächung des Schweizer Frankens werde die Wachstumsdynamik weiter anfachen, heisst es.

Am breiten Markt können sich Helvetia (-0,5%) mit positiven Zahlen zum Halbjahr dem negativen Gesamtmarkt nicht entziehen. Der Konzern hat den Erwartungen entsprechend abgeschnitten und mehr verdient als vor Jahresfrist. Aus den Übernahmen der Nationale Suisse und der Basler Österreich konnten verstärkt Synergien gewonnen werden. Gleichzeitig sieht sich die Gruppe mit der Umsetzung der Strategie "helvetia 20.20" auf Kurs.

Das Immobilienunternehmen Hiag (-0,8%) hat Liegenschaftsertrag und Gewinn gesteigert und sieht sich für die Zukunft gut positioniert.

yr/rw

(AWP)