Aktien Schweiz Eröffnung: SMI startet mit Jahreshoch - Nestlé im Fokus

Der Schweizer Aktienmarkt ist klar höher in die letzte Handelswoche des ersten Halbjahres gestartet. Gleich zum Börsenstart sprang der Leitindex SMI auf ein neues Jahreshoch bei 9'141 Punkten. Das ist der höchste Stand seit August 2015. Ausschlaggebend ist das SMI-Schwergewicht Nestlé. Die Valoren des Lebensmittelkonzerns gewinnen nach dem Einstieg des aktivistischen amerikanischen Investors Daniel Loeb hinzu.
26.06.2017 10:15

Die Bank-Aktien reagieren auf die Staatsrettung für zwei italienische Regionalbanken positiv. Das nehme etwas Druck von den Sorgen um die Stabilität des Finanzsektors in dem südeuropäischen Land, heisst es im Handel. Die Überseebörsen lieferten hingegen kaum Impulse. An der Wall Street endete am Freitag ein ruhiger Handel kaum verändert. Die asiatischen Märkte konnten am Montag leicht zulegen. Zum Wochenauftakt werden die Investoren auf den deutschen ifo-Geschäftsklimaindex schauen und am Nachmittag auf die Auftragseingänge langlebiger Güter aus den USA und Daten zum Immobilienmarkt.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 09.30 Uhr um 0,82% höher auf 9'107,27 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 0,41% auf 1'427,20 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,68% auf 10'345,45 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 19 im Plus, neun im Minus und zwei (Lonza, Julius Bär) unverändert.

Nestlé (+3,7%) springen nach dem Einstieg des US-Investors Daniel Loeb deutlich an und markieren bei 85,95 CHF ein neues Allzeithoch. Die aktivistische Investmentfirma von Loeb hat eine Beteiligung von 1,3% erworben und stellt Forderungen an das Management. So drängt der Investor auf den Verkauf der L'Oréal-Beteiligung und eine Bereinigung des Portfolios. Die Mittel sollten dann für Aktienrückkäufe verwendet werden. Laut Analysten kommt der Einstieg überraschend. Aber auch hier wird Steigerungspotential bei Nestlé gesehen.

Für die UBS (+0,8%) hat JPMorgan das Rating auf "Overweight" von "Neutral" und das Kursziel um einen auf 19 CHF angehoben. Die Grossbank habe zudem eine perfekte Strategie für die Zusammensetzung ihrer Geschäftsbereiche gefunden, lobt der Analyst. Auf der Kostenseite wird Potenzial für eine positive Überraschung gesehen.

Für die Aktien der CS (+0,6%) hat JPMorgan die Bewertung mit "Overweight" bei einem Kursziel von 17 CHF wieder aufgenommen. Unsicherheiten seien beseitigt worden und die Kostensenkungen lägen über den Erwartungen, heisst es. Julius Bär notieren unverändert.

Deutlicher zulegen können unter den Blue Chips nachrichtenlos zudem Clariant (+1,3%) und die volatile Aryzta (+0,9%). Weiter liegen Bâloise (+0,7%) und Swatch (+0,5%) etwas besser als der Marktschnitt.

Roche (+0,2%) verbuchen leichte Aufschläge, nachdem die Genussscheine in der Vorwoche leicht abgegeben hatten. Der Konzern hat positive Resultate für das Bluter-Medikament Emicizumab (ACE910) in zwei Phase-III-Studien gemeldet. Das Mittel habe zu einer "deutlichen und klinisch bedeutsamen Reduktion" der Anzahl der Blutungen geführt. Zudem hat die Tochter Chugai in Japan die Zulassung für Actemra für die subkutane Verabreichung erhalten.

Demgegenüber geben die Aktien des Basler Konkurrenten Novartis 0,9% ab, nachdem der Kurs in der Vorwoche noch um mehr als 7% zugelegt hatte. Der Pharmakonzern hat mit dem Produktkandidaten CTL019 in einer Studie gute Resultate bei der Behandlung einer bestimmten Form von Blutkrebs erzielt.

Unter den Verlierern finden sich sowohl eher zyklische Givaudan (-0,6%), Geberit und Sika (je-0,2%), die Beteiligungsgesellschaft Partners Group (-0,3%) sowie die Versicherungen Zurich und Swiss Life (je -0,2%).

Am breiten Markt hat Gurit (+3,2%) mit einem indonesischen Partner ein Joint Venture zur Produktion von Balsaholz auf der Insel Java gegründet. Burckhardt Compression (-0,5%) hat in Kanada eine kleinere Service-Firma zugekauft und seine Präsenz dort verstärkt.

Gegen Bell (+1,4%) wurde in Deutschland das Verfahren im sogenannten Wurstkartell-Fall eingestellt. Die bereits 2014 verhängte Busse über 100 Mio EUR wird damit hinfällig.

yr/hr

(AWP)