Aktien Schweiz Eröffnung: SMI startet mit Verlusten - Santhera brechen ein

Der Schweizer Aktienmarkt ist mit Abgaben in den letzten Handelstag der Woche gestartet. Der erneute Raketentest Nordkoreas drückt bei den Investoren offenbar doch etwas auf die Stimmung. Zuvor hatten die asiatischen Börsen kaum auf die erneute Provokation reagiert. Selbst in Tokyo hatte sich der Nikkei mit einem Kursplus unbeeindruckt gezeigt. Die Unsicherheit sei mit dem Test jedoch gestiegen, heisst es am Markt. Sollte aus den USA eine robustere verbale Reaktion folgen, könnte dies einmal mehr zu Volatilität führen.
15.09.2017 10:15

Die Vorgaben aus dem US-Handel waren leicht positiv. Unterstützung lösten Erwartungen an die Steuerreform von Präsident Donald Trump aus sowie ein festerer Ölpreis. Die US-Verbraucherpreise hatten zuvor für etwas Zinsängste gesorgt. Auch zum Wochenschluss werden wichtige US-Makrodaten im Fokus stehen. Beim SMI könnte es am Mittag mit dem grossen Verfall zu Bewegungen kommen. Die auslaufenden Future- und Optionenkontrakte sorgen am "Hexensabbat" oft für kräftige Schwankungen. Auch in der Schlussauktion rechnen Händler mit Ausschlägen, wenn beim SMI die Kappung der Schwergewichte Nestlé und Novartis Richtung 18% per kommenden Montag berücksichtigt wird.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 09.35 Uhr 0,28% tiefer bei 9'046,12 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt 0,18% auf 1'453,02 Punkte nach und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,27% auf 10'330,09 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 14 im Minus, zehn im Plus und sechs unverändert.

Schwächster Blue Chip ist das Pharmaschwergewicht Novartis (-0,7%), gefolgt von Swiss Life (-0,6%). Adecco (-0,5%) beenden ebenfalls ihren guten Lauf der Vortage. Die Aktien hatten zuletzt auf die Arbeitsmarktreform in Frankreich positiv reagiert. Auch andere Zykliker wie Schindler, Dufry (je -0,5%) oder Lonza (-0,4%) finden sich auf der Minusseite.

Die Credit Suisse (Aktie -0,5%) hat derweil eine weitere Altlast aus der Finanzkrise bereinigt und einen Vergleich mit einer US-Versicherung im Streit um Residential Mortgage-Backed Securities (RMBS) geschlossen. Das führt zu einer Vorsteuer-Belastung von 79,5 Mio USD im dritten Quartal. UBS (-0,4%) tendieren ebenfalls etwas tiefer.

Am anderen Ende der Tabelle liegen Julius Bär (+0,6%), die klar positiv auf eine Heraufstufung durch die HSBC auf "Buy" von "Hold" reagieren. Die langfristige Strategie der Bank trage langsam Früchte, heisst es. Partners Group (+0,7%) legen im SMI/SLI am stärksten zu.

Die Roche-Genussscheine notieren derweil unverändert, trotz der Meldung, dass für das Medikament Avastin ein Konkurrenzprodukt auf den Markt kommt. Denn die US-Gesundheitsbehörde FDA hat das Biosimilar Mvasi von Amgen zugelassen. Nestlé (-0,4%) hat zudem in den USA eine Lifestyle-Kaffemarke übernommen.

Am breiten Markt stürzen die Santhera-Aktien nach enttäuschenden Nachrichten zu Raxone mit rund -58% auf 29,65 CHF massiv ab. Der vorberatende Ausschuss der Europäischen Arzneimittelbehörde hat den Erweiterungsantrag für das Mittel negativ beurteilt. Bei der Behandlung von Duchenne-Muskeldystrophie (DMD) zeige die eingereichte Studie nicht genügend Wirksamkeit.

Auch Helvetia (-2,2%) zeigen sich nach dem Ausstieg von Raiffeisen unter Druck. Die Bank trennt sich von ihrem 4%-Anteil an der Versicherung vollständig. Die Vertriebszusammenarbeit der beiden Institute werde dadurch aber nicht beeinträchtigt, hiess es. Analysten begrüssen unterdessen den höheren Freefloat der Helvetia-Titel.

Auf der Gegenseite stehen Aevis Victoria (+1,8%) nach positiven Halbjahreszahlen. Der Umsatz wuchs leicht, der Gewinn jedoch nach dem Verkauf von Unternehmensteilen kräftiger.

Zudem legen Georg Fischer (+0,5%) etwas zu, nachdem die Gesellschaft einen Grossauftrag für das Joint Venture GF Linamar aus der Automobilindustrie erhalten hat. Und Kudelski (+0,4%) konnte erneut einen Auftrag für die Tochter Nagra an Land ziehen.

Unterdessen hat Myriad (-9,7%) die Dekotierung von der SIX beantragt. Die Aktien haben im Jahresverlauf mehr als 70% an Wert eingebüsst.

yr/ys

(AWP)