Aktien Schweiz Eröffnung: SMI startet mit deutlichen Abgaben

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Mittwoch mit deutlichen Abgaben in den Handel gestartet und der Leitindex SMI sackt klar unter die Marke von 9'000 Punkten. Nach der guten Performance der vergangenen Tage werde eine Verschnaufpause eingelegt, sagten Händler. Das erreichte Kursniveau verleite zu Gewinnmitnahmen, auch wenn es keine Gründe für einen grundlegenden Stimmungsumschwung gebe, hiess es.
21.06.2017 10:15

Die Vorgaben von der Wall Street und aus Asien waren verhalten. An der Wall Street hatte insbesondere der nachgebende Ölpreis für einen Rücksetzer von den zuvor erreichten Höchstständen gesorgt. In Japan wurde der Nikkei durch einen festeren Yen belastet. Im Tagesverlauf stehen nur wenige Konjunkturdaten auf der Agenda.

Der Swiss Market Index (SMI) verliert bis 09.30 Uhr 0,85% auf 8'946,95 Punkte. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt 0,84% auf 1'412,90 Zähler ab und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,83% auf 10'187,02 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren alle im Minus.

Die grössten Abgaben weisen unter den Blue Chips die Aktien der Luxusgüterhersteller Swatch (-1,5%) auf. Wettbewerber Richemont (-0,9%) verliert weniger deutlich.

Ebenfalls schwach zeigen sich die Finanzwerte. Unter den stärksten Verlierern rangieren die Versicherer Bâloise, Swiss Life (je -1,1%) und Zurich Insurance (-1,2%, 288,90 CHF). Für letztere hat Main First laut Händlern die Bewertung auf "Neutral" gesenkt, bei einem Kursziel von 300 CHF.

Erneut etwas unter Druck stehen auch die Banken CS (-1,5%), UBS (-1,0%) und Julius Bär (-1,2%), die bereits am Vortag im späten Handel geschwächelt hatten. Auch europaweit sind Finanz-Aktien unter Druck. Mit Blick auf die Grossbanken hat sich der Basler Ausschuss offensichtlich zuversichtlich gezeigt, dass die Basel-4-Verhandlungen noch im Juli abgeschlossen werden könnten. Dies sei jedoch nicht das erste Mal, dass der Ausschuss Zuversicht in Bezug auf den Abschluss der Verhandlungen zeige, heisst es in einem Kommentar der ZKB. Die Analysten der Kantonalbank gehen davon aus, dass nur ein stark verwässertes Basel-4-Regelwerk Erfolg haben kann.

Bei Swisscom (-0,5%) kommt es zu einem Personalwechsel im wichtigen B2B-Geschäft. Urs Lehner wird neuer Leiter der Sparte Geschäftskunden. Er folgt auf Christian Petit, der das Unternehmen nach 17 Jahren verlässt. Die Aktien des Telekomkonzerns hatten sich in den vergangenen Tagen dem Jahreshoch vom Januar angenähert.

Leicht besser als der Gesamtmarkt hält sich Novartis (-0,5%). Das Migräne-Medikament Erenumab des Basler Pharmakonzerns hat eine wichtige regulatorische Hürde genommen. Die europäische Medikamentenbehörde EMA hat den Zulassungsantrag für das Mittel akzeptiert. Für die Aktien hat zudem die Deutsche Bank das Kursziel um drei auf 78 CHF angehoben bei unveränderter "Hold"-Bewertung.

Das zweite Pharma-Schwergewicht Roche (GS -0,8%) belastet den Markt stärker und auch Nestlé (-1,0%) sorgen für einige Minus-Punkte im SMI. Die Aktien des Lebensmittelkonzerns hatten am Vortag noch ein Allzeithoch bei 84,30 CHF markiert.

ABB (-0,9%) will laut Medienberichten in Indien zukaufen und verhandelt mit dem Konzern Larsen & Toubro über den Kauf von deren Energie- und Automationssparte. Als möglicher Kaufpreis wird eine Summe von bis zu 2,7 Mrd CHF genannt.

LafargeHolcim (-0,8%, 55,30 CHF) können nicht von einer Kurszielanhebung von JPMorgan profitieren. Das Ziel wurde in einer Branchenstudie um zwei auf 57 CHF angehoben, wobei die "Neutral"-Bewertung beibehalten wurde.

Die geringsten Abgaben weisen Zykliker wie Sika (-0,2%), Kühne+Nagel, Schindler und Geberit (je -0,3%) auf.

Am breiten Markt hat Kuros (+9,7%) für den medizinischen Dichtungsstoff Neuroseal die CE-Kennzeichnung erhalten. Das Produkt wird bei Schädeloperationen eingesetzt und ist damit für den Vertrieb im gesamten europäischen Wirtschaftsraum zugelassen. Zudem winkt eine Meilensteinzahlung von rund eine halben Million USD.

Oerlikon (unv.) macht einen wichtigen Schritt im Wachstumsmarkt Additive Manufacturing (AM). Mit dem Industrieriesen GE wurde eine Partnerschaft vereinbart, bei dem der US-Konzern 3-D-Druck Produktionssysteme und Dienstleistungen einbringen und Oerlikon als Komponentenfertiger und Werkstofflieferant fungiert. Vontobel wertet den Schritt positiv, belege er doch die hohe Kompetenz von Oerlikon beim AM. Zudem erhielten die ambitionierten Ziele des CEO für dieses Segment Glaubwürdigkeit.

yr/cp

(AWP)