Aktien Schweiz Eröffnung: SMI startet positiv - Novartis zieht Markt nach oben

Der Schweizer Aktienmarkt ist mit Aufschlägen in den Dienstagshandel gestartet. Die Aktien im Leitindex SMI geben zwar mehrheitlich ab, die schwergewichtigen Titel des Pharmariesen Novartis ziehen den Gesamtmarkt nach Zahlen jedoch nach oben. Die Vorgaben aus den USA waren demgegenüber leicht negativ. Sowohl der US-Leitindex Dow Jones Industrial als auch der marktbreite S&P-500-Index verbuchten geringe Abgaben.
18.07.2017 10:15

Die Gesundheitspläne von US-Präsident Donald Trump kommen aufgrund von Widerständen aus den eigenen Reihen der Republikaner nicht vom Fleck. Das hat die Stimmung an der Wall Street sowie den asiatischen Handel belastet. Zudem wachse in China die Sorge um kleinere Unternehmen und vor einer erstarkenden Regulierung durch die Regierung. Die politischen Unsicherheiten geraten damit bei den Investoren wieder in das Sichtfeld, heisst es von Marktteilnehmern. Am Nachmittag stehen zudem die Quartalszahlen von grossen US-Konzernen wie Johnson&Johnson oder IBM auf der Agenda, bei den Banken berichten Bank of America und Goldman Sachs.

Der Swiss Market Index (SMI) zieht bis um 09.30 Uhr um 0,27% auf 9'063,29 Punkte an und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,19% auf 10'312,51 Zähler. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, notiert hingegen 0,4% tiefer bei 1'436,34 Punkten. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 22 im Minus, sieben im Plus und Schindler unverändert.

Der Gesamtmarkt wird vom Novartis nach oben gezogen, deren Aktien um 1,8% zulegen. Der Pharmakonzern hat beim Umsatz wie erwartet etwas nachgegeben, konnte jedoch hier wie auch beim EBIT und Gewinn pro Aktie den Konsens der Analysten leicht übertreffen. Der Ausblick für das Gesamtjahr wird bekräftigt, und der Konzern rechnet weiter mit einer stärkeren zweiten Jahreshälfte. Während insbesondere Pharma über den Schätzungen lag, habe die Generika-Sparte Sandoz die Party etwas verdorben, schreibt ein Analyst.

Das zweite Pharmaschwergewicht Roche (GS -0,3%) zeigt sich demgegenüber leichter. Unterstützung kommt wiederum von den Titeln des Lebensmittelkonzerns Nestlé (+0,5%). Bei Letzterer hat JP Morgan die Gewinnerwartungen angehoben und das Kursziel um drei Franken auf 93 CHF hoch gesetzt. Die Bewertung lautet weiter "Overweight".

Auch Kühne+Nagel (+0,7%) reagieren positiv auf die Zahlenvorlage. Hier ist der Umsatz im ersten Semester zwar gewachsen, die Profitabilität des Logistikkonzerns ging gemessen an der Marge jedoch leicht zurück. Die Zahlen werden von den Analysten als im Rahmen der Erwartungen gesehen. Der Margenrückgang habe sich stabilisiert, schreibt etwa die UBS.

Die am Vortag noch festeren Grossbanken UBS (-0,2%) und CS (-0,7%) notieren im frühen Handel tiefer. Bei der Credit Suisse arbeitet das Management offenbar bereits an Plänen für die Zeit nach dem Konzernumbau. CEO Tidjane Thiam sieht laut einem internen Memo weiterhin Möglichkeiten für eine signifikante Wertsteigerung für eine restrukturierte Credit Suisse. Auch bei Assekuranzen Swiss Life (-0,8%), Swiss Re, Bâloise (je -0,6%) und Zurich (-0,5%) geben ab.

Grösster Verlierer unter den Blue Chips sind Dufry (-0,9%), und auch die am Montag noch klar festeren Uhrenwerte Swatch (-0,9%) und Richemont (-0,8%) tendieren deutlicher im Minus.

Im breiten Markt erhält Panalpina (-0,3%) kaum Unterstützung durch die K+N-Zahlen. Georg Fischer (-0,9%) hat sich im Bereich Piping Systems mit einem Zukauf in Kanada verstärkt. Das Unternehmen hat eine Minderheitsbeteiligung an dem Hersteller von vorisolierten Rohren Urecon erworben. GF übernimmt die kaufmännische und operative Leitung des Unternehmens.

Bei Dormakaba (+0,1%) kommt es zu einem Wechsel auf dem COO-Posten der wichtigen Sparte Access Solutions in der Region DACH. Per Anfang 2018 übernimmt Kuka-Manager Alwin Berninger für den aus Altersgründen ausscheidenden Dieter Sichelschmidt.

yr/rw

(AWP)